Klima, International

Trump wird den weltweiten Klimaschutz nicht ausbremsen können - so die vorherrschende Überzeugung beim Pariser Klimagipfel.

12.12.2017 - 17:28:05

Spitzentreffen in Paris - Kerry: USA können Klimaziele einhalten - auch ohne Trump. Auch die Wirtschaft bekundet bei dem von Frankreichs Präsident Macron angesetzten Treffen guten Willen.

  • Verkehr in Moskau - Foto: Pavel Golovkin

    Kein Zustand auf Dauer: Verkehrsstau auf einer großen Straße in Moskau, im Hintergrund qualmen große Kraftwerke. Foto: Pavel Golovkin

  • Riesiges Solarkraftwerk - Foto: Abdeljalil Bounhar

    Strom aus Wüstensonne: Das gigantische Solarkraftwerk Noor 3 in der Nähe von Ouarzazate in Marokko. Foto: Abdeljalil Bounhar

  • Smog in Neu Delhi - Foto: Dichter Smog in Neu Delhi: Die Millionenmetropole muss immer öfter zu Notmaßnahmen wie Fahrverboten greifen. Foto: Harish Tyagi

    Dichter Smog in Neu Delhi: Die Millionenmetropole muss immer öfter zu Notmaßnahmen wie Fahrverboten greifen. Foto: Harish Tyagi

  • Solarkraft-Komplex in Marokko - Foto: Teresa Dapp

    So könnte es gehen Bei Ouarzazate in Marokko entsteht der größte Solarkraft-Komplex der Welt. Foto: Teresa Dapp

  • Hilfeschrei - Foto: Hilfeschrei: Mohamed Nasheed, Staatsoberhaupt der Malediven, bei der weltweit ersten Unterwasser-Kabinettssitzung einer Regierung. Foto: epa

    Hilfeschrei: Mohamed Nasheed, Staatsoberhaupt der Malediven, bei der weltweit ersten Unterwasser-Kabinettssitzung einer Regierung. Foto: epa

  • Smog in Delhi - Foto: Autos, Motorräder und Rikschas in Neu-Delhi: Nicht nur der Verkehr sorgt in der indischen Hauptstadt für krass überhöhte Schadstoffwerte. Foto: ND-KK

    Autos, Motorräder und Rikschas in Neu-Delhi: Nicht nur der Verkehr sorgt in der indischen Hauptstadt für krass überhöhte Schadstoffwerte. Foto: ND-KK

  • Dürre und Hunger in Kenia - Foto: Stephen Morrison

    Dürre und Hunger in Kenia: Experten sehen auch im Klimawandel Gründe für die Flüchtlingsströme. Foto: Stephen Morrison

  • Eisbär - Foto: David Goldman

    Wie lange hält das Eis noch? Ein Eisbär in der Meerenge Victoria Strait im nördlichen Kanada. Foto: David Goldman

  • Abholzung im Regenwald - Foto: Werner Rudhart

    Abholzung im brasilianischen Regenwald. Foto: Werner Rudhart

  • Flut in Tuvalu - Foto: Kyodo

    Kinder spielen auf einem vom Meerwasser überflutetem Platz in Funafuti, der Hauptstadt des pazifischen Inselstaats Tuvalu. Foto: Kyodo

  • Hilfeschrei - Foto: Hilfeschrei: Mohamed Nasheed, Staatsoberhaupt der Malediven, bei der weltweit ersten Unterwasser-Kabinettssitzung einer Regierung. Foto: epa

    Hilfeschrei: Mohamed Nasheed, Staatsoberhaupt der Malediven, bei der weltweit ersten Unterwasser-Kabinettssitzung einer Regierung. Foto: epa

  • Macron in Paris - Foto: Philippe Wojazer

    Gastgeber des Pariser Klimagipfels: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (M). Foto: Philippe Wojazer

Verkehr in Moskau - Foto: Pavel GolovkinRiesiges Solarkraftwerk - Foto: Abdeljalil BounharSmog in Neu Delhi - Foto: Dichter Smog in Neu Delhi: Die Millionenmetropole muss immer öfter zu Notmaßnahmen wie Fahrverboten greifen. Foto: Harish TyagiSolarkraft-Komplex in Marokko - Foto: Teresa DappHilfeschrei - Foto: Hilfeschrei: Mohamed Nasheed, Staatsoberhaupt der Malediven, bei der weltweit ersten Unterwasser-Kabinettssitzung einer Regierung. Foto: epaSmog in Delhi - Foto: Autos, Motorräder und Rikschas in Neu-Delhi: Nicht nur der Verkehr sorgt in der indischen Hauptstadt für krass überhöhte Schadstoffwerte. Foto: ND-KKDürre und Hunger in Kenia - Foto: Stephen MorrisonEisbär - Foto: David GoldmanAbholzung im Regenwald - Foto: Werner RudhartFlut in Tuvalu - Foto: KyodoHilfeschrei - Foto: Hilfeschrei: Mohamed Nasheed, Staatsoberhaupt der Malediven, bei der weltweit ersten Unterwasser-Kabinettssitzung einer Regierung. Foto: epaMacron in Paris - Foto: Philippe Wojazer

Paris - Der Pariser Klimagipfel hat ein entschlossenes Signal für mehr Klimaschutz gesandt - und will sich von US-Präsident Donald Trump nicht bremsen lassen. Prominente amerikanische Teilnehmer wie Ex-Außenminister John Kerry betonten, dass die USA ihre bisherigen Klimaziele auch gegen Trumps Widerstand einhalten könnten.

Er verwies dabei auf das Engagement von US-Bundesstaaten und Wirtschaftsunternehmen. «Es wird härter sein (...), aber das heißt nicht, dass man es nicht schaffen kann», sagte der Demokrat mit Blick auf die Klimaziele.

Auf Einladung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron berieten mehr als 50 Staats- und Regierungschefs, zahlreiche Top-Verantwortliche der Wirtschaft und Experten über den Kampf gegen den Klimawandel. Die Delegationschefs der mehr als 100 teilnehmenden Länder fuhren am Nachmittag mit einem Boot zum Veranstaltungsort auf einer Seine-Insel.

Das Treffen am zweiten Jahrestag des Pariser Klimaabkommens war auch als Signal gedacht, - der US-Präsident hatte im Sommer den Ausstieg aus dem Klimaabkommen angekündigt.

Im Fokus des «One Planet Summit» mit rund 4000 Teilnehmern stand die Frage, wie Unternehmen und Investoren beim Klimaschutz an Bord geholt werden können. Es seien genug Mittel für den Klimaschutz da, sagte Fidschi-Regierungschef Frank Bainimarama. «Was uns fehlt, sind die richtigen Anreize, die richtigen Regeln und das Investitionsumfeld.» Rund 2900 Polizisten schützten das Großereignis.

Ähnlich wie Kerry äußerte sich New Yorks ehemaliger Bürgermeister Michael Bloomberg: «Gemeinsam werden wir das Ziel erreichen, das dieses Land in Paris ausgegeben hat», sagte der UN-Sondergesandte für Klimawandel. «Und es gibt nichts, was Washington tun kann, um uns zu stoppen.» Die USA hatten unter Trumps Vorgänger Barack Obama zugesagt, ihre CO2-Emissionen bis 2025 um 26 Prozent zu reduzieren. Kerry sagte, 38 US-Bundesstaaten hätten sich zu Klimazielen verpflichtet, das entspreche 80 Prozent der amerikanischen Bevölkerung.

Macron äußerte sich überzeugt, dass Trump früher oder später seine Absage an das Pariser Klimaabkommen zurücknehmen werde. Neuverhandlungen über bessere Bedingungen für die USA lehnte er in einem Interview des US-Senders CBS aber kategorisch ab.

Die Weltgemeinschaft hatte sich im Dezember 2015 das Ziel gesetzt, den durch Treibhausgase verursachten Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Der Gipfel zeige, dass das Pariser Abkommen in den Köpfen der Wirtschafts- und Finanzwelt angekommen sei, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). «Seine Umsetzung ist unaufhaltsam - trotz des angekündigten Ausstiegs der USA.»

Zahlreiche Unternehmen kündigten beim Pariser Gipfel an, sich stärker für den Klimaschutz zu engagieren. So will der französische Finanzkonzern Axa den Neubau von Kohlekraftwerken nicht mehr versichern. Die Weltbank kündigte an, nach 2019 die Erschließung und Förderung von Öl- und Gas-Vorkommen nicht mehr zu finanzieren.

Auch das bei der UN-Weltklimakonferenz in Bonn ins Leben gerufene internationale Bündnis für den Kohleausstieg wuchs in Paris weiter - und Deutschland ist weiter nicht dabei. Fast 30 Länder und Regionen hätten sich der Allianz seit der Gründung im November angeschlossen, teilte die britische Regierung mit. Dass Deutschland keinen Plan für den Ausstieg aus dem klimaschädlichen Kohlestrom hat, kritisieren Umweltschützer schon lange.

«Wir haben noch keine Gewissheit, was die künftige Bundesregierung angeht», sagte Hendricks der Deutschen Presse-Agentur. «Darum können wir hier nicht vorgreifen und dieser Allianz beitreten.» Die SPD-Politikerin warnte davor, «auf diesem Weg der Atomkraft zum Comeback zu verhelfen». Atomkraft, die unter anderem für Frankreich wichtig ist, sei nicht die Lösung für den Klimaschutz. Die Klimaziele ließen sich nur «schrittweisen, sozial abgefederten Kohleausstieg» erreichen, so Hendricks.

@ dpa.de

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