Wahlen, Parlament

Theresa Mays Wahlkampf lief sehr holprig.

09.06.2017 - 02:08:10

Prognose - Klatsche für May bei Parlamentswahl - Rücktritt?. Einer ersten Prognose zufolge könnte sie sich mit der vorgezogenen Neuwahl verzockt haben.

  • Neuwahl in Großbritannien - Foto: Matt Dunham

    Britische Flaggen vor dem Big Ben am Palace of Westminster, in dem das britische Parlament tagt. Die Briten wählen heute ein neues Parlament. Foto: Matt Dunham

  • Neuwahl in Großbritannien - Foto: Liam Mcburney

    Wahllokal in Belfast. Seit dem frühen Morgen haben mehr als 40 000 Wahllokale in England, Schottland, Wales und Nordirland geöffnet. Foto: Liam Mcburney

  • May bei der Stimmabgabe - Foto: Alastair Grant

    Premierministerin Theresa May und ihr Ehemann Philip nach der Stimmabgabe in Maidenhead. Foto: Alastair Grant

  • Postfaktische Brexit-Kampagne - Foto: Postfaktische Brexit-Kampagne: Auf diesem Bus wurde eine völlig übertriebene Summe genannt, die die Briten angeblich an die EU zahlen. Nach dem Erfolg im Referendum gaben die Initiatoren zu, dass die Zahlen falsch waren. Foto: Str

    Postfaktische Brexit-Kampagne: Auf diesem Bus wurde eine völlig übertriebene Summe genannt, die die Briten angeblich an die EU zahlen. Nach dem Erfolg im Referendum gaben die Initiatoren zu, dass die Zahlen falsch waren. Foto: Str

  • Brexit beim Rosenmontagumzug - Foto: So sahen es die Düsseldorfer Karnevalisten im Februar: Regierungschefin Theresa May entleibt sich mit dem Brexit selbst. Foto: Ina Fassbender

    So sahen es die Düsseldorfer Karnevalisten im Februar: Regierungschefin Theresa May entleibt sich mit dem Brexit selbst. Foto: Ina Fassbender

  • Brexit - Foto: Werbetafel einer Wechselstube zum Tausch von Pfund und Euro an der Grenze zwischen der Republik Irland und der britischen Region Nordirland. Foto: Brian Lawless

    Werbetafel einer Wechselstube zum Tausch von Pfund und Euro an der Grenze zwischen der Republik Irland und der britischen Region Nordirland. Foto: Brian Lawless

  • Jeremy Corbyn - Foto: Tolga Akmen

    Der britische Labour-Chef Jeremy Corbyn hat seine Stimme in london abgegeben. Er verspricht die Studiengebühren abzuschaffen und das marode Gesundheitssystem auf Vordermann zubringen. Foto: Tolga Akmen

  • Brexit-Kunstwerk - Foto: Brexit-Kunstwerk des britischen Street-Art-Künstlers Banksy in Dover. Am 19. Juni sollen die Brexit-Gespräche beginnen. Doch May drohte im Wahlkampf immer wieder mit dem Platzen der Gespräche: Lieber gar keine Vereinbarung mit der EU als eine schlechte, i

    Brexit-Kunstwerk des britischen Street-Art-Künstlers Banksy in Dover. Am 19. Juni sollen die Brexit-Gespräche beginnen. Doch May drohte im Wahlkampf immer wieder mit dem Platzen der Gespräche: Lieber gar keine Vereinbarung mit der EU als eine schlechte, i

  • Anschläge - Foto: Polizisten kümmern sich um eine bei dem jüngsten Terroranschlag in London verletzte Frau. Nach drei Terroranschlägen innerhalb von drei Monaten werfen Kritiker May vor, während ihrer Zeit als Innenministerin für den Abbau von über 20 000 Stellen bei der P

    Polizisten kümmern sich um eine bei dem jüngsten Terroranschlag in London verletzte Frau. Nach drei Terroranschlägen innerhalb von drei Monaten werfen Kritiker May vor, während ihrer Zeit als Innenministerin für den Abbau von über 20 000 Stellen bei der P

  • Canary Wharf in London - Foto: Will Oliver

    Durch den Brexit-Beschluss vor einer ungewissen Zukunft: Londons Finanz- und Bankendistrikt "Canary Wharf" in London. Foto: Will Oliver

  • Brexit-Schreiben - Foto: Emmanuel Dunand

    EU-Ratspräsident Donald Tusk präsentiert in Brüssel das Schreiben von Premierministerin May zum EU-Austritt von Großbritannien. Foto: Emmanuel Dunand

  • Benefizkonzert für Manchester - Foto: Dave Hogan For One Love Manchester

    "Wir stehen zusammen" - beim Benefizkonzert nach dem Anschlag von Manchester rückten die vom Terror heimgesuchten Briten zusammen. Die Terrorabwehr ist eines der wichtigsten Wahlkampfthemen. Foto: Dave Hogan For One Love Manchester

  • Wahlhelfer im Waschsalon - Foto: Jonathan Brady

    Zwei Wahlhelfer sitzen in Oxford in einem Waschsalon, in dem ein Wahllokal eingerichtet wurde. Foto: Jonathan Brady

  • Wahlhelfer zählen aus - Foto: Nigel Roddis

    Wahlhelfer zählen im britischen Omagh Stimmzettel aus. Foto: Nigel Roddis

Neuwahl in Großbritannien - Foto: Matt DunhamNeuwahl in Großbritannien - Foto: Liam McburneyMay bei der Stimmabgabe - Foto: Alastair GrantPostfaktische Brexit-Kampagne - Foto: Postfaktische Brexit-Kampagne: Auf diesem Bus wurde eine völlig übertriebene Summe genannt, die die Briten angeblich an die EU zahlen. Nach dem Erfolg im Referendum gaben die Initiatoren zu, dass die Zahlen falsch waren. Foto: StrBrexit beim Rosenmontagumzug - Foto: So sahen es die Düsseldorfer Karnevalisten im Februar: Regierungschefin Theresa May entleibt sich mit dem Brexit selbst. Foto: Ina FassbenderBrexit - Foto: Werbetafel einer Wechselstube zum Tausch von Pfund und Euro an der Grenze zwischen der Republik Irland und der britischen Region Nordirland. Foto: Brian LawlessJeremy Corbyn - Foto: Tolga AkmenBrexit-Kunstwerk - Foto: Brexit-Kunstwerk des britischen Street-Art-Künstlers Banksy in Dover. Am 19. Juni sollen die Brexit-Gespräche beginnen. Doch May drohte im Wahlkampf immer wieder mit dem Platzen der Gespräche: Lieber gar keine Vereinbarung mit der EU als eine schlechte, iAnschläge - Foto: Polizisten kümmern sich um eine bei dem jüngsten Terroranschlag in London verletzte Frau. Nach drei Terroranschlägen innerhalb von drei Monaten werfen Kritiker May vor, während ihrer Zeit als Innenministerin für den Abbau von über 20 000 Stellen bei der PCanary Wharf in London - Foto: Will OliverBrexit-Schreiben - Foto: Emmanuel DunandBenefizkonzert für Manchester - Foto: Dave Hogan For One Love ManchesterWahlhelfer im Waschsalon - Foto: Jonathan BradyWahlhelfer zählen aus - Foto: Nigel Roddis

London - Bei der britischen Parlamentswahl hat Premierministerin Theresa May nach einer ersten Prognose eine Bruchlandung hingelegt. Sie könnte mit ihren Konservativen sogar die absolute Mehrheit verloren haben. Der Nachwahlbefragung zufolge kommen die regierenden Tories nur noch auf 314 der 650 Sitze.

Die Labour-Partei mit ihrem konnte nach der Prognose dagegen deutlich zulegen. Mit der Neuwahl wollte May die Mehrheit der Konservativen deutlich ausbauen und sich Rückendeckung für die Brexit-Verhandlungen holen - das ist schiefgegangen.

Kommentatoren wiesen am Donnerstagabend darauf hin, dass die Zahlen der Prognose sehr ungenau sein könnten und eine absolute Mehrheit noch möglich sei. Ein belastbarer Trend sollte im Laufe der Nacht feststehen - nach Auszählung der meisten der 650 Wahlbezirke. Das amtliche Endergebnis wird am Freitagnachmittag veröffentlicht.

Auf Großbritannien könnten zukommen. Die Liberaldemokraten schlossen noch in der Nacht aus, als Koalitionspartner zur Verfügung zu stehen. Sie kommen der Prognose zufolge auf 14 Sitze und gewinnen damit sechs Sitze hinzu.

Die Partei der nordirischen Protestanten der DUP (Democratic Unionist Party) ist zu Koalitionsverhandlungen mit den Konservativen von Premierministerin Theresa May bereit. Das deutete der DUP-Politiker Jeffrey Donaldson an, der sich für die Partei um einen Sitz im britischen Parlament beworben hat. «Natürlich werden wir mit ihnen (den Konservativen) über ihren Wunsch sprechen, eine Regierung zu bilden», sagte Donaldson der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. Bei der Parlamentswahl vor zwei Jahren gewann die DUP acht Sitze.

Politikwissenschaftler schlossen einen Rücktritt von nicht aus. Am 20. Mai schrieb sie in sozialen Netzwerken: «Wenn ich nur sechs Sitze verliere, dann verliere ich diese Wahl und (Labour-Chef) Jeremy Corbyn wird mit Europa am Verhandlungstisch sitzen.»

Der frühere Finanzminister George Osborne, der unter May im vergangenen Jahr seinen Posten verloren hatte, stellte als einer der ersten die Zukunft der Premierministerin in Frage. «Ganz klar, wenn sie ein schlechteres Ergebnis als vor zwei Jahren hat und fast keine Regierung bilden kann, dann bezweifle ich, dass sie auf lange Sicht Parteichefin der Konservativen bleiben wird», sagte Osborne dem Sender ITV. Der ehemalige Chef der EU-feindlichen Partei Ukip, Nigel Farage, twitterte: «Wie auch immer das wirklich ausgeht, die Konservativen .»

Noch vor wenigen Wochen lagen die Konservativen zeitweise mehr als 20 Prozentpunkte vor Labour. May patzte aber im Wahlkampf: Sie trat in der Öffentlichkeit hölzern auf, löste einen Streit um geplante finanzielle Einschnitte bei Rentnern aus und verweigerte gemeinsame Fernsehduelle mit Corbyn. Nach den Terroranschlägen in London und Manchester , weil in ihrer Amtszeit als Innenministerin fast 20 000 Polizei-Stellen gestrichen worden waren.

Die Arbeiterpartei eroberte mit ihrem besonders bei jungen Wählern beliebten Chef Corbyn nach der Prognose 266 Sitze - das wäre ein deutlicher Zugewinn. Corbyn setzte im Wahlkampf auf soziale Themen wie Gesundheit und Bildung; seit Jahrzehnten kämpft er dafür, die Kluft zwischen Arm und Reich zu schließen. Außerdem versprach Corbyn in seinem Wahlprogramm 10 000 zusätzliche Polizisten.

Die für Schottlands Unabhängigkeit kämpfende Partei SNP verlor nach der Prognose viele Sitze. Die Nationalpartei der Schotten mit ihrer Chefin Nicola Sturgeon kommt der Nachwahlbefragung zufolge jetzt nur noch auf 34 Sitze. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2015 hatte die SNP noch 56 von 59 möglichen Sitzen geholt. Die Partei stellt sich nur in Schottland zur Wahl. Sturgeon strebt ein zweites Referendum über Schottlands Unabhängigkeit an.

Mit May als Premierministerin müsste sich die Europäische Union auf harte Brexit-Verhandlungen einstellen, mit denen Brüssel schon am 19. Juni beginnen will. Die Konservative betonte, Großbritannien werde die EU eher ohne Einigung verlassen, als einen «schlechten Deal» zu akzeptieren. May hatte das Amt der Regierungschefin im vergangenen Jahr von David Cameron übernommen, nachdem eine knappe Mehrheit der Briten in einem Referendum für den Brexit gestimmt hatte.

Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2015 hatten die Tories mit 330 Sitzen die absolute Mehrheit errungen. Labour holte damals 232 Sitze. Die Schottische Nationalpartei (SNP) war mit 56 Sitzen drittstärkste Kraft. Die Liberaldemokraten, die als einzige landesweite Partei weiterhin für einen Verbleib in der EU kämpfen, hatten acht Sitze.

Großbritannien hat ein reines Mehrheitswahlrecht. Um einen Sitz zu bekommen, müssen Politiker in ihrem Wahlkreis die meisten Stimmen holen. Kleine Parteien werden dadurch meist benachteiligt.

@ dpa.de

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