Wahlen, Parlament

Theresa Mays Wahlkampf lief nicht glatt - auch, weil mehrere Terroranschläge das Land erschütterten.

09.06.2017 - 01:20:05

Prognose - Mays Konservative könnten absolute Mehrheit verlieren. Einer ersten Prognose zufolge könnte sie sich mit der vorgezogenen Neuwahl verzockt haben. Allerdings sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen.

  • Neuwahl in Großbritannien - Foto: Matt Dunham

    Britische Flaggen vor dem Big Ben am Palace of Westminster, in dem das britische Parlament tagt. Die Briten wählen heute ein neues Parlament. Foto: Matt Dunham

  • Neuwahl in Großbritannien - Foto: Liam Mcburney

    Wahllokal in Belfast. Seit dem frühen Morgen haben mehr als 40 000 Wahllokale in England, Schottland, Wales und Nordirland geöffnet. Foto: Liam Mcburney

  • May bei der Stimmabgabe - Foto: Alastair Grant

    Premierministerin Theresa May und ihr Ehemann Philip nach der Stimmabgabe in Maidenhead. Foto: Alastair Grant

  • Postfaktische Brexit-Kampagne - Foto: Postfaktische Brexit-Kampagne: Auf diesem Bus wurde eine völlig übertriebene Summe genannt, die die Briten angeblich an die EU zahlen. Nach dem Erfolg im Referendum gaben die Initiatoren zu, dass die Zahlen falsch waren. Foto: Str

    Postfaktische Brexit-Kampagne: Auf diesem Bus wurde eine völlig übertriebene Summe genannt, die die Briten angeblich an die EU zahlen. Nach dem Erfolg im Referendum gaben die Initiatoren zu, dass die Zahlen falsch waren. Foto: Str

  • Brexit beim Rosenmontagumzug - Foto: So sahen es die Düsseldorfer Karnevalisten im Februar: Regierungschefin Theresa May entleibt sich mit dem Brexit selbst. Foto: Ina Fassbender

    So sahen es die Düsseldorfer Karnevalisten im Februar: Regierungschefin Theresa May entleibt sich mit dem Brexit selbst. Foto: Ina Fassbender

  • Brexit - Foto: Werbetafel einer Wechselstube zum Tausch von Pfund und Euro an der Grenze zwischen der Republik Irland und der britischen Region Nordirland. Foto: Brian Lawless

    Werbetafel einer Wechselstube zum Tausch von Pfund und Euro an der Grenze zwischen der Republik Irland und der britischen Region Nordirland. Foto: Brian Lawless

  • Jeremy Corbyn - Foto: Tolga Akmen

    Der britische Labour-Chef Jeremy Corbyn hat seine Stimme in london abgegeben. Er verspricht die Studiengebühren abzuschaffen und das marode Gesundheitssystem auf Vordermann zubringen. Foto: Tolga Akmen

  • Brexit-Kunstwerk - Foto: Brexit-Kunstwerk des britischen Street-Art-Künstlers Banksy in Dover. Am 19. Juni sollen die Brexit-Gespräche beginnen. Doch May drohte im Wahlkampf immer wieder mit dem Platzen der Gespräche: Lieber gar keine Vereinbarung mit der EU als eine schlechte, i

    Brexit-Kunstwerk des britischen Street-Art-Künstlers Banksy in Dover. Am 19. Juni sollen die Brexit-Gespräche beginnen. Doch May drohte im Wahlkampf immer wieder mit dem Platzen der Gespräche: Lieber gar keine Vereinbarung mit der EU als eine schlechte, i

  • Anschläge - Foto: Polizisten kümmern sich um eine bei dem jüngsten Terroranschlag in London verletzte Frau. Nach drei Terroranschlägen innerhalb von drei Monaten werfen Kritiker May vor, während ihrer Zeit als Innenministerin für den Abbau von über 20 000 Stellen bei der P

    Polizisten kümmern sich um eine bei dem jüngsten Terroranschlag in London verletzte Frau. Nach drei Terroranschlägen innerhalb von drei Monaten werfen Kritiker May vor, während ihrer Zeit als Innenministerin für den Abbau von über 20 000 Stellen bei der P

  • Canary Wharf in London - Foto: Will Oliver

    Durch den Brexit-Beschluss vor einer ungewissen Zukunft: Londons Finanz- und Bankendistrikt "Canary Wharf" in London. Foto: Will Oliver

  • Brexit-Schreiben - Foto: Emmanuel Dunand

    EU-Ratspräsident Donald Tusk präsentiert in Brüssel das Schreiben von Premierministerin May zum EU-Austritt von Großbritannien. Foto: Emmanuel Dunand

  • Benefizkonzert für Manchester - Foto: Dave Hogan For One Love Manchester

    "Wir stehen zusammen" - beim Benefizkonzert nach dem Anschlag von Manchester rückten die vom Terror heimgesuchten Briten zusammen. Die Terrorabwehr ist eines der wichtigsten Wahlkampfthemen. Foto: Dave Hogan For One Love Manchester

  • Wahlhelfer im Waschsalon - Foto: Jonathan Brady

    Zwei Wahlhelfer sitzen in Oxford in einem Waschsalon, in dem ein Wahllokal eingerichtet wurde. Foto: Jonathan Brady

  • Wahlhelfer zählen aus - Foto: Nigel Roddis

    Wahlhelfer zählen im britischen Omagh Stimmzettel aus. Foto: Nigel Roddis

Neuwahl in Großbritannien - Foto: Matt DunhamNeuwahl in Großbritannien - Foto: Liam McburneyMay bei der Stimmabgabe - Foto: Alastair GrantPostfaktische Brexit-Kampagne - Foto: Postfaktische Brexit-Kampagne: Auf diesem Bus wurde eine völlig übertriebene Summe genannt, die die Briten angeblich an die EU zahlen. Nach dem Erfolg im Referendum gaben die Initiatoren zu, dass die Zahlen falsch waren. Foto: StrBrexit beim Rosenmontagumzug - Foto: So sahen es die Düsseldorfer Karnevalisten im Februar: Regierungschefin Theresa May entleibt sich mit dem Brexit selbst. Foto: Ina FassbenderBrexit - Foto: Werbetafel einer Wechselstube zum Tausch von Pfund und Euro an der Grenze zwischen der Republik Irland und der britischen Region Nordirland. Foto: Brian LawlessJeremy Corbyn - Foto: Tolga AkmenBrexit-Kunstwerk - Foto: Brexit-Kunstwerk des britischen Street-Art-Künstlers Banksy in Dover. Am 19. Juni sollen die Brexit-Gespräche beginnen. Doch May drohte im Wahlkampf immer wieder mit dem Platzen der Gespräche: Lieber gar keine Vereinbarung mit der EU als eine schlechte, iAnschläge - Foto: Polizisten kümmern sich um eine bei dem jüngsten Terroranschlag in London verletzte Frau. Nach drei Terroranschlägen innerhalb von drei Monaten werfen Kritiker May vor, während ihrer Zeit als Innenministerin für den Abbau von über 20 000 Stellen bei der PCanary Wharf in London - Foto: Will OliverBrexit-Schreiben - Foto: Emmanuel DunandBenefizkonzert für Manchester - Foto: Dave Hogan For One Love ManchesterWahlhelfer im Waschsalon - Foto: Jonathan BradyWahlhelfer zählen aus - Foto: Nigel Roddis

, auf Großbritannien könnten komplizierte Koalitionsverhandlungen zukommen. Labour kommt der Prognose zufolge auf 266 Sitze und gewinnt damit deutlich hinzu. Kommentatoren wiesen am Donnerstagabend aber darauf hin, dass diese Zahlen sehr ungenau sein könnten und eine absolute Mehrheit noch möglich sei. Die magische Marke liegt bei 326 Mandaten.

Als Koalitionspartner stünden sonst nur die Liberaldemokraten zur Verfügung, die als einzige landesweite Partei einen Brexit noch verhindern wollen. Sie kommen der Prognose zufolge auf 14 Sitze und gewinnen damit sechs Sitze hinzu. Schottlands Nationalpartei SNP verliert demnach deutlich.

Umfragen vor der Wahl hatten Mays Tories durchgehend vorn gesehen, allerdings war ihr Vorsprung vor von der Labour-Partei in den vergangenen Wochen stark geschrumpft. , weil in ihrer Amtszeit als Innenministerin fast 20 000 Polizei-Stellen gestrichen worden waren. Auch Vorschläge zur Sozialpolitik waren bei den Briten nicht gut angekommen.

Die vorgezogene Neuwahl hatte die Premierministerin im April überraschend angekündigt mit dem Ziel, sich mehr Rückendeckung für die anstehenden Brexit-Verhandlungen zu holen. Zu diesem Zeitpunkt lagen ihre Konservativen in Umfragen noch deutlich vor Labour.

Mit May als Premierministerin müsste sich die Europäische Union (EU) auf einstellen, mit denen Brüssel schon am 19. Juni beginnen will. Die Konservative betont, Großbritannien werde die EU eher komplett ohne Einigung verlassen, als einen «schlechten Deal» zu akzeptieren. May hatte das Amt der Regierungschefin im vergangenen Jahr von David Cameron übernommen, nachdem eine knappe Mehrheit der Briten in einem Referendum für den Brexit gestimmt hatte.

Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2015 hatten die Tories mit 330 Sitzen die absolute Mehrheit errungen. Labour holte damals 232 Sitze. Die Schottische Nationalpartei (SNP) war mit 56 Sitzen drittstärkste Kraft. Die Liberaldemokraten, die als einzige landesweite Partei weiterhin für einen Verbleib in der EU kämpfen, hatten acht Sitze.

. Um einen Sitz zu bekommen, müssen Politiker in ihrem Wahlkreis die meisten Stimmen holen. Kleine Parteien werden durch dieses Wahlsystem meist benachteiligt.

Am 13. Juni wird das Parlament voraussichtlich erstmals wieder zusammenkommen. Für den 19. Juni ist die Queen's Speech geplant: Königin Elizabeth II. liest das Programm der neuen Regierung vor. Es folgt eine rund fünf Tage dauernde Debatte darüber im Unterhaus. Danach wird abgestimmt - hierbei handelt es sich de facto um eine Vertrauensabstimmung für die neue Regierung, also die Nagelprobe.

@ dpa.de

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