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Migration, Flüchtlinge

Tausende Migranten aus Haiti harren seit Tagen unter horrenden Bedingungen unter eine Brücke an der US-Südgrenze aus.

21.09.2021 - 20:08:06

Flüchtlinge - Einsatz gegen Migranten - Kritik an US-Beamten auf Pferden. Nun sorgen brisante Aufnahmen für Empörung - und bringen die Regierung in Erklärungsnot.

  • Migranten an der Grenze zwischen Mexiko und USA - Foto: Felix Marquez/AP/dpa

    Die Menschen versuchen nach Ciudad Acuna, Mexiko, zur?ckzukehren und der Abschiebung aus den USA zu entgehen. Foto: Felix Marquez/AP/dpa

  • Migration an der Grenze zwischen Mexiko und USA - Foto: Felix Marquez/AP/dpa

    Tausende durchwaten den Rio Grande. Foto: Felix Marquez/AP/dpa

  • Grenze zwischen Mexiko und USA - Foto: Felix Marquez/AP/dpa

    Beamte der US-Zoll- und Grenzschutzbeh?rde versuchen auf Pferden, Migranten an der ?berquerung des Grenzflusses Rio Grande zu hindern. Foto: Felix Marquez/AP/dpa

Migranten an der Grenze zwischen Mexiko und USA - Foto: Felix Marquez/AP/dpaMigration an der Grenze zwischen Mexiko und USA - Foto: Felix Marquez/AP/dpaGrenze zwischen Mexiko und USA - Foto: Felix Marquez/AP/dpa

Die Lage in Del Rio mit Tausenden Migranten aus Haiti hatte sich zuletzt zugespitzt. Die Menschen harren dort unter eine Brücke aus, die Regierung von Präsident Joe Biden setzt weiterhin auf Massenausweisungen. Jede Misshandlung eines Migranten sei nicht akzeptabel, sagte Mayorkas. Auf besonders heftige Kritik stießen Bilder, auf denen offensichtlich Beamte peitschenähnliche Gegenstände umher schwangen, die Mayorkas später als lange Zügel bezeichnete.

Tausende Menschen hatten in den vergangenen Tagen die Gelegenheit ergriffen, im Rio Grande von Mexiko nach Texas zu laufen. Sie versammelten sich unter einer Brücke. Der Bürgermeister von Del Rio hatte am Samstag von mehr als 14.500 Menschen gesprochen. Bei Temperaturen von über 30 Grad harrten Berichten zufolge am Montag immer noch rund 10.000 Menschen in provisorischen Zelten bei menschenunwürdigen Bedingungen aus.

Für die Regierung von Biden wächst der innenpolitische Druck angesichts des rapide angewachsenen Migranten-Lagers. Konservative werfen dem Weißen Haus eine zu lasche Einwanderungspolitik vor, zugleich werden die Lebensbedingungen der Menschen unter der Brücke kritisiert. Menschrechtsorganisationen verurteilten das Vorgehen der US-Regierung. Kritik gibt es aber auch aus den eigenen Reihen.

«Dies ist ein Schandfleck für unser Land», erklärte die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez. Der demokratische Mehrheitsführers im Senat, Chuck Schumer, forderte Biden auf, die Politik seines Vorgängers Donald Trump zu beenden. Die Migranten wollen «einfach nur der Tyrannei und den Problemen in ihrem Land entkommen» und würden «vor unserer Haustür mit unvorstellbarer Demütigung empfangen wurden». Schumer kritisierte die Ausweisungen nach Haiti: «Wir können diese hasserfüllte (...) Trump-Politik, die unsere Flüchtlingsgesetze missachtet, nicht fortsetzen.»

Die Regierung unter Donald Trump hatte die entsprechende Richtlinie zu Beginn der Pandemie in Kraft gesetzt und sie dazu genutzt, um die Grenzen weitgehend abzuriegeln. Unter Verweis auf die Regelung wurden seither Migranten ausgewiesen, ohne die Möglichkeit zu erhalten, Asyl zu beantragen. Begründet wird dies mit der Gefahr einer Einschleppung von Covid-19. Unter Biden wurde die Regelung mit Ausnahme von unbegleiteten Minderjährigen verlängert. Menschenrechtsorganisationen werfen der Regierung vor, die Pandemie als Vorwand zu nutzen, um Menschen ohne ausreichende Prüfung und Gerichtsanhörung pauschal abzuschieben.

Bei einem Besuch in Del Rio am Montag hatte Heimatschutzminister Mayorkas erneut an Haitianer appelliert, die gefährliche Reise an die US-Südgrenze zu Mexiko nicht anzutreten. «Unsere Grenzen sind nicht offen», betonte Mayorkas. Der Minister erklärte, dass alle in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt werden sollen.

Auch Mexiko hat nach Medienberichten begonnen, die Haitianer aus der Grenzregion auszufliegen - allerdings in den Süden Mexikos. Es war zunächst unklar, wie es dort mit ihnen weitergehen sollte. Die Migranten seien nicht direkt aus Haiti gekommen, sondern aus Brasilien und Chile, sagte Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard nach einem Gespräch mit seinem US-Kollegen Antony Blinken. In den südamerikanischen Ländern sei ihnen Asyl gewährt worden.

Die Migranten hätten nun die lange Reise bis zur US-Grenze gemacht, weil ihnen gesagt worden sei, die USA würden sie aufnehmen, sagte Ebrard. Hintergrund sei, dass in den USA unter anderem für Haitianer das Programm TPS verlängert wurde, das ihnen temporäre Aufenthaltstitel gewährt. Es gilt aber nur für Migranten, die bereits in den USA waren. Die Haitianer seien getäuscht worden, sagte Ebrard.

© dpa-infocom, dpa:210920-99-293709/8

@ dpa.de

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