Konflikte, Südkorea

Südkorea reagiert prompt auf Nordkoreas Gesprächsvorschlag.

02.01.2018 - 12:48:06

Zusammenkunft auf hoher Ebene - Tauwetter in Korea? Südkorea will mit dem Norden reden. Ein Treffen könnte schon in der nächsten Woche stattfinden. Zunächst geht es um Sport: Nordkorea will an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang teilnehmen. Seoul will aber mehr.

Seoul - Inmitten des verschärften Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm gehen Süd- und Nordkorea wieder aufeinander zu. Einen Tag nach dem überraschenden Gesprächsangebot Nordkoreas schlug Südkoreas Vereinigungsminister Cho Myong Gyon eine Zusammenkunft in der nächsten Woche vor.

Zunächst soll es im Grenzort Panmunjom um eine Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar gehen. Denn daran hat Nordkorea überraschend Interesse gezeigt. Er hoffe aber, dass beide Seiten auch offen über eine Verbesserung ihrer Beziehungen reden könnten, betonte Cho. Dass Nordkorea dabei auch über sein Programm zur massiven Aufrüstung mit Atomwaffen sprechen will, gilt in Südkorea allerdings als zweifelhaft.

Südkoreas Präsidenten Moon Jae In deutete am Dienstag an, dass eine Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen nicht von der Lösung des Atomstreits getrennt werden könne. Südkorea stärkt wegen der Bedrohung durch nordkoreanische Atomraketen seine Raketenabwehr und organisiert regelmäßig gemeinsame Militärmanöver mit den USA.

Es wäre das ersten Treffen der Regierungen beider Länder seit mehr als zwei Jahren, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Seoul strebe ein Treffen am 9. November auf der Ebene von Ministern oder Vizeministern an. 

China begrüßte die Annäherung als «eine gute Sache». Peking unterstütze es, dass beide Seiten die Gelegenheit nutzen wollten, die Lage auf der koreanischen Halbinsel zu entspannen und diese atomwaffenfrei zu machen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

Kommentatoren konservativer südkoreanischer Tageszeitungen wie der «Chosun Ilbo» warnten davor, dass Pjöngjang mit einer Annäherung an Seoul auch versuchen könnte, zwischen Südkorea und seinem Verbündeten USA einen Keil zu treiben. Die konservativen Oppositionsparteien riefen den sozialliberalen Präsidenten Moon Jae In zur Vorsicht auf.  

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsansprache am Montag angeboten, eine Delegation zu den Olympischen Spielen in der grenznahen südkoreanischen Provinz Gangwon zu entsenden. Beide Länder könnten sich dazu sofort treffen, schlug er vor. 

Das Angebot an Südkorea verband der Diktator jedoch mit neuen Drohungen in Richtung der USA. Pjöngjang wirft Washington eine feindselige Politik vor. Die gesamten USA seien in Reichweite der nordkoreanischen Atomwaffen, betonte Kim. Der «Atomwaffenknopf» sei stets auf seinem Schreibtisch. 

Südkorea begrüßte dennoch Kims Gesprächsangebot. Moon wies das Außenministerium aber an, sich eng mit den Alliierten Südkoreas und der internationalen Gemeinschaft darüber abzustimmen, wie die Verbesserung des innerkoreanischen Verhältnisses und eine Beilegung des Atomstreits «zur gleichen Zeit» behandelt werden könnten.

Südkorea verlangt wie die USA von Nordkorea einen überprüfbaren Abbau des Atomprogramms. Moon äußerte seine Hoffnung, dass die Olympischen Spiele eine bahnbrechende Gelegenheit bieten könnten, «die Beziehungen zu verbessern und Frieden zu schaffen». 

Die Lage in der Region ist sehr angespannt, weil Nordkorea die Entwicklung von Mittelstrecken- und Interkontinentalraketen vorantreibt und neben Raketen auch Atombomben testet. Der UN-Sicherheitsrat hat deswegen mit den Stimmen auch Russlands und Chinas schwere Sanktionen gegen Nordkorea verhängt, die jedoch das Land nicht zur Umkehr bewegen.

Moon hatte Nordkorea im vergangenen Juli Militärgespräche über Schritte zur Entspannungen und ein Treffen der Rot-Kreuz-Verbände beider Länder über humanitäre Fragen vorgeschlagen. Pjöngjang war aber nicht darauf eingegangen. 

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

USA stoppen Planungen für gemeinsames Manöver mit Südkorea. Das teilte das Pentagon am Abend mit. Auch das südkoreanische Verteidigungsministerium bestätigte die Entscheidung, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtet. Eine Pentagon-Sprecherin erklärte, die Planungen für das Manöver mit dem Namen «Ulchi Freedom Guardian» seien suspendiert worden. Man sei noch dabei, weitere Schritte zu koordinieren. Über spätere Militärübungen sei noch nicht entschieden worden. Washington - Die USA haben alle Planungen für ein größeres gemeinsames Militärmanöver mit Südkorea im August gestoppt. (Politik, 19.06.2018 - 01:02) weiterlesen...

Trump beklagt zu wenig Anerkennung für Nordkorea-Gipfel. Der Deal einer atomaren Abrüstung Nordkoreas werde überall in Asien gelobt und gefeiert, schrieb er in einer Serie von Mitteilungen auf Twitter. In den USA aber würden viele den Deal lieber scheitern sehen, als ihm einen Erfolg zu gönnen. Fakt ist, dass bei dem Gipfel in Singapur keine atomare Abrüstung vereinbart wurde. Washington - US-Präsident Donald Trump hat sich beklagt, dass er für den Nordkorea-Gipfel mit dem Machthaber Kim Jong Un in den USA zu wenig Anerkennung erfahre. (Politik, 17.06.2018 - 15:50) weiterlesen...

Bald Treffen von Abe und Kim? - USA halten nach Singapur-Gipfel an Sanktionen fest Nach dem historischen Treffen in Singapur reist US-Außenminister Mike Pompeo durch Asien und hat dabei eine klare Botschaft: Wirtschaftliche Erleichterung wird es für Nordkorea erst geben, wenn sämtliche Atomwaffen vernichtet sind. (Politik, 14.06.2018 - 15:56) weiterlesen...

Schwierige Mission - USA halten nach Singapur-Gipfel an Sanktionen fest Nach dem historischen Treffen in Singapur reist Mike Pompeo durch Asien und hat dabei eine klare Botschaft: Wirtschaftliche Erleichterung wird es für Nordkorea erst geben, wenn sämtliche Atomwaffen vernichtet sind. (Politik, 14.06.2018 - 15:02) weiterlesen...

Schwierige Mission - US-Außenminister reist zu Gesprächen nach Peking. Beide Länder drohen sich gegenseitig mit Zöllen auf eine ganze Reihe von Produkten - bald läuft eine wichtige Frist dafür aus. Es ist kein einfacher Antrittsbesuch für Mike Pompeo: Inmitten des Handelskonfliktes zwischen den USA und China ist der US-Außenminister in Peking. (Politik, 14.06.2018 - 09:10) weiterlesen...

Analyse - US-Reaktionen; Erst Feuer und Wut, jetzt alles gut?. Es scheint kaum möglich, dass alle über dieselbe Veranstaltung sprechen. Der Nordkorea-Gipfel, eine Show ohne bleibenden Wert? Himmelweit gehen die Einordnungen in den USA auseinander. (Politik, 13.06.2018 - 16:44) weiterlesen...