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Unwetter, Klima

Strahlend blauer Himmel, 30 Grad - Bilderbuchsommer gab es 2021 eher selten.

30.08.2021 - 15:16:07

Jahrhundertregen - Deutscher Wetterdienst: Der Sommer war deutlich zu nass. Im Rückblick sticht vor allem der extreme Regen Mitte Juli heraus, der folgenschwere Hochwasserfluten auslöste.

  • Dauerregen im Harz - Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

    Passanten gehen bei Regenwetter durch die Fu?g?ngerzone von Wernigerode in Sachsen-Anhalt. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

  • Regen in Berlin - Foto: J?rg Carstensen/dpa

    Auch in Berlin gab es in diesem Sommer zuviel Regen. Foto: J?rg Carstensen/dpa

Dauerregen im Harz - Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpaRegen in Berlin - Foto: J?rg Carstensen/dpa

Offenbach - Nach drei zu trockenen Sommern in Folge hat es in diesem Jahr so viel geregnet wie in nur wenigen Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Es fiel fast ein Drittel mehr Niederschlag als mit Blick auf die Vergleichsjahre von 1961 bis 1990 zu erwarten gewesen wäre, teilte der Deutsche Wetterdiensts (DWD) am Montag in Offenbach in seiner vorläufigen Bilanz mit. Es handelt sich um den regenreichsten Sommer seit zehn Jahren. In der Reihe seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 belegt der diesjährige Sommer den 14. Platz. Ein Überblick über die Ergebnisse, die der DWD nach einer ersten Auswertung seiner rund 2000 Messstationen veröffentlichte:

Niederschlag

Mitte Juli löste der Jahrhundertregen von Tief «Bernd» in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die verheerenden Fluten mit mehr als 180 Toten aus. Insgesamt fielen im Sommer 2021 bundesweit im Mittel rund 310 Liter Regen pro Quadratmeter - 30 Prozent mehr als im Schnitt der Referenzperiode von 1961 bis 1990 und 29 Prozent mehr als von 1991 bis 2020. Die Tageshöchstmenge verzeichnete Ludwigsburg in der Uckermark mit fast 199 Litern pro Quadratmeter am 30. Juni. Viel zu trocken war es dagegen in Vorpommern, in der windabgeneigten Seite des Harzes sowie dem Thüringer Becken, wo örtlich weniger als 105 Liter zusammenkamen.

Temperatur

Mit tagsüber kaum 20 Grad geht der meteorologische Sommer derzeit zu Ende, es handelt sich dem DWD zufolge um den ersten zu kühlen August seit 2014. Unter dem Strich war der Sommer 2021 im Vergleich zum vieljährigen Mittel aber zu warm: Die Durchschnittstemperatur von 17,9 Grad liegt 1,6 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode der Jahre 1961 bis 1990. Im Vergleich zu den wärmeren Jahren 1991 bis 2020 betrug die Abweichung plus 0,3 Grad. Heraus stach vor allem der Juni, als eine schon fast vergessene Hitzewelle für mehr als 35 Grad tagsüber und nachts für Tropennächte mit mehr als 20 Grad sorgte.

Sonnenschein

Wärmende Sonnenstrahlen drangen in den vergangenen Tagen eher selten durch. Doch der Sommer 2021 hat in diesem Punkt sein Soll erfüllt. Rund 615 Sonnenstunden zählte der DWD, das Soll liegt bei 614 Stunden. Im Vergleich zu den vergangenen 30 Jahren unterschritt der Sommer den Sollwert um gut sechs Prozent. Die meiste Sonne ließ sich auf Rügen und in Vorpommern mit teilweise mehr als 770 Stunden genießen. Auf der anderen Seite der Skala befinden sich die zentralen Mittelgebirge und die Lüneburger Heide, wo die Sonne örtlich weniger als 470 Stunden schien. Der August endet der DWD-Vorhersage an diesem Dienstag immerhin mit einigen Wolkenauflockerungen, an den Küsten ist es sogar länger sonnig.

Klimawandel

Dessen Rolle beim Juli-Extremregen ist wissenschaftlich noch nicht abschließend beantwortet, sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche. Abgesehen davon habe sich der Sommer 2021 eher wieder in Richtung der abwechslungsreichen Witterung bewegt, die in einem mitteleuropäischen Land nördlich der Alpen zu erwarten sei. Langfristig müsse sich Deutschland aber wegen des Klimawandels auf trockenere Sommer und mildere Winter einstellen. Hinzu kommt, dass mit steigenden Temperaturen der Erdatmosphäre Häufigkeit, Intensität und Fläche von Starkregen deutschlandweit zunehmen, wie eine vergangene Woche vorgelegte Auswertung des DWD gezeigt hat.

© dpa-infocom, dpa:210830-99-17837/8

@ dpa.de