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Regierung, Gesundheit

Staatspräsident Jair Bolsonaro hatte mehrmals betont, nicht gegen das Coronavirus geimpft zu sein.

23.09.2021 - 03:40:44

Gesundheit - Corona bei UN: Brasiliens Delegation soll in Quarantäne. Bei der Reise zur UN-Generaldebatte wurde nun sein Gesundheitsminister positiv getestet - mit Folgen.

New York/Brasília - Nach einem positiven Corona-Test des brasilianischen Gesundheitsministers bei der UN-Generaldebatte in New York geht die Delegation des Landes nach Angaben der Vereinten Nationen in Isolation.

«Der Mitgliedstaat hat bestätigt, dass die gesamte Delegation beschlossen hat, sich für 14 Tage selbst unter Quarantäne zu stellen», teilte UN-Sprecher Stephane Dujarric am Mittwoch auf Anfrage mit.

Minister Marcelo Queiroga hatte am Dienstag mit Staatspräsident Jair Bolsonaro in New York die Generaldebatte der Vereinten Nationen besucht und sich dabei auch im UN-Hauptquartier am East River aufgehalten. Bereits zuvor war ein Mitglied der Delegation positiv getestet worden. Übereinstimmenden brasilianischen Medienberichten zufolge kam Bolsonaro bereits am Mittwoch in Brasilien an, Queiroga halte sich aber weiterhin in New York auf.

Zunächst war unklar geblieben, ob auch Corona-Verharmloser Bolsonaro in Quarantäne gehen würde. Bolsonaro und Mitglieder der Delegation, die mit Queiroga Kontakt hatten, würden in den kommenden fünf Tagen in Quarantäne bleiben, hieß es dann laut dem Nachrichtenportal «G1» aus dem «Palacio do Planalto», dem Regierungspalast, und würden danach Corona-Test machen. Auch die Gesundheitsbehörde in Brasília hatte 14 Tage Quarantäne für die brasilianische Delegation empfohlen. Bolsonaro wandelte am Mittwoch einen Präsenztermin in einen Video-Call um.

Genauso war nicht klar, wie viele Mitglieder der Delegation in New York geblieben, wie viele abgereist waren und ob tatsächlich alle der Isolation folgen. Die UN versuchen eigenen Angaben zufolge, die Kontakte der Delegation mit anderen Diplomaten, UN-Mitarbeitern und Staats- und Regierungschefs nachzuverfolgen. Zunächst war noch nicht klar, ob es weitere Ansteckungsfälle gibt.

Der Rechtspopulist Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost und spricht sich immer wieder gegen den Gebrauch von Masken und andere eindämmende Maßnahmen aus. Am Dienstag sorgte er zum Auftakt der UN-Generaldebatte in New York mit Aussagen über sein Vorgehen in der Pandemie für Verwunderung. So pries Bolsonaro etwa den vorbeugenden Einsatz von Medikamenten, deren Wirksamkeit gegen das Coronavirus nicht nachgewiesen ist. Er hat mehrmals betont, selbst noch nicht gegen Corona geimpft zu sein.

Bereits vor der Generaldebatte hatten die amerikanischen Gastgeber Sorge geäußert, dass Staatsgäste und ihre Delegationen aus mehr als 100 Ländern in New York das Virus verteilen könnten. Die Stadt New York wollte auch eine Impfpflicht durchsetzten, was UN-Generalsekretär António Guterres mit der Begründung zurückwies, er könne ungeimpften UN-Mitgliedern nicht den Zutritt verweigern.

Queiroga, der mindestens mit einer Dosis geimpft ist, twitterte in den vergangenen Tagen Fotos unter anderem mit Bolsonaro, dessen Frau Michele und Vertretern von Investmentfonds. Er hatte auch ein Treffen mit dem britischen Premierminister Boris Johnson, der wiederum US-Präsident Joe Biden traf. Johnson, der vollständig geimpft ist, zog keinerlei direkte Konsequenzen. «Es gelten Covid-Maßnahmen, an die sich der Premierminister gehalten hat», hieß es am Mittwoch knapp aus der Downing Street.

© dpa-infocom, dpa:210922-99-320189/3

@ dpa.de

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