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Konflikte, Afghanistan

Sollten die Extremisten ein Kalifat errichten, werde es «keinen Cent» an deutscher Entwicklungshilfe mehr geben, warnt der Außenminister.

12.08.2021 - 14:06:39

Eroberungen durch Extremisten - Maas warnt Taliban vor Aufbau eines Kalifats in Afghanistan. Die Taliban nehmen indes immer weitere Provinzhauptstädte ein.

Berlin - Außenminister Heiko Maas (SPD) hat die in Afghanistan vorrückenden Taliban davor gewarnt, ein Kalifat in dem umkämpften Land zu errichten.

Dann werde es «keinen Cent» an deutscher Entwicklungshilfe mehr geben, die derzeit bei rund 430 Millionen Euro pro Jahr liege, sagte Maas im ZDF-«Morgenmagazin». «Das wissen auch die Taliban.» Er rechne damit, dass sich die Islamisten an der Regierung in Afghanistan beteiligen und sie dominieren wollen. Es sei dann entscheidend, wie die künftige Verfassung des Landes aussehen werde und welche Rechte es für die Menschen geben werde.

Der Rückzug der Bundeswehr aus dem Land sei eine Folge des Abzugs der USA gewesen, betonte Maas. Ohne die US-Streitkräfte und außerhalb der Nato habe ein militärisches Engagement dort keinen Sinn. Er sprach von Fortschritten, die durch den Einsatz der Bundeswehr und ihrer internationalen Partner in Afghanistan erzielt worden seien, zum Beispiel bei Lebenserwartung, Kindersterblichkeit und Durchschnittseinkommen. «Dies gilt es zu erhalten», so Maas.

Taliban kommen Kabul immer näher

Am Donnerstag war die wichtige Provinzhauptstadt Gasni im Südosten Afghanistans an die Taliban gefallen. Das bestätigten drei Provinzräte der Deutschen Presse-Agentur. Die strategisch wichtige Stadt liegt weniger als 150 Kilometer von der Hauptstadt Kabul entfernt. Damit haben die militanten Islamisten die mittlerweile zehnte Provinzhauptstadt in weniger als einer Woche unter ihre Kontrolle gebracht.

Gasni hat etwa 180 000 Einwohner. Die Satdt liegt an der Ringstraße, die die größten Städte des Landes verbindet. Aufgrund ihrer Nähe zu Kabul hatten die Taliban bereits öfter versucht, diese einzunehmen. Seit etwa Mitte Juli hielten sie bereits zwei Polizeibezirke der Stadt. Im Sommer 2018 hatten mehr als 1000 Taliban-Kämpfer bei einem Großangriff auf die Stadt mehr als 100 Polizisten und Soldaten und rund 20 Zivilisten getötet.

Zwei Provinzräte machten dem Gouverneur der gleichnamigen Provinz Vorwürfe. Er habe ein geheimes Abkommen mit den Taliban geschlossen und so die Stadt praktisch an die Islamisten ausgeliefert. Der Gouverneur habe Gasni-Stadt in Richtung Kabul verlassen, hieß es. Wenig später teilte das Innenministerium mit, der Gouverneur und mehrere seiner Mitarbeiter seien in der Provinz Wardak, die zwischen Gasni und Kabul liegt, festgenommen worden.

Erorberungen auch in anderen Landesteilen

Auch in anderen Landesteilen konnten die Taliban Fortschritte erzielen. In der bereits gefallenen Provinzhauptstadt Schiberghan im Norden nahmen sie den Flughafen ein. Yar Mohammad Chan, der Sohn des Ex-Warlords Abdul Raschid Dostum, der sich mit seinen Milizen und weiteren Sicherheitskräften dorthin zurückgezogen hatte, sei mit einem Flieger nach Masar-i-Scharif gebracht worden, sagten zwei Provinzräte. Was mit den anderen Soldaten und Polizisten geschah, war zunächst unklar. Mit dem Fall des Flughafens gebe es kein Gebiet in der gesamten Provinz Dschausdschan mehr, das die Regierung halte.

Provinzräte in der wichtigen Stadt Kandahar bestätigten, dass die Taliban das Gefängnis der Stadt erobert hätten. Die Islamisten griffen zudem in der Nacht zu Donnerstag erneut die Provinzhauptstadt Kala-e Nau im Nordwesten sowie ein Gebiet etwas außerhalb von Masar-i-Scharif im Norden an.

© dpa-infocom, dpa:210812-99-814632/4

@ dpa.de

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