Tiere, Umwelt

Sie sehen putzig aus, sind aber umstritten: Waschbären sind in immer mehr Regionen Deutschlands heimisch.

19.04.2017 - 07:02:07

«Rasante Ausbreitung» - Waschbären breiten sich weiter aus. Sie räubern aber auch Eier geschützter Vögel.

Berlin an. Die aus Nordamerika stammenden Kleinbären kommen inzwischen in 43 Prozent der teilnehmenden Reviere vor.

Das geht aus einer Verbandsauswertung von Daten der Jahre 2006 bis 2015 hervor. Der DJV beruft sich auf Daten aus 24.000 Jagdrevieren. Beobachtet worden seien etwa 40 Prozent der bejagbaren Fläche.

Schwerpunktmäßig kommen die Tiere heute in einem Band vor, das von Hessen bis in den Nordosten Deutschlands reicht. Waren einst Hessen und Brandenburg Waschbär-Hochburgen, so sind die Tiere nun auch in der Mehrheit der Reviere in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen.

In der Jagdsaison 2015/16 seien mit rund 128.000 Exemplaren so viele Waschbären wie noch nie von Jägern erlegt worden, hieß es. Der DJV fordert angesichts einer «rasanten Ausbreitung» und zum Schutz der heimischen Artenvielfalt eine flächendeckende Bejagung - auch mit Hilfe öffentlicher Mittel, etwa in Form von Zuschüssen für Fallen.

Auch bei anderen Einwanderern wie Marderhund und Mink beobachten Jäger eine Ausbreitung - allerdings in geringerem Ausmaß als beim Waschbär. Der Marderhund sei in rund einem Viertel der Jagdbezirke nachgewiesen, der Mink in 7 Prozent. Die Lebensräume liegen vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Aus Sicht der Deutschen Wildtier Stiftung kommt es mit Waschbären lokal zu Problemen, weil sie sich etwa über Nester ohnehin schon gefährdeter Vögel hermachen. Zudem können sie gut schwimmen und geschickt klettern und mit ihren schmalen Tatzen selbst in Baumhöhlen nach Nestern greifen. Zum Schutz von Artenschutzprojekten befürworte auch die Stiftung eine intensive Bejagung, sagte Geschäftsführer Hilmar Freiherr von Münchhausen. Er sprach sich zudem für bundesweit einheitliche Regelungen zur Bejagung aus. 

Wie viele Waschbären, Minks und Marderhunde in Deutschland leben, ist unbekannt. Die Zahlen ließen sich seriös auch nicht schätzen, hieß es beim DJV. Die DJV-Daten aus dem Wildtier-Informationssystem der Länder sind aus Sicht der Wildtier Stiftung die besten verfügbaren.

Das Vorkommen von Waschbär und Co. in Deutschland geht auf Aussetzungen und Ausbrüche aus Pelzfarmen zurück. Die EU-Kommission hatte Waschbären im vergangenen Sommer auf eine Liste unerwünschter Tier- und Pflanzenarten gesetzt. Deren Ausbreitung soll in Europa bekämpft werden.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Habeck: Bund bei Schweinepest in der Verantwortung. «Der Bund muss eine steuernde Funktion ausüben», sagte Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister der dpa. «Schon bei der Geflügelpest neigte der Bund zu der Haltung: Das sollen mal die Länder und Kreise machen.» Als konkrete Maßnahmen nannte er, Importe von Futtermitteln und Wurst aus Krisengebieten auszusetzen und Lastwagen an der Grenze zu reinigen. Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in Osteuropa immer schneller aus. Kiel - Grünen-Chef Robert Habeck hat die Bundesregierung aufgefordert, bei der Abwehr der drohenden Afrikanischen Schweinepest Verantwortung zu übernehmen. (Politik, 24.02.2018 - 08:04) weiterlesen...

Neue Studie - Von wegen wild: Pferdegeschichte wird umgeschrieben. Doch eine neue Studie zeigt: Echte Wildpferde sind sie nicht. In den Steppen der Mongolei leben seit einigen Jahren wieder Exemplare der fast ausgestorbenen Przewalski-Pferde. (Wissenschaft, 23.02.2018 - 07:06) weiterlesen...

Schonzeit aufgehoben - Bundesregierung verstärkt Vorkehrungen gegen Schweinepest. Die Politik baut Vorsorgemaßnahmen aus - und wappnet sich schon mal mit Regeln für einen möglichen Krisenfall. Viele Landwirte haben die Sorge, dass die Schweinepest nach Deutschland kommen könnte. (Politik, 21.02.2018 - 13:32) weiterlesen...

Schonzeit aufgehoben - Bundesregierung verstärkt Vorsorge gegen Schweinepest. Die Politik baut Vorsorgemaßnahmen aus - und wappnet sich schon mal mit Regeln für einen möglichen Krisenfall. Viele Landwirte haben die Sorge, dass die Schweinepest nach Deutschland kommen könnte. (Politik, 21.02.2018 - 13:22) weiterlesen...

Bundesregierung verstärkt Schutz gegen Schweinepest. Dafür soll unter anderem die Schonzeit für das Jagen von Wildschweinen aufgehoben werden, die Überträger des Erregers sein können, wie eine vom Kabinett beschlossene Verordnung vorsieht. Bisher ist die Jagd auf Schwarzwild nur von Mitte Juni bis Ende Januar erlaubt. Die für Menschen ungefährliche Erkrankung verläuft bei Haus- und Wildschweinen fast immer tödlich. Einen Impfstoff gibt es nicht. Berlin - Die Bundesregierung verstärkt die Vorkehrungen gegen eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland. (Politik, 21.02.2018 - 13:12) weiterlesen...

Zum ersten Mal - Mini-Dumbo: Tiefsee-Oktopus beim Schlüpfen gefilmt. Forscher haben beobachtet, wie so ein Tier aus dem Ei schlüpft. Bonn - Die beiden großen Flossen von Dumbo-Oktopussen wirken wie die riesigen Ohren von Disneys gleichnamigem Elefanten. (Wissenschaft, 19.02.2018 - 18:10) weiterlesen...