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Konflikte, Energie

Seit Monaten forscht die Türkei vor den Küsten Zyperns nach Erdgas.

26.08.2020 - 17:52:07

Zypern-Türkei-Konflikt - Nach Erdgasforschungen: Umfangreiche Manöver vor der Küste. Dagegen geht das Land nun mit internationaler Unterstützung vor.

Nikosia - Frankreich, Griechenland und Zypern haben am Mittwoch im Westen Zyperns umfangreiche Manöver in der Luft und zur See begonnen. An diesen nehmen neben drei griechischen F-16-Kampfbombern auch drei französische Kampfjets des Typs Rafale teil. Die Flugzeuge operieren vom Flughafen Paphos im Westen Zyperns aus. Wie der zyprische Staatsrundfunk (RIK) weiter berichtete, sollen am Freitag auch eine französische sowie eine italienische Fregatten zu diesem Manöver dazu stoßen.

Die Militärübungen gelten als Reaktion auf die türkischen Forschungen nach Erdgas, die ohne die Genehmigung der international anerkannten Regierung in Nikosia westlich und östlich von Zypern seit Monaten stattfinden. Die spektakuläre französische Militärpräsenz in Zypern hängt mit der Entdeckung von unterseeischen Erdgasvorkommen südlich von Zypern zusammen. Das französische Energieunternehmen Total ist an den Erkundungen beteiligt.

Diese Erdgasvorkommen haben zu schweren Spannungen zwischen Ankara und Nikosia geführt. Die Türkei erkennt Zypern nicht an und lehnt die Suche nach Erdgas vor einer Lösung der Zypernfrage und ohne die Zustimmung der türkischen Zyprer ab. Im Norden Zyperns wurde mit türkischer Hilfe eine Türkische Republik Nordzypern eingerichtet, die international nicht anerkannt, aber von türkischen Truppen geschützt wird.

«Gemeinsam mit unseren zypriotischen, griechischen und italienischen Partnern beginnen wir heute eine militärische Übung mit Mitteln in der Luft und auf See», schrieb Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly auf Twitter. Für Frankreich seien drei Rafale-Flugzeuge, eine Fregatte und ein Hubschrauber beteiligt. «Die Achtung des Völkerrechts muss die Regel und nicht die Ausnahme sein», so Parly. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gilt in der EU als Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Unterdessen hat Griechenland seine Hoheitsgewässer von bislang sechs auf zwölf Seemeilen ausgedehnt. Dies gelte jedoch nur für das Seegebiet im Westen des Landes (Ionisches Meer), teilte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Mittwoch im Parlament mit. Gleichzeitig kündigte Mitsotakis an, dass Athen zu einem Dialog mit der Türkei über die Festlegung des Festlandsockels sowie der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer bereit sei. «Die Provokationen stoppen, der Dialog beginnt», gab Mitsotakis im Parlament als Motto zur Überwindung der Streitigkeiten aus.

Athen versucht mit der begrenzten Ausdehnung seiner Hoheitsgewässer nur im Westen Ankara nicht zu provozieren. Das türkische Parlament hatte im Jahr 1995 eine Ausdehnung der griechischen Hoheitsgewässer in der Ägäis als Kriegsgrund für die Türkei erklärt. Sollte Griechenland seine Hoheitsgewässer in der Ägäis ausdehnen, würde dieses Meer wegen der zahlreichen griechischen Inseln quasi zu einem griechischen See.  

© dpa-infocom, dpa:200826-99-316444/4

@ dpa.de