Energie, Klima

Seit Donnerstag halten die Aktivisten im Hambacher Forst die Rettungskräfte auf Trab.

16.09.2018 - 13:18:06

Räumung von Baumhäusern - Tausende Demonstranten fordern Erhalt des Hambacher Forstes. Zwei Braunkohlegegner verschanzten sich in einem Schacht, Tausende kamen zu Demonstrationen. Und noch sind nicht alle Baumhäuser geräumt.

  • Hambacher Forst - Foto: Christophe Gateau

    Eine Aktivistin, die im Hambacher Forst auf einem Baumhaus war, wird von der Polizei in Gewahrsam genommen. Foto: Christophe Gateau

  • Hambacher Forst - Foto: Henning Kaiser

    Ein Räumpanzer und ein Wasserwerfer der Polizei stehen einsatzbereit am Rand des Tagebau Hambach. Foto: Henning Kaiser

  • Hambacher Forst - Foto: Henning Kaiser

    Polizeifahrzeuge stehen in der Nähe des Tagebau Hambach. Im Hintergrund ist ein Braunkohlebagger zu sehen. Foto: Henning Kaiser

Hambacher Forst - Foto: Christophe GateauHambacher Forst - Foto: Henning KaiserHambacher Forst - Foto: Henning Kaiser

Kerpen - Mehrere tausend Demonstranten haben am Sonntag am Hambacher Forst gegen die geplante Rodung des uralten Waldes demonstriert. Die Braunkohlegegner forderten auch einen schnellen Ausstieg aus der Kohleverstromung.

Die Polizei sprach von mehr als 2000 Demonstranten. Beobachter vor Ort schätzten die Zahl auf mehrere tausend.

Viele hundert Autos aus zahlreichen Städten säumten die Wege, wie ein dpa-Reporter berichtete. Der Wald, in dem Einsatzkräfte weiter Baumhäuser der Umweltaktivisten räumten, wurde von der Polizei abgesperrt. Die Demonstranten konnten nur über Äcker und Wege am Rande des Waldes laufen. Einige von ihnen trugen junge Bäume mit sich, die sie in bereits gerodetem Gebiet anpflanzen wollten.

Zuvor hatte die Polizei bei der Räumungsaktion 34 Braunkohlegegner festgenommen. Dabei seien am Samstag neun von ihnen leicht verletzt worden, teilte die Polizei Aachen in der Nacht mit.

Darüber hinaus seien 62 Platzverweise erteilt worden. Einsatzkräfte der Grubenwehr konnten am frühen Sonntagmorgen zu zwei in einem Schacht verschanzten Aktivisten vordringen. Diese seien überzeugt worden, freiwillig herauszukommen, teilte die Feuerwehr Kerpen am Sonntagmorgen mit. Beide Aktivisten seien gesund.

Zuvor mussten die Retter den Schacht wegen Einsturzgefahr sichern. Außerdem blockierten noch einige von den Aktivisten angelegte Sperren den Weg. In den frühen Morgenstunden hatten die Einsatzkräfte dann Sichtkontakt mit den Braunkohlegegnern. Nach Angaben der Polizei hielten sie sich in zwei Aushöhlungen auf, die in vier und zehn Meter Tiefe in den Schacht eingebaut waren.

Seit Beginn der Räumung am Donnerstag wurden bis Samstagnachmittag nach Angaben der Polizei 13 von rund 50 Baumhäusern geräumt und beseitigt, in denen sich die Aktivisten verschanzen. Während der Nacht war die Polizei nur mit wenigen Beamten vor Ort. Zu einer Mahnwache an der Zufahrtsstraße L257 kamen zwischenzeitlich 300 Braunkohlegegner, in den frühen Morgenstunden waren es noch etwa 15.

Am Sonntagmorgen gegen 7.00 Uhr sollte die Räumung der Baumhäuser fortgesetzt werden. Der Energiekonzern RWE will im Herbst weite Teile des Hambacher Forsts abholzen, um weiter Braunkohle baggern zu können. Der Wald gilt als Symbol des Widerstands gegen die Kohle und die damit verbundene Klimabelastung.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

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