Kriminalität, Medien

Schwierige Ermittlungen in Bulgarien: Internationale Organisationen und Regierungen fordern schnelle Aufklärung des Mordes an einer TV-Moderatorin.

09.10.2018 - 17:44:05

Festgenommener wieder frei - Suche nach Mörder von bulgarischer Moderatorin geht weiter. Zwar gab es nun eine Festnahme, gegen den Mann besteht bisher aber kein Tatverdacht.

Sofia - Nach dem Mord an der bulgarischen TV-Moderatorin Wiktorija Marinowa hat es eine erste Festnahme gegeben. Es handele sich um einen Rumänen ukrainischer Abstammung, der vorerst nicht tatverdächtig sei.

Er sei am Dienstag in der Donaustadt Russe, wo die 30-Jährige ermordet worden war, vernommen worden. «Es wird sein Alibi geprüft», erläuterte der regionale Polizeichef, Teodor Atanassow, laut einem Bericht des bulgarischen Staatsradios.

Auch weitere Personen würden befragt, berichtete das Staatsfernsehen. Die Polizei prüft seit Samstag sowohl berufliche als auch persönliche Gründe für den Mord an Marinowa.

Die Leiche der Moderatorin war am Samstag in einem Park am Donauufer in Russe entdeckt worden. Marinowa war dort joggen gegangen. Sie hatte in der letzten Ausgabe ihrer neuen Sendung «Detektor» einen Investigativjournalisten aus Rumänien und einen aus Bulgarien zu Gast. Die beiden recherchieren über angeblichen Betrug mit EU-Fördergeldern in Bulgarien. Das EU-Betrugsbekämpfungsamt Olaf wertet derzeit die Informationen aus Bulgarien aus.

Die bulgarischen Ermittler arbeiten unter einer enormen Belastung: Die bürgerlich-nationalistische Regierung in Sofia wurde international aufgefordert, den Mord rasch aufzuklären. Der Fall Marinowa wurde zudem zum Politikum in Sofia. Die oppositionellen Sozialisten forderten von der Regierung und den zuständigen Behörden «Taten zur Aufdeckung des Motivs und der Ausführer des Verbrechens». Die Ermittlung wird durch das tiefe Misstrauen vieler Bulgaren gegenüber den Behörden zusätzlich belastet.

Nachdem es bereits am Montag Gedenkandachten mit Kerzen für Marinowa gab, wurde für Dienstagabend ein Crosslauf im Park am Donauufer in Russe angesagt. Dort wurde die 30-Jährige Mutter einer sieben Jahre alten Tochter vergewaltigt und erwürgt.

@ dpa.de

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