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Kriminalität, Berlin

Schreck am Freitagnachmittag.

31.07.2020 - 19:24:08

Vier Männer auf der Flucht - Banküberfall in Berlin-Neukölln: SEK durchsucht Karstadt. In einer Bankfiliale in Berlin-Neukölln versuchen Unbekannte einem Geldtransporter-Fahrer Geld zu entreißen und verteilen Reizgas. Es ist ein Überfall mit vielen offenen Fragen.

Berlin - Sie flüchteten wahrscheinlich mit einem Auto. Vier Männer haben am Freitagnachmittag in Berlin-Neukölln eine Bankfiliale im Kaufhaus am Hermannplatz überfallen, wie Polizeisprecher Thilo Cablitz vor Ort mitteilt.

Die Täter drangen demnach in die Filiale ein und versprühten Reizgas. Die Feuerwehr behandelt elf Verletzte. Vier von ihnen kommen ins Krankenhaus, um dort ambulant behandelt zu werden. Die Verletzten sollen Bankkunden sein.

Die Lage ist zunächst etwas unübersichtlich. Um 13.30 geht der Notruf bei Polizei und Feuerwehr ein.

Inzwischen ist klar: Die Täter sind offensichtlich ohne Beute entkommen. Sie seien am Nachmittag in eine Postbank-Filiale eingedrungen und hätten versucht «einer Person» Geld zu entreißen, die zu einer Geldtransporter-Besatzung gehörte, teilte Polizeisprecher Thilo Cablitz am Abend mit. Dabei setzten die Räuber demnach auch Reizgas ein. Er berief sich jetzt auf neueste Ermittlungen des Landeskriminalamtes.

Das traditionsreiche Warenhaus wird mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Mehr als ein Dutzend Polizeiwagen fahren auf. Beamte mit schusssicheren Westen postieren sich. Spezialkräfte durchsuchen das Gebäude. Es gab widersprüchliche Angaben von Zeugen. Einige wollen gesehen haben, das Räuber in das mehrstöckige Kaufhaus geflüchtet seien, andere sagen, nach draußen. Von einer akuten Gefahr geht die Polizei nicht aus.

Der Polizeisprecher äußert sich nicht zu der Frage, ob kriminelle Mitglieder stadtbekannter Großfamilien als Täter vermutet werden. «Wir ermitteln in alle Richtungen.»

Nach den Räubern und dem Fluchtwagen wird gefahndet. «Wir haben Täterbeschreibungen», sagt Cablitz. Herausbekommen hat die Polizei auch, dass Kennzeichen und Fahrzeug nicht übereinstimmen.

Hinter den Absperrungen stehen Schaulustige. Der Verkehr staut sich an diesem heißen Nachmittag in Berlin. Doch in den Geschäften gegenüber vom Eingang hat niemand etwas gesehen. «Es war überraschend ruhig», sagt eine Kiosk-Mitarbeiterin. Sie habe erst mit der Ankunft der Polizei davon mitbekommen.

Viele Mitarbeiter des Kaufhauses sitzen indes nebenan und essen Eis, auch die haben nichts mitbekommen. «Wir wissen nur, dass wir geräumt wurden.»

© dpa-infocom, dpa:200731-99-999265/4

@ dpa.de