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Klima, Demonstrationen

Rund 450 Aktionen planen die Aktivisten von Fridays for Future an diesem Freitag allein in Deutschland - zwei Tage vor der Bundestagswahl.

24.09.2021 - 16:26:07

Fridays for Future - Thunberg: Deutschland einer der größten Klima-Bösewichte. Doch es gibt auch Kritik an dem «Klimastreik».

  • Demonstration von Fridays for Future in Berlin - Foto: J?rg Carstensen/dpa

    Tausende Menschen nehmen an einer Demonstration der Bewegung ?Fridays for Future? vor dem Bundestag in Berlin teil. Foto: J?rg Carstensen/dpa

  • Fridays for Future - Foto: J?rg Carstensen/dpa

    Greta Thunberg nimmt in Berlin am Klimaprotest teil. Foto: J?rg Carstensen/dpa

  • Demonstration von Fridays for Future in K?ln - Foto: Federico Gambarini/dpa

    Annalena Baerbock (M), Parteivorsitzende und Kanzlerkandidatin von B?ndnis 90/Die Gr?nen, schaut bei der Demonstration von "Fridays for Future" in K?ln vorbei. Foto: Federico Gambarini/dpa

  • Demonstration von Fridays for Future in Hamburg - Foto: Markus Scholz/dpa

    Demonstranten halten auf der Klimastreikdemonstration von "Fridadys For Future" Buchstaben, die die Worte "STOP SUV" bilden, in die H?he. Foto: Markus Scholz/dpa

  • Demonstration von Fridays for Future in M?nchen - Foto: Sven Hoppe/dpa

    Tausende Menschen nehmen an einer Demonstration zum globalen Klimastreik in M?nchen teil. Foto: Sven Hoppe/dpa

  • Fridays for Future - Foto: Markus Scholz/dpa

    Klare Botschaft in Hamburg:??Make Love Not CO2?. Foto: Markus Scholz/dpa

  • Fridays for Future - Foto: Markus Scholz/dpa

    Jan Delay sorgt in Hamburg f?r die musikalische Unterst?tzung. Foto: Markus Scholz/dpa

  • Greta Thunberg - Foto: J?rg Carstensen/dpa

    Steht in Berlin im Fokus: die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Foto: J?rg Carstensen/dpa

Demonstration von Fridays for Future in Berlin - Foto: J?rg Carstensen/dpaFridays for Future - Foto: J?rg Carstensen/dpaDemonstration von Fridays for Future in K?ln - Foto: Federico Gambarini/dpaDemonstration von Fridays for Future in Hamburg - Foto: Markus Scholz/dpaDemonstration von Fridays for Future in M?nchen - Foto: Sven Hoppe/dpaFridays for Future - Foto: Markus Scholz/dpaFridays for Future - Foto: Markus Scholz/dpaGreta Thunberg - Foto: J?rg Carstensen/dpa

Berlin - Die schwedische Initiatorin von Fridays for Future, Greta Thunberg, hat Deutschland kurz vor der Bundestagswahl als «einen der größten Klima-Bösewichte» bezeichnet.

«Deutschland ist der viertgrößte Kohlenstoffdioxid-Emittent in der Geschichte, und das bei einer Bevölkerung von 80 Millionen Menschen», sagte Thunberg am Freitag vor dem Bundestag. «Deutschland ist objektiv gesehen einer der größten Klima-Bösewichte.»

In ihrer Rede, die von Applaus und Zustimmung begleitet wurde, forderte sie eine Veränderung des «Systems». Man könne sich aus der Krise nicht «herausinvestieren, bauen oder kaufen», so Thunberg. «Und je länger sie so tun, als könnten wir die Krise innerhalb des heutigen Systems lösen, desto mehr Zeit verlieren wir.»

Tausende Demonstrantinnen und Demonstranten versammelten sich am Freitag auf der Wiese vor dem Reichstag, auch die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer sprach. Sie kritisierte die Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD) für ihre Klimapolitik. «Einen Sommer lang musste sich Olaf Scholz anhören, dass sein durchgeknallter Plan, Kohle bis 2038 laufen zu lassen, zum Scheitern verurteilt ist», sagte Neubauer. «Wir haben die Parteien dazu gezwungen, einen Sommer lang über Klimapolitik zu reden, obwohl ihre Programme dafür nicht ausreichen und das wissen sie auch selbst. Kein Wunder, dass Sie dann lügen müssen, Herr Laschet.»

Thunberg verließ später gemeinsam mit Neubauer unter Polizeischutz den Platz vor dem Reichstagsgebäude, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Zuvor hatten drei Männer die Klimaaktivistin bedrängt und beleidigt.

In ganz Deutschland waren laut Fridays for Future mehr als 450 Aktionen geplant, darunter große Kundgebungen in Hamburg, München, Köln und Freiburg. Die Demonstrationen sind Teil des internationalen Aktionstags für mehr Klimaschutz vor der Bundestagswahl.

Unter den größtenteils jungen Demonstranten in Berlin waren auch viele Schüler, die an dem Tag einen Schulstreik ausriefen. Eine Gruppe von Kindern aus der 3. bis 6. Klasse hielt Transparente hoch und rief im Sprechchor: «Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut». Der zehnjährige Sasha sagte: «Wir wollen nicht, dass die Welt kaputt geht und mit Plastik voll ist.» Auf Plakaten standen Slogans wie: «Oma, was ist ein Schneemann?» oder «Die Natur verhandelt nicht».

Unter dem Motto «Alle fürs Klima» haben sich dem Protest nach Angaben von Fridays for Future auch zivilgesellschaftliche Organisationen wie Umweltverbände und Kirchen angeschlossen. Darüber hinaus sollen sich auch mehr als 4000 Unternehmen beteiligen. Die letzte weltweite Protestaktion war am 19. März dieses Jahres.

Die Bundesregierung verwies unterdessen auf Fortschritte im Klimaschutz. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag in Berlin, die Regierung habe ihre Anstrengungen verstärkt, um neue Klimaziele zu erreichen. Es gebe eine neue Dynamik sowohl in Deutschland als auch auf europäischer Ebene. Es seien vielerlei Prozesse im Gang, die von der neuen Bundesregierung mit Überzeugung und Konsequenz weitergeführt werden müssten.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe wiederholt betont, wie wichtig es sei, dass sich Menschen für den Klimaschutz einsetzen. Die Bewegung Fridays for Future habe «natürlich etwas erreicht».

© dpa-infocom, dpa:210924-99-337705/16

@ dpa.de