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Demonstrationen, Extremismus

Rund 17.000 Menschen demonstrieren in der Hauptstadt gegen die Corona-Auflagen.

01.08.2020 - 16:42:09

Etwa 17.000 Teilnehmer - Polizei will Berliner Anti-Corona-Demonstration auflösen. In der Politik stößt das auf wenig Verständnis.

  • Demonstration - Foto: Annette Riedl/dpa

    Aus Protest gegen die Einschränkungen in der Corona-Krise wollen in Berlin Tausende Menschen auf die Straße gehen. Foto: Annette Riedl/dpa

  • Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Berlin - Foto: Christoph Soeder/dpa

    Demonstrationszug auf der Friedrichstraße in Berlin. Foto: Christoph Soeder/dpa

Demonstration - Foto: Annette Riedl/dpaDemonstration gegen Corona-Maßnahmen in Berlin - Foto: Christoph Soeder/dpa

Berlin - Die Polizei will die Kundgebung von Gegnern staatlicher Corona-Auflagen in Berlin auflösen. Die Veranstalter seien nicht in der Lage, die Hygienemaßnahmen einzuhalten, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Entsprechende Maßnahmen würden vorbereitet.

Zuvor hatten die Veranstalter die Demonstration für beendet erklärt, nachdem die Polizei Anzeige erstattet hatte. «Aufgrund der Nichteinhaltung der Hygieneregeln wurde eine Strafanzeige gegen den Leiter der Versammlung gefertigt», hieß es auf Twitter.

Zum Zeitpunkt der Auflösung hatte der Zug sein Ziel nahe des Brandenburger Tores bereits erreicht. Die Polizei ging «in der Spitze» von etwa 17.000 Teilnehmenden aus. «Eine exorbitant höhere Zahl, die laut verschiedener Tweets durch uns genannt worden sein soll, können wir nicht bestätigen.»

Trotz steigender Infektionszahlen machten sich die Demonstranten für ein Ende aller Auflagen stark. Nach Polizeiangaben wurden dabei die Hygienevorgaben wie Abstand und Mund-Nasen-Schutz nicht eingehalten. Die Polizei ging dagegen mit kommunikativen Maßnahmen wie Lautsprecherdurchsagen oder Einzelansprachen vor.

Menschen mit Mund-Nasen-Schutz wurde aus dem Protestzug «Masken weg» entgegengerufen. Zu größeren Zwischenfällen kam es zunächst nicht. An mehreren Stellen wurden Protestzug und Gegendemonstranten von Polizeieinheiten abgeschirmt. Gegendemonstranten unter dem Motto «Omas gegen rechts» riefen dem Zug «Nazis raus» entgegen, der Spruch schallte als Echo zurück.

Bei den Demonstranten waren Ortsschilder und Fahnen verschiedener Bundesländer zu sehen. Ihrem Unmut über die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus machten die Menschen mit Trillerpfeifen und Rufen nach «Freiheit» oder «Widerstand» Luft. Auch Parolen wie «Die größte Verschwörungstheorie ist die Corona-Pandemie» waren zu hören.

Das Motto der Demonstration lautete «Das Ende der Pandemie - Tag der Freiheit». Den Titel «Tag der Freiheit» trägt auch ein Propagandafilm der Nazi-Ikone Leni Riefenstahl über den Parteitag der NSDAP 1935. In Stuttgart hat die Initiative «Querdenken 711» bereits wiederholt demonstriert.

Unverständnis für die Demo gab es von politischer Seite. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken schrieb auf Twitter: «Tausende #Covidioten feiern sich in #Berlin als "die zweite Welle", ohne Abstand, ohne Maske. Sie gefährden damit nicht nur unsere Gesundheit, sie gefährden unsere Erfolge gegen die Pandemie und für die Belebung von Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft. Unverantwortlich!» Brandenburgs CDU-Landtagsfraktionschef Jan Redmann schrieb auf Twitter: «Wieder 1000 Neuinfektionen/Tag und in Berlin wird gegen Coronaauflagen demonstriert? Diesen gefährlichen Blödsinn können wir uns nicht mehr leisten.»

© dpa-infocom, dpa:200801-99-04333/8

@ dpa.de