Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Mittelbayerische Zeitung

Regensburg - Handelsvertr?ge zwischen Staaten und / oder Gemeinschaften sind eigentlich ein gutes Zeichen.

28.04.2021 - 22:07:16

Abkommen mit Bauchschmerzen / Die Umsetzung des Brexit-Handelspakts wird mit dem unseri?sen Premier Boris Johnson schwierig. Leitartikel von Reinhard Zweigler. Wenn Handelshemmnisse fallen, wenn technische und soziale Standards vereinbart werden, dann f?rdert das den bilateralen Handel und die Verst?ndigung zwischen den Partnern. Beim Brexit-Handelspakt liegen die Dinge anders.

Regensburg - Handelsvertr?ge zwischen Staaten und/oder Gemeinschaften sind eigentlich ein gutes Zeichen. Wenn Handelshemmnisse fallen, wenn technische und soziale Standards vereinbart werden, dann f?rdert das den bilateralen Handel und die Verst?ndigung zwischen den Partnern. Beim Brexit-Handelspakt liegen die Dinge anders. Der nach einer qu?lend langen Prozedur vom EU-Parlament nun endlich abgesegnete Vertrag besiegelt den Abschied des Vereinten K?nigreiches aus der Europ?ischen Union. Die Briten sind endg?ltig drau?en. Ein Drittland, wie es im EU-Sprech hei?t.

Freilich haben die Parlamentarier aus den 27 Mitgliedsl?ndern dem mehrere hundert Seiten dicken Handels- und Kooperationsabkommen nur unter erheblichen Bauchschmerzen zustimmen k?nnen. Doch der Druck war gewaltig und die Alternative w?re noch dramatischer gewesen. Denn w?re dieser Vertrag nicht zustande gekommen, h?tte es zum 1. Mai wirklich noch den v?llig ungeregelten, den von vielen bef?rchteten "harten Brexit" gegeben. V?llig kopflos wird sich die Abtrennung Gro?britanniens von der Staatengemeinschaft auf dem alten Kontinent, der Ausstieg aus Binnenmarkt und Zollunion dann doch nicht vollziehen.

Freilich kann in der EU nun niemand aufatmen. Das neue Kapitel in der langen Brexit-Story seit dem denkbar knappen Ausstiegs-Referendum im Juni 2016 lautet nun: Wie wird dieser Handelspakt umgesetzt? Das gr??te Risiko dabei hei?t Boris Johnson. Dass der Londoner Premier und Brexit-Befeuerer die Ratifizierung durch das EU-Parlament als stabilen Anker f?r die Beziehungen zwischen wichtigen Handelspartnern, Verb?ndeten und souver?n Gleichgestellten feierte, kann man getrost als Lippenbekenntnis abtun. Es war Johnson - mit seiner Regierung - der noch vor dem offiziellen Inkrafttreten des Handelspakts dessen Tragf?higkeit austestete. Will hei?en, in Londons Sinne auslegte, man k?nnte auch sagen: den Handelsvertrag brach, bevor er ?berhaupt offiziell angenommen worden war. Seit Januar galt der Handelspakt, der erst kurz vor Weihnachten in trockene T?cher gekommen war, nur vorl?ufig.

Das Problem ist, dass Johnson bei den ehemaligen EU-Partnern leider ganz und gar nicht das Ansehen eines ehrlichen Kaufmanns genie?t. Vom britischen Premier w?rde wohl niemand ohne Bedenken einen Gebrauchtwagen kaufen. Zu wankelm?tig, zu trickreich agiert der Brite, der seine Karriere als EU-kritischer Journalist just in Br?ssel und Stra?burg begann, bevor er in die Politik zu den britischen Konservativen, den Torys, wechselte.

Den Ausstieg aus der ungeliebten europ?ischen Gemeinschaft hatte nicht einmal die legend?re "Eiserne Lady" Margaret Thatcher wahr gemacht. Sie sicherte Gro?britannien vielmehr Sonderrabatte bei den EU-Mitgliedsbeitr?gen. Johnson dagegen ist ein Polit-Hasardeur, der sein politisches Schicksal ganz mit dem Brexit verbunden hat. Dass sich seine Versprechungen von einer bl?henden, weil unabh?ngigen, britischen Wirtschaft nicht erf?llen, blendet er geflissentlich aus. Doch bereits jetzt sind die Folgen dramatisch. Die britischen Exporte in die EU brachen um 40 Prozent ein. Umgekehrt sanken die Ausfuhren aus den EU-L?ndern um ein F?nftel. Es herrscht Unsicherheit allerorten und Chaos an den Grenzen. Derzeit sieht es auch nicht danach aus, dass London den Zankapfel Nordirland, das einen Sonderstatus genie?t und weiter de facto als EU-Gebiet gilt, wie vereinbart umsetzen will. London sperrt sich dagegen, wirkliche Zollkontrollen in der Irischen See vorzunehmen, um etwa keine Dumping-Produkte aus Drittstaaten in die EU gelangen zu lassen. Dem Jonglieren Johnsons mit dem Vertrag muss die EU nun Einigkeit und auch H?rte entgegensetzen.

Pressekontakt:

Mittelbayerische Zeitung Redaktion Telefon: +49 941 / 207 6023 nachrichten@mittelbayerische.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/62544/4901956 Mittelbayerische Zeitung

@ presseportal.de