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Mittelbayerische Zeitung

Regensburg - Greta Thunberg, Gesicht und Stimme der weltweiten Bewegung von zumeist jungen Leuten fĂŒr mehr Klimaschutz, hat es nicht bis zur gestrigen Eröffnung der 25.

02.12.2019 - 22:06:20

Mittelbayerische Zeitung: Warten auf den grĂŒnen Deal / Ursula von der Leyen könnte auf dem Weltklimagipfel in Madrid einen wichtigen Impuls geben. Das dĂŒrfte teuer werden - birgt aber auch eine Chance. Von Reinhard Zweigler. Weltklimakonferenz in Madrid geschafft.

Regensburg - Greta Thunberg, Gesicht und Stimme der weltweiten Bewegung von zumeist jungen Leuten fĂŒr mehr Klimaschutz, hat es nicht bis zur gestrigen Eröffnung der 25. Weltklimakonferenz in Madrid geschafft. Doch auch ohne die populĂ€re Schwedin werden Tausende Umweltaktivisten der Konferenz Beine machen, protestieren, Straßen blockieren, stĂ€rkere Klimaziele fordern. Das große Treffen von Vertretern aus nahezu allen Staaten der Erde findet in einer dramatischen Situation statt: Die ErderwĂ€rmung schreitet rasant voran, schneller als das bisherige Szenarien prognostizierten. Da sind sich Wissenschaftler, quer ĂŒber LĂ€nder und Kontinente hinweg, einig. Auf der anderen Seite nehmen sich die Maßnahmen der meisten LĂ€nder viel zu kleinkariert aus. Auf diesem ambitionslosen Pfad jedenfalls wird das Ziel nicht zu erreichen, der Temperaturanstieg auf die Marke von 1,5 bis zwei Grad zu begrenzen. Darauf hatte sich die Weltgemeinschaft vor vier Jahren in Paris geeinigt. Die Horrorszenarien von noch mehr klimabedingten VerĂ€nderungen, extremen DĂŒrren, Überschwemmungen, einem steigenden Meerespegel und Millionen KlimaflĂŒchtlingen nehmen Gestalt an. Die Vorboten haben uns lĂ€ngst erreicht. Gleichwohl gibt es fĂŒr Madrid Hoffnungen. Zwar trabt der einstige Klima-Vorreiter Deutschland hinterher, doch mit einem Paukenschlag könnte die EU dem mĂŒden Prozess zur Rettung des Weltklimas neuen Schwung verleihen. Insofern setzen viele auf den Auftritt der neuen BrĂŒsseler KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen. Sie ist schließlich mit dem Versprechen eines "grĂŒnen Deals" angetreten. Ihre Kommission will wesentlich mehr fĂŒr den Klimaschutz tun. Nun muss die Christdemokratin liefern, etwa indem sie ehrgeizigere EU-KlimaschutzplĂ€ne, eventuell eine europaweite CO2-Grenzsteuer, vorlegt und die notwendigen Maßnahmen gegen die ErderwĂ€rmung dazu gleich mit. Man wird doch mal trĂ€umen dĂŒrfen. Es geht um nicht weniger als um die Frage, wie die Menschheit weiter auf unserem blauen Planeten wird leben können. Aber freilich ist es auch innerhalb der EU ein verdammt mĂŒhsames GeschĂ€ft, eine halbwegs ambitionierte Klimapolitik hinzubekommen. Polen und auch Tschechien setzen weiter hartnĂ€ckig auf das Verfeuern der eigenen Kohle. Auch fĂŒr andere OsteuropĂ€er rangieren verbindliche CO2-Minderungsziele weit unten auf der politischen Agenda. Erst einmal mĂŒsse man wirtschaftlich vorankommen. Frankreich wiederum verweist auf seine Kernkraft und glaubt, damit klimapolitisch aus dem Schneider zu sein. Das ungelöste Problem der Endlagerung lĂ€sst Paris geflissentlich außen vor. Auch Spanien, das als Veranstalter der Klimakonferenz kurzfristig fĂŒr das von Protesten geschĂŒttelte Chile einsprang, ist kein klimapolitischer MusterschĂŒler. Im Gegenteil. Von der Leyen muss eindringlich dafĂŒr werben, dass möglichst viele Staaten ihre nationalen KlimaschutzbeitrĂ€ge bis zum nĂ€chsten Klimatreffen 2020 in Glasgow krĂ€ftig erhöhen. Sie schĂ€tzte die Kosten fĂŒr den Schutz des Klimas schon mal auf die gigantische Summe von einer Billion Euro. Das Problem ist, je lĂ€nger wir warten, desto schwieriger und teurer wird es, die ErwĂ€rmung auch nur halbwegs zu begrenzen. Und selbst wenn die EU-Staaten nur einen vergleichsweise geringen Anteil am weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen haben - Spitzenreiter sind weiterhin die USA und China - kommt es doch sehr darauf an, ob und wie die hoch technisierten Volkswirtschaften auf dem alten Kontinent vorangehen. Deutschland ist noch Exportweltmeister bei Umwelttechnologien, aber andere Nationen holen krĂ€ftig auf. Klimaschutz ist nicht nur eine gigantische Herausforderung, sondern auch eine riesige Chance. In Madrid braucht es mehr als endloses Palaver und wohlfeile AbsichtserklĂ€rungen.

Pressekontakt: Mittelbayerische Zeitung Redaktion Telefon: +49 941 / 207 6023 nachrichten@mittelbayerische.de

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