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Mittelbayerische Zeitung

Regensburg - Bootsfrau, Feldwebelin, Oberstleutnantin - das Verteidigungsministerium besch?ftigt sich derzeit mit weiblichen Dienstgradbezeichnungen.

15.09.2020 - 21:22:12

Mitten im Minenfeld / Von Dagmar Unrecht. Diskutiert wird dar?ber schon l?nger, zu einer Entscheidung kam es bisher nie. Aus gutem Grund, denn das Thema ist heikel. Bef?rworter wie Gegner haben starke Argumente.

Regensburg - Bootsfrau, Feldwebelin, Oberstleutnantin - das Verteidigungsministerium besch?ftigt sich derzeit mit weiblichen Dienstgradbezeichnungen. Diskutiert wird dar?ber schon l?nger, zu einer Entscheidung kam es bisher nie. Aus gutem Grund, denn das Thema ist heikel. Bef?rworter wie Gegner haben starke Argumente. Doch am Ende ist die Debatte um weibliche Dienstgrade nur eine Phantomdiskussion: Die Truppe hat ganz andere Probleme. Von den Frauen im Verteidigungsausschuss kommt bisher wenig Zuspruch f?r die ?nderungspl?ne. Auch der Bundeswehrverband lehnt das Vorhaben ab: "Wenn unsere Kameradinnen mehrheitlich Dienstgrade mit einer weiblichen Endung wollten, w?re das sicher eine gute Idee", wird Verbandschef Andr? W?stner im "Spiegel" zitiert. Tats?chlich kenne der Verband aber nur Frauen, die eine solche ?nderung ablehnten, so W?stner weiter. Auf Twitter machen aktive Soldatinnen derzeit gegen die Gender-Pl?ne mobil. Vor zwanzig Jahren hat der Europ?ische Gerichtshof entschieden, dass Frauen zum Dienst an der Waffe zugelassen werden m?ssen. Liegt es da nicht nahe, nach all der Zeit endlich weibliche Funktionsbezeichnungen einzuf?hren? Entscheidend sollte allein die Akzeptanz bei den Betroffenen sein, also bei den rund 22 000 Frauen in der Bundeswehr. Von ihnen muss der Wunsch nach geschlechtsspezifischen Benennungen mehrheitlich getragen werden. Ob das auch so ist, sollte das Verteidigungsministerium unbedingt kl?ren - zum Beispiel per Abstimmung unter den Soldatinnen. Es w?re fatal, dar?ber fernab der Truppe an einem Schreibtisch zu entscheiden. Schaut man in einhellige Foren, so ?u?ern sich Soldatinnen eher kritisch zu den Pl?nen. Das Hauptargument: Ein gemeinsamer Dienstgrad trennt nicht, sondern eint. Gegenderte Funktionsbezeichnungen w?rden dagegen Unterschiede in einer naturgem?? uniformen Gemeinschaft manifestieren. Es gehe darum, so die Argumentation, mit den bestehenden Begriffen selbstverst?ndlich alle Geschlechter zu meinen. Allein der Zusatz "Frau" in der Anrede gen?ge, um dem weiblichen Geschlecht gerecht zu werden, ist da zu lesen. Derzeit liegt der Frauenanteil in der Bundeswehr bei rund zw?lf Prozent. Viel Luft nach oben also. Ob gegenderte Dienstgrade die Attraktivit?t der Bundeswehr f?r Frauen erh?hen? Eine Studie aus dem Jahr 2014, vorgelegt vom Zentrum f?r Milit?rgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, l?sst daran zumindest Zweifel aufkommen. Eine gro?e Mehrheit sowohl der befragten M?nner als auch der Frauen sprach sich darin f?r einheitliche Dienstbezeichnungen aus. Mit Sprache kann man Respekt und Wertsch?tzung ausdr?cken - oder auch vermissen lassen. Es ist nicht egal, wie wir jemanden ansprechen, weil es ausdr?ckt, wie wir ihm oder ihr begegnen. Wer weibliche Dienstgrade einf?hrt, muss daf?r sorgen, dass diese nicht unfreiwillig komisch klingen oder in der Truppe sogar negativ konnotiert sind. Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Hohn und Spott w?ren das Letzte, was Soldatinnen brauchen. Die Gleichbehandlung von M?nnern und Frauen in der Bundeswehr voranzutreiben und einen respektvollen Umgang miteinander zu f?rdern und fordern, ist wichtig. Unbestritten ist aber auch, dass f?r Frauen wie f?r M?nner in erster Linie eine vern?nftige Ausr?stung das A und O ist. Mangelverwaltung macht allen in der Truppe das Leben schwer - das f?ngt bei fehlenden Schutzwesten an und reicht bis hin zu schlecht zielenden Waffen und nicht einsatzbereiten Kampfflugzeugen. Angesichts dessen auf eine sprachliche Sonderbehandlung von Frauen zu dringen, die die Soldatinnen selbst nicht unbedingt wollen, erweckt den Eindruck, dass damit das Pferd von hinten aufgez?umt wird. Wenn statt verdienter Wertsch?tzung nur Wortklauberei ?brig bleibt, geht der Schuss nach hinten los.

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