Deutschland, Russland

Putin droht mit einem möglichen Einsatz von Atomwaffen in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine.

17.10.2022 - 10:02:09

Lambrecht: Russische Atomdrohungen ernst nehmen. Das sei kein Bluff, sagt die Verteidigungsministerin.

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hat davor gewarnt, Russlands Drohungen mit einem Atomwaffen-Einsatz im Ukraine-Krieg als Bluff abzutun. Man müsse diese Drohungen ernst nehmen, «aber ernst nehmen bedeutet nicht, sich davon lähmen zu lassen, sondern genau zu beobachten», sagte Lambrecht am Montag im ZDF-«Morgenmagazin». Einen wichtigen Beitrag dazu leisteten Übungen wie das am Montag beginnende Nato-Manöver «Steadfast Noon» zur Verteidigung des europäischen Bündnisgebiets mit Atomwaffen.

Es sei ein Gebot der Stunde, genau zu schauen, ob solche Manöver so abliefen wie geplant und welche Schlüsse daraus gezogen werden könnten. Offen ließ Lambrecht die Frage, ob die Bundeswehr auch Szenarien eines Atomwaffenangriffs auf Deutschland durchspiele. Die Bundeswehr sei hier in das Nato-Bündnis und dessen Abstimmungen eingebunden, etwa beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister vergangene Woche in Brüssel. «Das sind eben auch Entscheidungen, die dann auch aus strategischen Gründen geheim bleiben sollten.»

Ohne scharfe Waffen

An der Übung «Steadfast Noon» werden nach Bündnisangaben in den kommenden zwei Wochen bis zu 60 Flugzeuge beteiligt sein. Schauplatz soll besonders der Luftraum über Belgien, Großbritannien und der Nordsee sein. Auch die Bundeswehr ist beteiligt. Die Nato betont, «Steadfast Noon» sei keine Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und es kämen keine scharfen Waffen zum Einsatz.

In der Sendung «Frühstart» bei RTL/ntv sagte Lambrecht, Deutschland werde sich «sehr prominent» an der EU-Mission zur Ausbildung ukrainischer Soldaten beteiligen. «Wir sind da ganz vorn mit dabei, denn wir haben ja schon gezeigt, dass wir ukrainische Soldaten sehr gut ausbilden.» Dabei gehe es nicht nur um Spezialisten. «Wir haben bisher Spezialkräfte ausgebildet (...), aber wir richten uns da auch nach dem Bedarf in der Ukraine.»

@ dpa.de

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