Demonstrationen, Energie

Proteste gegen Gaspreise - Von Russland geführtes Militärbündnis hilft Kasachstan

05.01.2022 - 23:20:11

Proteste gegen Gaspreise - Von Russland geführtes Militärbündnis hilft Kasachstan. Bei landesweiten Protesten in der autoritär geführten Republik Kasachstan gibt es Tote und Verletzte. Präsident Tokajew bittet das Ausland um Hilfe - und bekommt prompt eine Antwort.

  • Proteste in Kasachstan - Foto: Vladimir Tretyakov/AP/dpa

    Polizeibeamte halten einen Mann w?hrend einer Demonstration in Almaty fest. Foto: Vladimir Tretyakov/AP/dpa

  • Ausschreitungen - Foto: Vladimir Tretyakov/AP/dpa

    Bereitschaftspolizei in Almaty baut eine Stra?ensperre auf. Foto: Vladimir Tretyakov/AP/dpa

  • Protest vor dem Rathaus - Foto: Yan Blagov/AP/dpa

    Rauch steigt vor dem Rathaus in der Stadt Almaty auf. Foto: Yan Blagov/AP/dpa

  • Spuren der Proteste - Foto: Vladimir Tretyakov/AP/dpa

    Ein Geb?ude der Polizei in Almaty ist besch?digt worden. Foto: Vladimir Tretyakov/AP/dpa

  • Demonstranten - Foto: Vladimir Tretyakov/AP/dpa

    Polizei und Demonstranten stehen sich in der Innenstadt von Almaty gegen?ber. Foto: Vladimir Tretyakov/AP/dpa

  • Auseinandersetzunge mit der Polizei - Foto: Vladimir Tretyakov/AP/dpa

    Demonstranten versuchen, einen Polizeibus zu blockieren. Foto: Vladimir Tretyakov/AP/dpa

  • Kasachische F?hrung - Foto: Uncredited/Kazakhstan's Presidential Press Service/AP/dpa

    Kasachstans Pr?sident Kassym-Jomart Tokajew h?lt eine Fernsehansprache. Foto: Uncredited/Kazakhstan's Presidential Press Service/AP/dpa

  • Putin - Foto: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

    Russlands Pr?sident Wladimir Putin sagt Kasachstan Hilfe zu. Foto: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Proteste in Kasachstan - Foto: Vladimir Tretyakov/AP/dpaAusschreitungen - Foto: Vladimir Tretyakov/AP/dpaProtest vor dem Rathaus - Foto: Yan Blagov/AP/dpaSpuren der Proteste - Foto: Vladimir Tretyakov/AP/dpaDemonstranten - Foto: Vladimir Tretyakov/AP/dpaAuseinandersetzunge mit der Polizei - Foto: Vladimir Tretyakov/AP/dpaKasachische F?hrung - Foto: Uncredited/Kazakhstan's Presidential Press Service/AP/dpaPutin - Foto: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Almaty - Angesichts der Unruhen in Kasachstan in Zentralasien schreitet ein von Russland geführtes Militärbündnis ein.

Die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit werde auf Anfrage Kasachstans Friedenstruppen schicken, schrieb der armenische Premierminister Nikol Paschinjan in der Nacht bei Facebook. Armenien ist ebenfalls Mitglied in dem Militärbündnis. Die Soldaten sollten für einen begrenzten Zeitraum entsandt werden, «um die Lage in dem Land zu stabilisieren und zu normalisieren».

Kasachstans Präsident Kassym-Jomart Tokajew hatte zuvor das Militärbündnis um Hilfe gebeten. Bei den am Wochenende ausgebrochenen Unruhen handele es sich «nicht um eine Bedrohung, sondern um eine Untergrabung der Integrität des Staates», sagte er.

Kasachischen Behördenangaben zufolge sind bereits mindestens acht Polizisten und Soldaten getötet worden. Mehrere kasachische Telegram-Kanäle veröffentlichten in der Nacht Videos, die militärisches Vorgehen gegen Demonstranten auch im Stadtgebiet der Wirtschaftsmetropole Almaty zeigen sollen. Auf den Aufnahmen sind Schussgeräusche zu hören sowie schreiende Menschen.

Der für Angelegenheiten ehemaliger Sowjetrepubliken zuständige Ausschussvorsitzende der russischen Staatsduma, Leonid Kalaschnikow, hatte bereits Unterstützung signalisiert. Russland sei zur Hilfe verpflichtet, dafür sei das Bündnis gegründet worden, sagte er der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Dem Bündnis gehören Russland, Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan an.

Militär schreitet ein

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Kasachstan schritt das Militär eingeschritten. «Terroristische Banden» hätten sich in der Großstadt Almaty einen Kampf mit Fallschirmjägern geliefert, sagte Präsident Kassym-Jomart Tokajew in der Nacht zum Donnerstag in einer Fernsehansprache.

Der Flughafen der Stadt im Südosten der autoritär geführten Republik sei «befreit» worden, berichteten kasachische Medien unter Berufung auf den stellvertretenden Bürgermeister von Almaty, Erschan Babakumarow. Es habe eine «Spezialoperation» begonnen. Am Mittwochnachmittag hatte eine Menschenmenge Medien zufolge den Airport besetzt. Mehrere Fluggesellschaften strichen daraufhin Flüge nach Almaty.

Bei den am Wochenende ausgebrochenen Unruhen handele es sich «nicht um eine Bedrohung, sondern um eine Untergrabung der Integrität des Staates». Die beispiellosen Proteste in Kasachstan, bei der laut Behörden bislang mindestens acht Polizisten und Soldaten getötet wurden, waren aus Unmut über deutlich gestiegene Preise für Flüssiggas an den Tankstellen ausgebrochen. Viele Kasachen tanken Flüssiggas, weil es billiger ist als Benzin.

Die Ex-Sowjetrepublik wurde in eine schwere politische Krise gestürzt. Am Mittwoch trat die Regierung zurück. Im ganzen Land wurde der Ausnahmezustand verhängt. Besonders heftige Ausschreitungen gab es in Almaty. In der Wirtschaftsmetropole stürmten Demonstranten etwa die Stadtverwaltung und die Residenz Tokajews. In Kasachstan, das über Jahrzehnte von Machthaber Nursultan Nasarbajew regiert wurde, handelt es sich um die größte Protestwelle seit Jahren.

Das Land mit mehr als 18 Millionen Einwohnern grenzt unter anderem an Russland und China. Es ist reich an Öl- und Gasvorkommen. Die Republik ist auch einer der größten Uranproduzenten der Welt. Trotzdem kämpft Kasachstan mit Misswirtschaft und Armut. Wie viele Tausend Menschen sich an den Protesten beteiligten, war unklar. Zwischezeitlich wurde das Internet abgeschaltet - vermutlich, um neue Versammlungen zu erschweren. Mehrere Fernsehsender stellten den Betrieb ein.

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