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Neue Osnabr?cker Zeitung

Osnabr?ck - Sanktionen nach Giftanschlag auf Nawalny? Wagenknecht warnt in scharfer Form vor "Heuchelei" Linken-Politikerin verweist auf Auspeitschungen und K?pfungen in Saudi-Arabien und Drohnen-Angriffe der USA Osnabr?ck.

06.09.2020 - 14:27:27

Sanktionen nach Giftanschlag auf Nawalny? Wagenknecht warnt in scharfer Form vor Heuchelei

Osnabr?ck - Sanktionen nach Giftanschlag auf Nawalny? Wagenknecht warnt in scharfer Form vor "Heuchelei"

Linken-Politikerin verweist auf Auspeitschungen und K?pfungen in Saudi-Arabien und Drohnen-Angriffe der USA

Osnabr?ck. Die Linksfraktion im Bundestag warnt in scharfer Form vor Heuchelei in der Diskussion um Sanktionen nach dem Giftanschlag auf den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny. Die fr?here Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht erkl?rte gegen?ber der "Neuen Osnabr?cker Zeitung", wer mit Verweis auf Nawalny ein Aus f?r die Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 fordere, m?sse alle anderen Rohstofflieferanten Deutschlands nach den gleichen Kriterien bewerten und auch da Konsequenzen verlangen. "Alles andere ist Heuchelei."

Wagenknecht betonte, einen Oppositionspolitiker mit dem Nervengift Nowitschok zu vergiften, sei ein abscheuliches Verbrechen. "Aber selbst wenn der Kreml daf?r verantwortlich sein sollte (wof?r es bisher keine Belege gibt), ist es auch nicht abscheulicher, als Oppositionelle zu k?pfen oder zu Tode zu peitschen, wie es in Saudi-Arabien, von dem wir ?l beziehen, g?ngige Praxis ist. Es ist auch nicht abscheulicher, als unschuldige Zivilisten mit Drohnen zu zerfetzen, wie es die Vereinigten Staaten, die uns ihr Fracking-Gas liefern, in weit mehr als tausend F?llen getan haben."

In Berlin fordern immer mehr Politiker einen Stopp der Bauarbeiten an Nord Stream 2 oder drohen damit, darunter neben Vertretern der Union und der Gr?nen auch Bundesau?enminister Heiko Maas. "Ich hoffe jedenfalls nicht, dass die Russen uns zwingen, unsere Haltung zu Nord Stream 2 zu ?ndern", sagte Maas der "Bild am Sonntag". Maas r?umte allerdings auch ein, dass ein Stopp der fast fertig gebauten Pipeline auch deutschen und europ?ischen Firmen schaden w?rde: "Wer das fordert, muss sich der Konsequenzen bewusst sein. An Nord Stream 2 sind mehr als 100 Unternehmen aus zw?lf europ?ischen L?ndern beteiligt, etwa die H?lfte davon aus Deutschland."

Nawalny wird seit dem 22. August in der Berliner Charit? behandelt, nachdem er zwei Tage zuvor w?hrend eines Fluges in Russland zusammengebrochen war. Die Bundesregierung hat erkl?rt, dass Nawalny "zweifelsfrei" mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der sogenannten Nowitschok-Gruppe vergiftet worden sei. Mit ihren EU-Partnern ber?t sie bereits ?ber m?gliche Sanktionen gegen Russland. Die Regierung in Moskau bestreitet indessen eine Verwicklung Russlands in die Vergiftung des 44 Jahre alten Oppositionellen.

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