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Wahlen, Parlament

Oslo - Die sozialdemokratische Arbeiterpartei ist einer ersten Hochrechnung zufolge stärkste Kraft bei der Parlamentswahl in Norwegen geworden.

13.09.2021 - 21:40:04

Hochrechnung: Sozialdemokraten bei Norwegen-Wahl stärkste Kraft. Die Partei um ihren Vorsitzenden Jonas Gahr Støre kam demnach am Montagabend zunächst auf etwa 26 Prozent der Stimmen, die Konservativen der amtierenden Ministerpräsidentin Erna Solberg auf etwa 20 Prozent.

Bleibt es dabei, würde das für die beiden Parteien jeweils Verluste im Vergleich zur letzten Parlamentswahl vor vier Jahren bedeuten - jedoch deutlich höhere aufseiten von Høyre. Mehrere kleinere Parteien konnten dagegen zulegen, ebenso die Zentrumspartei des dritten Kandidaten für das Amt des Regierungschefs, Trygve Slagsvold Vedum: Sie lag zunächst bei etwa 14 Prozent, womit sie auf Platz drei und knapp zwei Prozentpunkte vor der rechtspopulistischen Fortschrittspartei lag.

Die Umfragen vor der Wahl hatten seit längerem auf einen Regierungswechsel in dem Nicht-EU-Land hingedeutet. Um eine Mehrheit im 169 Sitze großen norwegischen Parlament Storting bilden zu können, wird der künftige Regierungschef allerdings auf mehrere Koalitionspartner angewiesen sein.

Den hochgerechneten Zahlen zufolge könnte es für eine knappe Mehrheit eines als am wahrscheinlichsten geltenden Mitte-links-Bündnisses reichen, das aus den Sozialdemokraten sowie der Zentrumspartei und der Sozialistischen Linkspartei besteht. Erreicht dieses Dreigestirn dies nicht, dann könnte Støre auch auf die Unterstützung der Grünen (etwa 4 Prozent) und der Roten Partei (etwa 5 Prozent) angewiesen sein.

Aber auch Minderheitsregierungen sind in Skandinavien keine Seltenheit. In Dänemark und Schweden zum Beispiel regieren Støres sozialdemokratische Parteikollegen Mette Frederiksen und Stefan Löfven ebenfalls ohne klare eigene Mehrheit. Auch Solberg führt Norwegen seit Anfang 2020 mit einer Minderheitsregierung, nachdem die Rechtspopulisten aus der Koalition ausgetreten waren.

Knapp 3,9 Millionen Norwegerinnen und Norweger waren bei der Wahl zur Stimmabgabe aufgerufen gewesen. Knapp 1,65 Millionen Wählerinnen und Wähler hatten bereits vorzeitig abgestimmt - das entsprach mehr als 42 Prozent aller Wahlberechtigten. Auf diesen Stimmen und einem mathematischen Modell basierten auch die ersten Hochrechnungen. Mit einem vorläufigen Wahlergebnis wird am Dienstag gerechnet.

@ dpa.de

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