Kriminalität, Prozesse

Oldenburg - Der mutmaßliche Serienmörder und Ex-Krankenpfleger Niels Högel hat aus Sicht der Staatsanwaltschaft nur sehr bedingt dazu beigetragen, die ihm vorgeworfenen 100 Morde aufzuklären.

16.05.2019 - 10:30:05

Patientenmörder vor Gericht - Staatsanwältin: Geständnisse von Högel glaubwürdig

Der Angeklagte habe sich eines Lügenmodells bedient, Vorgänge bestritten und nur mit zunehmender Beweislast nach und nach Taten eingeräumt, sagte Oberstaatsanwältin Daniela Schiereck-Bohlmann am Donnerstag vor dem Landgericht Oldenburg zum Auftakt ihres Plädoyers. Es gebe aber keine grundsätzlichen Zweifel an der Glaubhaftigkeit der von Högel abgelegten Geständnisse.

Högel hatte in dem Prozess 43 der 100 Taten eingeräumt und 5 bestritten. An die übrigen konnte er sich nach eigenen Angaben nicht erinnern. Er schloss aber nicht aus, diese Patienten getötet zu haben. Schiereck-Bohlmann wollte in ihrem vermutlich mehrere Stunden dauernden Plädoyer auf jeden einzelnen Fall eingehen. «Allein die Aussage "Größter Serienmörder der Geschichte" reicht nicht aus, ihn zu verurteilen», sagte die Oberstaatsanwältin auch mit Blick auf die Medienberichterstattung.

Der 42-jährige Högel muss sich seit Ende Oktober 2018 vor dem Gericht verantworten. Er soll seine 34 bis 96 Jahre alten Opfer in den Jahren 2000 bis 2005 an den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst mit verschiedenen Medikamenten zu Tode gespritzt haben. Wegen des Todes von sechs Patienten auf der Delmenhorster Intensivstation war der Deutsche bereits 2015 zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Familienmörder von Gunzenhausen legt Revision ein. Der Bundesgerichtshof wird das Urteil überprüfen, hieß es vom Landgericht Ansbach. Es hatte den 31 Jahre alten Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Die Kammer zeigte sich davon überzeugt, dass der Mann Mitte Juni vergangenen Jahres in der ehemaligen Familienwohnung in Gunzenhausen seine von ihm getrennt lebende 29-jährige Ehefrau, seine neun und sieben Jahre alten Söhne sowie seine drei Jahre alte Tochter im Schlaf überrascht und mit Messerstichen getötet habe. Ansbach - Der Familienmörder von Gunzenhausen hat Revision eingelegt. (Politik, 24.05.2019 - 12:50) weiterlesen...

Mordversuch mit Gift im Essen - zehneinhalb Jahre Haft. Das Landgericht München verurteilte die 74-Jährige außerdem wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft hatte ihr vorgeworfen, ihrem Ehemann Frostschutzmittel in den Kartoffelsalat gemischt zu haben. Nach Ansicht der Ermittler wollte sie an das Erbe ihres Mannes. Der heute 82-Jährige überlebte die Tat. München - In einem Prozess um vergiftetes Essen ist eine Frau zu zehneinhalb Jahren Haft wegen versuchten Mordes verurteilt worden. (Politik, 23.05.2019 - 11:02) weiterlesen...

Demonstrationen nach Urteil im Köthen-Prozess. Etwa 180 Teilnehmer einer rechtsgerichteten Spontandemonstration, darunter 70 bis 80 bekannte Rechtsextreme, gingen in Richtung des Tatorts, an dem im September ein 22-Jähriger zu Tode gekommen war. Das sagte Oberbürgermeister Bernd Hauschild. Für eine Gegendemonstration des Bündnisses «Dessau Nazifrei» versammelten sich zunächst rund 25 Menschen am Bahnhof der Stadt in Sachsen-Anhalt. Laut Polizei gab es keine Zwischenfälle. Köthen - Nach dem Urteil im Prozess um den Tod eines jungen Mannes sind in Köthen Rechte und Gegendemonstranten auf die Straße gegangen. (Politik, 19.05.2019 - 18:58) weiterlesen...