Unwetter, Karibik

Noch tobt «Florence» über dem Atlantik, doch bald soll der Sturm an der Südostküste der USA auf Land treffen.

12.09.2018 - 15:04:06

5 Millionen Menschen in Gefahr - Mächtiger Hurrikan «Florence» rückt an US-Südostküste heran. Bis zu fünf Millionen Menschen könnten betroffen sein. Die Prognosen der Meteorologen lassen Schlimmes befürchten.

  • Hurrikan Florence - Foto: NASA/AP

    Hurrikan «Florence» auf dem Weg zur US-Ostküste. Foto: NASA/AP

  • Hurrikan «Florence» - Foto: Matt Born/The Star-News/AP

    Ashley DeGroote (l.) und ihr Ehemann Jeff entfernen die Markise am South End Surf Shop in Vorbereitung auf «Florence». Foto: Matt Born/The Star-News/AP

  • Sandsäcke - Foto: Richard Ellis/ZUMA Wire

    Dale Watson lädt Sandsäcke in seinen Truck, um sich auf den Hurrikan «Florence» vorbzubereiten. Foto: Richard Ellis/ZUMA Wire

  • Selbsthilfe - Foto: Mic Smith/FR2 AP

    Anwohner der Isle Of Palms in South Carolina füllen Sandsäcke. Foto: Mic Smith/FR2 AP

  • In Sicherheit - Foto: David Goldman/AP

    Emmett West zieht sein Boot von einem nahe gelegenen Yachthafen, um es in seinem Haus vor Hurrikan «Florence» in Sicherheit zu bringen. Foto: David Goldman/AP

  • Donald Trump - Foto: Susan Walsh/AP

    Donald Trump spricht im Oval Office des Weißen Hauses über Hurrikan «Florence». Foto: Susan Walsh/AP

  • Galgenhumor - Foto: Ken Blevins/The Star-News via AP

    «Hurricane Party» - Galgenhumor auf der Verschalung für das Lokal «Lagerheads Tavern» in Wrightsville Beach. Foto: Ken Blevins/The Star-News via AP

  • Hamsterkäufe - Foto: Ken Blevins/The Star-News/AP

    Menschen kaufen Vorräte in einem Supermarkt ein, bevor Hurrikan «Florence» auf die Ostküste der USA trifft. Foto: Ken Blevins/The Star-News/AP

Hurrikan Florence - Foto: NASA/APHurrikan «Florence» - Foto: Matt Born/The Star-News/APSandsäcke - Foto: Richard Ellis/ZUMA WireSelbsthilfe - Foto: Mic Smith/FR2 APIn Sicherheit - Foto: David Goldman/APDonald Trump - Foto: Susan Walsh/APGalgenhumor - Foto: Ken Blevins/The Star-News via APHamsterkäufe - Foto: Ken Blevins/The Star-News/AP

Miami - Banges Warten auf einen besonders mächtigen Hurrikan an der Südostküste der USA: Der Sturm namens «Florence» bewegte sich am späten Dienstagabend (Ortszeit) in Richtung der Küstenstaaten North und South Carolina, wie das Hurrikan-Zentrum in Miami mitteilte.

Er hat Winde mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 220 Kilometern pro Stunde. Auf Land soll er den Prognosen zufolge am Donnerstagabend (Ortszeit) treffen. Für North und South Carolina sowie den nördlich gelegenen Staat Virginia gab das Zentrum eine Warnung vor lebensbedrohlichen Sturmfluten und Regenfällen aus.

Mehr als eine Million Einwohner entlang eines 400 Kilometer langen Küstengebietes zwischen Charleston in South Carolina und Norfolk in Virginia sollten sich auf Anordnung der Behörden in Sicherheit bringen. Viele folgten offenbar dem Aufruf, denn die Behörden registrierten viel mehr Verkehr als normalerweise üblich, berichtete etwa Brenda Bethune, die Bürgermeisterin des Urlaubsortes Myrtle Beach in South Carolina.

Die Behörden rechneten damit, dass insgesamt bis zu fünf Millionen Menschen ihre Häuser vorübergehend verlassen müssen. Die Prognosen der Meteorologen lassen Schlimmes befürchten: Sie warnen vor extremen Regenfällen, großflächigen Stromausfällen, lebensgefährlichen Sturmfluten und Überschwemmungen. Auf Fotos in US-Medien war zu sehen, wie fieberhaft Häuser verbarrikadiert wurden. US-Fernsehsender zeigten Bilder von leergekauften Supermarktregalen und langen Schlangen vor Tankstellen.

«Florence» gilt als besonders starker Hurrikan. Binnen weniger Stunden war er von der Kategorie zwei auf vier hochgestuft worden und könnte sogar noch nah an die höchste Stufe - Kategorie fünf der Saffir-Simpson-Skala - herankommen, berichtete der US-Sender CNN. Das würde Windgeschwindigkeiten von mehr als 250 Kilometern pro Stunde bedeuten. Das Hurrikan-Zentrum rechnete damit, dass sich «Florence» im Laufe des Mittwochs weiter stärke, am Donnerstag aber an Kraft verlieren könnte.

Besonders gefährlich seien allerdings nicht die Winde des Hurrikans, sondern die Sturmfluten, die er auslöse, zitierte CNN die Nationale Katastrophenschutzbehörde FEMA. «Sturmfluten haben das größte Potenzial, die größte Zahl an Menschen zu töten. Und sie haben das größte Zerstörungspotenzial», hieß es dort. Die erwarteten Regenmassen zwischen 38 und 76 Zentimetern könnten ferner Flüsse über die Ufer treten lassen und Erdrutsche auslösen, warnte das Hurrikan-Zentrum.

Die drei besonders gefährdeten Bundesstaaten South Carolina, North Carolina und Virginia hatten vorsichtshalber bereits am Sonntag den Notstand ausgerufen, um sich für den Sturm zu wappnen. Am Dienstag tat dies die Bürgermeisterin von Washington D.C., Muriel Bower, auch für die US-Hauptstadt. Diese grenzt nördlich an Virginia an.

«Dieser Hurrikan wird sehr stark sein, sogar stärker als das, was man in Jahrzehnten gesehen hat», sagte US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen mit Journalisten im Weißen Haus in Washington. Die Sicherheit seiner Landsleute habe im Moment höchste Priorität. Trump forderte den US-Kongress auf, sich darauf vorzubereiten, eventuell Hilfsgelder zu genehmigen. Wegen des Hurrikans sagte er für Ende der Woche mehrere Wahlkampfauftritte ab.

Weiter südlich im Atlantik bewegt sich der Sturm «Isaac» auf die Karibikinseln zu. Ungefähr 1500 Kilometer östlich von «Isaac» tobt derzeit auch noch Hurrikan «Helene» mit Windgeschwindigkeiten von 175 Kilometern pro Stunde im Atlantik. Wegen seines prognostizierten Nordkurses, der ihn in kältere Gewässer führt, birgt er aber kaum Gefahr, jemals Land zu erreichen.

Die Hurrikan-Saison hatte Anfang Juni begonnen. Die Tropenstürme im Atlantik und Pazifik werden jedes Jahr in alphabetischer Reihenfolge benannt. «Florence» ist damit der sechste in dieser Saison - er hat sich allerdings Zeit gelassen auf seinem Weg an die Küste. Der Sturm «Gordon», der sich erst nach «Florence» gebildet hatte, war bereits Anfang September von Mexiko aus auf die Südküste der USA getroffen und hatte dort gewütet - ein Kind kam ums Leben.

@ dpa.de

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