Gesundheit, Krankheiten

Noch hat die Omikron-Variante nicht die Oberhand in Deutschland.

24.12.2021 - 16:34:07

Neue Coronavirus-Variante - Omikron in Deutschland auf dem Vormarsch. Das kann sich aber schnell ändern. Experten rechnen mit einem deutlichen Anstieg über die Feiertage. Der Gesundheitsminister mahnt.

Berlin - Angesichts der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante haben Bundeskanzler Olaf Scholz und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (beide SPD) erneut zu Vorsicht über die Feiertage aufgerufen.

Der Anteil der Omikron-Fälle werde in den «nächsten Tagen SEHR stark ansteigen», schrieb Lauterbach bei Twitter. «Bitte vermeidet/vermeiden Sie Ansteckungen beim Fest. Sogar Geimpfte sollten sich testen». Scholz schrieb auf Twitter: «Abermals heißt es zu Weihnachten: Kontakte reduzieren. Ich weiß, das fällt gerade jetzt besonders schwer. Aber wenn wir zusammenstehen und uns impfen lassen, kommen wir durch diese Krise.»

Omikron in allen Bundesländern

Inzwischen ist die Omikron-Variante in allen Bundesländern angekommen. Auch wenn der überwiegende Anteil der Infektionen nach wie vor von der Delta-Variante des Coronavirus verursacht wird, ist die Zahl der nachgewiesenen Omikron-Fälle in den letzten Wochen deutlich angestiegen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht schrieb.

RKI-Präsident Lothar Wieler sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: «Die Ausbrüche bei Omikron sind beeindruckend. Sehr viele Menschen, die sich mit einem Infizierten in einem Raum befinden, können sich anstecken. Sehr viele werden auch krank.» Dies sei eine andere Dimension, als sie von Delta bekannt sei. Delta ist die seit Monaten vorherrschende Coronavirus-Variante in Deutschland.

Nach RKI-Angaben wurden bis zum 21. Dezember 441 über eine Genomsequenzierung bestätigte Omikron-Infektionen übermittelt. Bei 1438 Fällen bestehe nach einem spezifischen PCR-Test der Verdacht darauf. In Deutschland wird jedoch nur ein kleiner Teil der positiven Proben auf Omikron hin getestet.

RKI: Bisher milde Verläufe bei Omikron

Zur Omikron-Variante schrieb das RKI in seinem am Donnerstagabend veröffentlichten Wochenbericht weiter: «Bisherige Meldedaten zu Symptomen deuten auf eher milde Verläufe bei Infizierten mit vollständiger Impfung beziehungsweise Auffrischimpfung.» Experten haben allerdings stets betont, dass bei der erwarteten hohen Zahl an Infizierten im Zuge der raschen Omikron-Ausbreitung dennoch eine große Zahl von Menschen gleichzeitig schwerer erkranken werde und im Krankenhaus behandelt werden müsse.

In einem Interview der «Süddeutschen Zeitung» sagte der Virologe Christian Drosten auf die Frage, ob es in Deutschland einen Lockdown brauche, es gelte abzuwarten, «ob und wie die jetzt geltenden und noch einmal nachgezogenen Maßnahmen wirken». Greifen die Kontaktbeschränkungen nicht so wie erhofft, könnte man Beschränkungen in Betracht ziehen, bei denen nur bereits geboosterte Menschen Zugang haben - was er als «1G» bezeichnete.

Zweifach Geimpfte seien zwar auch bei Omikron vor schweren Verläufen geschützt, «aber praktisch nicht gegen eine Infektion», sagte der Virologe der Berliner Charité. Auch die Virus-Weitergabe im Fall einer Ansteckung sei kaum reduziert. «Wer aber kürzlich geboostert ist, trägt wahrscheinlich weniger zur Weiterverbreitung bei und ist merklich gegen die Erkrankung geschützt. Bei Delta mögen 2G und 3G reichen, aber jetzt schreibt Omikron die Regeln.»

© dpa-infocom, dpa:211224-99-494594/8

@ dpa.de

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