Unwetter, Notfälle

Neuschnee könnte die Lage in den sowieso schon völlig verschneiten Regionen von Bayern verschärfen.

13.01.2019 - 14:21:24

Schneechaos nimmt kein Ende - Immer mehr Schnee in den bayerischen Katastrophengebieten. Und bei Tauwetter wird der Schnee noch schwerer. Helfer wollen daher auch heute wieder Dächer freischippen und Straßen räumen.

  • Gesperrt - Foto: Angelika Warmuth

    Ein wegen Lawinengefahr und Baumbruch gesperrter Wanderweg in Süddeutschland. Foto: Angelika Warmuth

  • Schneemassen - Foto: Tobias Hase

    Feuerwehrleute räumen Schnee vom Dach einer Ski-Liftstation in Bayern. Foto: Tobias Hase

  • Kein Durchkommen - Foto: Karl-Josef Hildenbrand

    Ampeln stehen an einer Kreuzung in Schneehaufen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

  • Winter in Bayern - Foto: Karl-Josef Hildenbrand

    Eine Bushaltestelle an einer mit Neuschnee bedeckten Straße in Ruderatshofen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Gesperrt - Foto: Angelika WarmuthSchneemassen - Foto: Tobias HaseKein Durchkommen - Foto: Karl-Josef HildenbrandWinter in Bayern - Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Offenbach - Die Unwetterwarnung vor starken Schneefällen an den Alpen bleibt bestehen. Erst am Dienstag komme es zu einem vorläufigen Ende der andauernden Niederschläge, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit.

Am Alpenrand schneit es am Montag weiter. Aufgrund deutlich milderer Luft komme es zu einem kurzzeitigen Anstieg der Schneefallgrenze, teilte der DWD mit. Bereits im Laufe des Montags falle die Schneefallgrenze aber wieder auf 700 Meter.

Erst am Dienstag komme es zu einem vorläufigen Ende der andauernden Schneefälle. Ab Ende der Woche rechne man aber wieder mit Niederschlägen. Diese seien aber deutlich geringer, sagte DWD-Meteorologe Florian Bilgeri.

An den Alpen brachte die sich kaum verändernde Wetterlage in den vergangenen Tagen erhebliche Neuschneemengen und Schneehöhen von teilweise mehr als drei Metern. «Eine solche Wetterlage gibt es nicht jedes Jahr. In der Regel kommt so etwas alle zehn bis 15 Jahre vor», sagte Bilgeri. Ungewöhnlich sei jedoch, dass in so kurzer Zeit so viel Schnee gefallen sei.

Menschen in den oberbayerischen Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Berchtesgadener Land und Traunstein, wo teilweise seit Tagen der Katastrophenfall gilt, müssen demnach mit zusätzlichen Schneemassen zurechtkommen.

Der Neuschnee führte in der Nacht zum Sonntag in Niederbayern zu zahlreichen Unfällen und Straßensperrungen, Polizei und Feuerwehr verzeichneten deswegen mehr als 150 Einsätze. Wie die Polizei mitteilte, gab es bis zum Morgen 24 Unfälle. Ein Mensch wurde schwer verletzt. Vielerorts stürzten - etwa in den Landkreisen Deggendorf und Straubing-Bogen - Bäume auf die Straßen, weil das Gewicht des Schnees zu groß war. Etliche Straßen seien deswegen nicht passierbar. Bergungsarbeiten sind den Angaben zufolge für die Helfer derzeit zu gefährlich, weil weitere Bäume umstürzen könnten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Samstag angekündigt, 500 weitere Bereitschaftspolizisten in die betroffenen Gebiete zu schicken. Sie sollen vor allem helfen, die Dächer einsturzgefährdeter Gebäude freizuschaufeln. «Es gibt keinen Anlass zur Panik, aber schon zu ernster Besorgnis», hatte Söder bei einem Besuch in Bad Tölz gesagt. Insgesamt sind seinen Angaben nach dann 5000 Kräfte im Einsatz.

In Kempten im Allgäu sperrte die Stadt am Samstagabend wegen der Schneelast vorsorglich elf Sporthallen. Diese sollen bis einschließlich Dienstag geschlossen bleiben, weil durch die angekündigten Niederschläge mit noch höherem Gewicht auf den Dächern zu rechnen sei, teilte ein Sprecher der Stadt am Samstag mit.

@ dpa.de

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