Lützerath, Letzte Generation

Nach der Räumung von Lützerath geht der Protest der Aktivisten weiter.

17.01.2023 - 14:16:18

Lützerath: Demonstranten laufen in Richtung Tagebau. In Köln blockieren sie den Verkehr, in Düsseldorf kleben sie sich an das Innenministeirum. Auch Greta Thunberg taucht nochmal auf.

  • Aktivisten und Kohle-Gegner laufen an der Abbruchkante des Braunkohlentagebaus Garzweiler. - Foto: Federico Gambarini/dpa

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  • Klimaaktivistin Greta Thunberg nahm an einer Protestaktion nach der Räumung von Lützerath teil. - Foto: Federico Gambarini/dpa

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  • Aktivisten der Gruppierung Letzte Generation blockieren eine Straße in Köln. - Foto: Oliver Berg/dpa

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  • Aktivisten besetzen einen Schaufelradbagger im Braunkohletagebau Inden. - Foto: Federico Gambarini/dpa

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Aktivisten und Kohle-Gegner laufen an der Abbruchkante des Braunkohlentagebaus Garzweiler. - Foto: Federico Gambarini/dpaKlimaaktivistin Greta Thunberg nahm an einer Protestaktion nach der Räumung von Lützerath teil. - Foto: Federico Gambarini/dpaAktivisten der Gruppierung Letzte Generation blockieren eine Straße in Köln. - Foto: Oliver Berg/dpaAktivisten besetzen einen Schaufelradbagger im Braunkohletagebau Inden. - Foto: Federico Gambarini/dpa

In der Nähe des abgerissenen Dorfes Lützerath hat sich nach Polizeiangaben eine dreistellige Zahl an Menschen aus einer Demonstration heraus in Richtung Tagebau Garzweiler aufgemacht. Die Menschen stünden am Rand des Tagebaus, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in Aachen. Der Braunkohletagebau hat eine scharfe Abbruchkante, der Aufenthalt dort ist gefährlich und verboten.

Insgesamt hätten sich an der im Erkelenzer Ortsteil Keyenberg gestarteten Demonstration mehrere Hundert Menschen beteiligt, erklärte die Polizei. Nach Angaben einer Sprecherin von «Ende Gelände» scherten aus der Kundgebung zwei Teilnehmergruppen in Richtung Lützerath aus. Eine dritte Gruppe werde nicht weitergelassen.

Unterdessen gelangte jedoch nach Angaben des Energiekonzerns RWE eine Person in den Braunkohletagebau. «Das ist natürlich grob leichtsinnig, was der da macht», sagte ein RWE-Sprecher. Die Person stehe auf einer «Art Treppenabsatz» in der Böschung. Die «Aachener Zeitung» hatte berichtet.

Zuvor hatten Kohle-Gegner ihre Proteste am Morgen an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen fortgesetzt. Im Braunkohletagebau Inden wurde ein Schaufelradbagger besetzt, der daraufhin die Arbeit einstellen musste. Die Polizei Aachen sprach von etwa 20 beteiligten Aktivisten, ein Sprecher des Energiekonzerns RWE von 30 bis 40.

Auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg (20) hält sich nach der Räumung von Lützerath noch in der Region auf. Heute lief sie überraschend bei einer Klimaschutz-Demonstration mit, die im Ort Keyenberg in der Nähe von Lützerath begonnen hatte, wie ein dpa-Fotograf berichtete. Mit einer dicken Mütze auf dem Kopf habe sie sich unter die Demonstranten gemischt. Ein Thunberg-Sprecher erklärte auf Anfrage, dass die Klimaaktivistin noch in der Region sei und «an verschiedenen Aktivitäten» teilnehmen werde.

In der Nähe von Rommerskirchen besetzte nach Polizei- und RWE-Angaben zudem eine Gruppe von etwa 50 Aktivisten Werksbahnschienen zum Kraftwerk Neurath. Nachdem die sich geweigert hätten, die Gleise zu verlassen, seien die Protestierenden weggetragen worden, berichtete ein Sprecher der Polizei Aachen. Der «Aktionsticker Lützerath» vermeldete etwa 130 Blockierer an der Kohlebahn am Kraftwerk Neurath. Gewalttätige Auseinandersetzungen wurden zunächst an keinem Protestort bekannt.

In Köln brachten festgeklebte Klimaaktivisten mit einer Blockade-Aktion den Berufsverkehr massiv ins Stocken. Sie saßen quer auf einer Straße und hielten ein Banner hoch, das auf die Gruppierung Letzte Generation hinwies. Dazu waren gelbe Kreuze zu sehen - die Protest-Symbole gegen den Abriss von Lützerath.

Die Polizei sperrte nach eigenen Angaben Zufahrten und führte den Verkehr vorbei. Drei Personen seien auf der Straße festgeklebt, drei seien bereits weggetragen worden, sagte eine Polizeisprecherin am Morgen. Ein dpa-Fotograf berichtete von einem Stau und wütenden Kommentaren von Autofahrern in Richtung der Aktivisten.

Die Gruppierung Letzte Generation twitterte ein Foto aus Köln und erklärte: «Die Kohle unter #Lützerath muss im Boden bleiben!»

In Düsseldorf klebten sich Klimaaktivisten der Gruppe Extinction Rebellion am NRW-Innenministerium fest. Etwa ein Dutzend Menschen, darunter eine Mutter mit Kind, waren an der Aktion in Düsseldorf beteiligt, wie Sprecher von Polizei und Innenministerium sagten. Sie protestierten gegen die Räumung der Siedlung Lützerath für den Braunkohle-Abbau und forderten den Rücktritt von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) wegen des Polizeieinsatzes dort. Die Aktivisten beklagten Polizeigewalt und Kriminalisierung.

Demonstranten hatten am Samstag in der Nähe des Tagebaus die abgesprochene Demonstrationsroute verlassen und waren in die Richtung der Gegend gezogen, in die das Betretungsverbot gilt. Die Polizei hatte Schlagstöcke, Pfefferspray und Wasserwerfer eingesetzt, um die Menschen zurückzuhalten. Aus den Reihen der Demonstranten waren Steine, Erdklumpen und Pyrotechnik auf die Beamten geworfen worden.

Die Einsatzkräfte der Polizei richteten sich auf mehrere spontane, dezentrale Aktionen ein. Das Aktionsbündnis «Lützerath Unräumbar», zu dem auch Gruppen von Fridays For Future und Letzte Generation gehören, hatte zuvor für heute zu einem gemeinsamen Aktionstag aufgerufen.

@ dpa.de