Unwetter, Luftverkehr

Nach der Hitze kommt der Knall: Gewitter und Sturmb├Âen behindern den Verkehr auf Deutschlands Stra├čen und Schienen sowie in der Luft.

09.08.2018 - 20:36:05

141 Fl├╝ge annulliert - Unwetterfront bremst Flugzeuge, Bahn und Autos aus. Menschen werden verletzt.

  • Flughafen Frankfurt - Foto: Boris Roessler

    Nach 30 Minuten konnten wieder Flugzeuge starten und landen. Foto: Boris Roessler

  • Frankfurter Flughafen - Foto: Frank Rumpenhorst

    Ein Flugzeug startet vom Frankfurter Flughafen in Richtung einer herannahenden Unwetterfront. Foto: Frank Rumpenhorst

  • Wetterradar - Foto: Frank Rumpenhorst

    Thomas Fenske, Schichtleiter im Operativen Kontrollzentrum der Lufthansa, sieht die Unwetterfront auf dem Wetterradar heranziehen. Foto: Frank Rumpenhorst

  • Frankfurter Hauptbahnhof - Foto: ├ťberf├╝llt:┬áDer Frankfurter Hauptbahnhof nach der Einstellung des Zugverkehrs. Foto:┬áBoris Roessler

    ├ťberf├╝llt:┬áDer Frankfurter Hauptbahnhof nach der Einstellung des Zugverkehrs. Foto:┬áBoris Roessler

  • Anzeigetafel - Foto: Boris Roessler

    Eine Anzeigetafel im Frankfurter Hauptbahnhof k├╝ndigt ┬źerhebliche Versp├Ątungen und Zugausf├Ąlle┬╗ an. Foto: Boris Roessler

  • Unwetter in Frankfurt - Foto: Arne Dedert

    Abgeholzt: Sturmsch├Ąden in einer Gr├╝nanlage im Frankfurter Norden. Foto: Arne Dedert

  • Radfahrerin im Regenschauer - Foto: Frank Rumpenhorst

    Endlich Regen! Durch ein gelbes Cape gesch├╝tzt radelt eine Frau w├Ąhrend eines starken Schauers ├╝ber die Hauptwache in der Innenstadt von Frankfurt am Main. Foto: Frank Rumpenhorst

  • Gewitterwolken bei M├╝hlhausen - Foto: Frank May

    Dunkle Wolken ziehen ├╝ber ein Feld bei M├╝hlhausen in Th├╝ringen. Foto: Frank May

Flughafen Frankfurt - Foto: Boris RoesslerFrankfurter Flughafen - Foto: Frank RumpenhorstWetterradar - Foto: Frank RumpenhorstFrankfurter Hauptbahnhof - Foto: ├ťberf├╝llt:┬áDer Frankfurter Hauptbahnhof nach der Einstellung des Zugverkehrs. Foto:┬áBoris RoesslerAnzeigetafel - Foto: Boris RoesslerUnwetter in Frankfurt - Foto: Arne DedertRadfahrerin im Regenschauer - Foto: Frank RumpenhorstGewitterwolken bei M├╝hlhausen - Foto: Frank May

Offenbach - Eine Unwetterfront ist am Donnerstag seit dem Nachmittag von West nach Ost ├╝ber das Land gezogen und hat zu Behinderungen im Bahn-, Flug- und Stra├čenverkehr gef├╝hrt. Die von vielen ersehnten Sommergewitter wirbelten Zehntausenden Menschen die Pl├Ąne durcheinander.

In vielen Regionen wurden im Laufe des Abends noch kr├Ąftige Schauer und Gewitter erwartet, zum Teil mit Sturmb├Âen. Zum Wochenende beruhigt es sich aber wieder.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ist die gro├če Hitze vorerst vorbei - sommerlich warm bleibt es trotzdem. Hoch ┬źKevin┬╗ bringt trockene Luft - au├čer dem S├╝dosten Bayerns und Schleswig-Holstein.

Wegen der Gewitterfront wurde am Donnerstagnachmittag an Deutschlands gr├Â├čtem Flughafen in Frankfurt etwa eine halbe Stunde der Betrieb eingestellt. Bis zum Abend wurden 141 Fl├╝ge annulliert, insgesamt waren f├╝r den ganzen Tag mehr als 1500 Starts und Landungen geplant.

Erst am Dienstag hatte eine Sicherheitspanne am Frankfurter Flughafen Verz├Âgerungen und Dutzende Ausf├Ąlle verursacht. Sp├Ąter stellte sich heraus, dass es blinder Alarm war. Am Freitag fallen erneut Fl├╝ge aus - diesmal wegen des Pilotenstreiks beim irischen Billigflieger Ryanair.

In Bad Vilbel bei Frankfurt l├Âste sich im Wind die Jalousie an einem Caf├ę und verletzte drei Menschen. In Mainz wurde in der Innenstadt eine Frau durch ein losgerissenes Werbebanner im Gesicht verletzt.

Gewittertief ┬źNadine┬╗ brachte in vielen Regionen erhebliche Einschr├Ąnkungen im Bahnverkehr. Wie die Bahn mitteilte, wurde etwa die wichtige ICE-Linie zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet unterbrochen. Mehrere B├Ąume im Gleis bei Rheda-Wiedenbr├╝ck (Nordrhein-Westfalen) sowie eine St├Ârung zwischen Wolfsburg und Hannover (Niedersachsen) f├╝hrten demnach zu Ausf├Ąllen.

In Hessen kam es zu erheblichen Folgeversp├Ątungen, nachdem der Zugverkehr am Frankfurter Hauptbahnhof am Nachmittag f├╝r gut eine Stunde unterbrochen worden war. Gesperrt war auch die Strecke zwischen Frankfurt und Hanau. Durch die Umleitung entstanden Versp├Ątungen von bis zu 90 Minuten.

In Rheinland-Pfalz und im Saarland waren die Trassen Mainz-Koblenz, Mainz-Mannheim sowie Saarbr├╝cken-Forbach betroffen.

Umgest├╝rzte B├Ąume blockierten auch die A3 (Frankfurt-W├╝rzburg) bei Seligenstadt in Hessen. Die Autobahn wurde am Nachmittag in Fahrtrichtung W├╝rzburg komplett gesperrt. Der Verkehr staute sich auf einer L├Ąnge von mehr als 20 Kilometern. Am fr├╝hen Abend wurde der Verkehr in Richtung W├╝rzburg auf einer Spur wieder freigegeben.

An der A4 in Th├╝ringen wirbelte starker Wind am Abend pl├Âtzlich trockene Erde von einem Feld auf, so dass die Sichtweite auf der Autobahn nahe Eisenach vor├╝bergehend weniger als 20 Meter betrug.

Unwetter mit orkanartigen Sturmb├Âen von bis zu 110 Stundenkilometern und Regen erreichten vielerorts auch das bev├Âlkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen sowie Teile Niedersachsens.

Ab dem fr├╝hen Nachmittag bildeten sich bei bis zu 30 Grad die ersten Gewitter, sagte in Essen ein DWD-Sprecher. Die Wetterexperten schlossen auch die Bildung von Tornados nicht aus. Die Regenmengen hielten sich nach Angaben des DWD zun├Ąchst in Grenzen, auch Hagel sei nur vereinzelt aufgetreten. Der Sturm machte sich daf├╝r umso mehr bemerkbar: B├Âen mit 110 Stundenkilometern wurden im Bezirk Arnsberg gemessen, 101 Stundenkilometer in Wuppertal.

Im Osten Deutschlands blieb es zun├Ąchst weitgehend hei├č mit H├Âchsttemperaturen von bis zu 34 Grad. Erst in der Nacht zum Freitag sollten dort Gewitter aufziehen.

Wer wegen der Hitze zuletzt schlecht schlief, kann sich auf die Nacht zum Samstag freuen. Die Temperaturen sinken dann auf 14 bis 7 Grad. Bis auf den Norden und den Nordwesten kommt der Sonnenschein tags├╝ber ├╝berall in Deutschland zur├╝ck. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 23 und 27 Grad. Der Sonntag wird an der See wieder wolkig und regnerisch, im Rest des Landes aber trocken und heiter. Die Temperaturen klettern im Norden auf 22 Grad, im S├╝den auf 31 Grad.

Auch wenn sich die Temperaturen damit wieder auf ein f├╝r Deutschland normales Niveau einpendeln, ist die Hitzewelle noch nicht vorbei. Ein DWD-Meteorologe sagte: ┬źEs kann noch bis in den Oktober hinein hei├če Tage von 30 Grad oder mehr in Deutschland geben.┬╗

@ dpa.de

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