WM, Nationalmannschaft

Nach der Ankunft in Oman müssen sich die Nationalspieler an die WM-Bedingungen anpassen.

15.11.2022 - 15:59:46

Arbeit und Strand: Flick sucht den passenden Mix für Katar. Ein letzter Test soll Sicherheit bringen. Und Fragen beantworten.

  • Gut gelaunt in Maskat: Bundestrainer Hansi Flick beim Training mit dem DFB-Team vor dem letzten WM-Test. - Foto: Christian Charisius/dpa

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  • Thomas Müller pausiert beim Abschlusstraining und zeigt sich optimistisch. Hinter ihm DFB-Direktor Oliver Bierhoff. - Foto: Christian Charisius/dpa

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Gut gelaunt in Maskat: Bundestrainer Hansi Flick beim Training mit dem DFB-Team vor dem letzten WM-Test. - Foto: Christian Charisius/dpaThomas Müller pausiert beim Abschlusstraining und zeigt sich optimistisch. Hinter ihm DFB-Direktor Oliver Bierhoff. - Foto: Christian Charisius/dpaGut gelaunt in Maskat: Bundestrainer Hansi Flick beim Training mit dem DFB-Team vor dem letzten WM-Test. - Foto: Christian Charisius/dpa

Thomas Müller saß auf einer Kühlbox am Spielfeldrand und schaute den WM-Kollegen beim ersten Training in Oman zu. Alles, was dem eigentlichen Anführer der Fußball-Nationalmannschaft im Sultan-Kabus-Stadion blieb, war ein Plausch mit DFB-Direktor Oliver Bierhoff.

Neben Müller fehlte auch Antonio Rüdiger, was 27 Stunden vor dem letzten Probelauf für die Fußball-Weltmeisterschaft am Mittwoch (18.00 Uhr/RTL) gegen die Auswahl des Oman Fragen aufwarf nach der notwendigen Turnierfitness des Duos, dass wegen körperlicher Probleme zuletzt beim FC Bayern und bei Real Madrid auch schon im Ligabetrieb pausiert hatte.

Angreifer Müller und Abwehrchef Rüdiger hätten aber am Vormittag individuell trainiert, wie der DFB mitteilte. Für mehr Aufklärung sollte nach der nur anfangs für Medien geöffneten Trainingseinheit Bundestrainer Hansi Flick in seiner Pressekonferenz sorgen. Dass auch der Frankfurter Rückkehrer Mario Götze sowie die Freiburger Matthias Ginter und Christian Günter nicht mit dem Team trainierten, wurde damit begründet, dass die drei Feldspieler noch kurz zuvor in der Bundesliga aktiv waren und deshalb noch regenerieren sollten.

Schnell den Klimawechsel bewältigen

Ausschlafen, akklimatisieren - und gleich wieder an die Arbeit hieß es für die 20 Akteure im Teamtraining nur 17 Stunden nach der Ankunft in Maskat. Eine WM-Generalprobe wird das 994. DFB-Länderspiel exakt eine Woche vor dem Ernstfall gegen Japan nur bedingt. Denn Flick plant noch nicht mit seiner Wunschelf für den so wichtigen Gruppen-Auftakt gegen Japan exakt eine Woche später in Katar.

Im Luxushotel am Persischen Golf mit allen Annehmlichkeiten wie Pool, Spa und einem Privatstrand durften die bis auf den erkrankten Torwart Marc-André ter Stegen angereisten 25 WM-Akteure erst einmal ein paar Stunden ausspannen. Es gilt, möglichst schnell den Klimawechsel vom deutschen Herbst auf das tagsüber herausfordernde Wüstenwetter sowie die Zeitumstellung von plus drei Stunden zu bewältigen. «Es ist gut, vorher vor Ort zu sein und die Temperaturen anzunehmen, die Tageszeiten anzunehmen. Das war uns wichtig», hatte Flick schon im Vorfeld betont.

Sicherheit beim Testspiel holen

Der Bundestrainer geht natürlich auch im Sultanat voran. In zwei vom Gastgeber mit der Aufschrift «Germany Football Team» beschrifteten Bussen war der DFB-Tross nachts im Quartier eingetroffen. Flick schritt als Erster an ein paar Schaulustigen vorbei und trug seinen Rollkoffer nach einem kurzen «Servus» eine steile Treppe hinauf. Dann verschwand der 57-Jährige ebenso wie der dauerlächelnde Nationalteam-Rückkehrer Götze Richtung Lobby. Die Zeit drängt, ein WM-Turnier mitten in der Saison ist für alle Neuland.

Flick muss genau hinschauen und abwägen, wie er mit seinen Spielern verfährt. «Alle haben viele Spiele in den Beinen. Da ist es wichtig für uns, gerade die ersten Tage zu schauen, wer eventuell eine kleine Pause braucht», schilderte er seine Gedanken. Dauerleister wie Joshua Kimmich, Ilkay Gündogan oder der längst zum großen Turnier-Trumpf emporgeschossene Offensiv-Magier Jamal Musiala könnten gegen Oman auch mal teilweise geschont werden. Sechs Wechsel darf Flick im Verlauf des Freundschaftsspiels vornehmen.

Wichtig ist das zweite Länderspiel gegen Oman - nach einem 2:0-Erfolg im Februar 1998 - aber schon. «Wir haben nur noch ein Testspiel. Da wird es wichtig sein, dass wir uns auch die Sicherheit holen», bemerkte Kapitän Manuel Neuer, der nach seiner Schulterblessur startklar scheint für sein viertes WM-Turnier als Nummer 1 im Tor. Sein langjähriger Weggefährte Müller, der wegen multipler Probleme (Rücken, Hüfte, Adduktoren) wochenlang beim FC Bayern aussetzen musste, ist dagegen aus dem Rhythmus.

Auch Antonio Rüdiger wurde zuletzt bei Real Madrid wegen Hüftproblemen aus dem Wettkampfbetrieb genommen. Es gab aber einen engen Austausch der DFB-Mediziner mit den Real-Doktoren. «Toni ist unser Abwehrchef», sagte Flick zur Bedeutung des 29-Jährigen. Auch deswegen war kein Platz im Kader für Mats Hummels. Der Dortmunder Routinier mit Führungsansprüchen hätte womöglich Rüdigers Gestaltungsraum und dessen Chefrolle beeinträchtigen können, ebenso die Position und den Status von BVB-Kollege Niklas Süle. Im Abwehrzentrum wechseln Trainer während eines Turniers nicht gerne.

Götze-Comeback naht

Im Offensivbereich ist das anders. Darum darf Götze hoffen, nach fünf Jahren ohne Einsatz für Deutschland gleich gegen den Oman sein Länderspiel-Comeback zu feiern und dann auch in Katar eine ihn erfüllende Turnierrolle zu erhalten. Die Form des Final-Helden von 2014 stimmt. «Die letzten Spiele waren auf einem ganz hohen Niveau», lobte Flick.

Vielleicht lässt der Bundestrainer auch den 17-jährigen Dortmunder Moukoko und Bremens spät berufenen Torjäger Niclas Füllkrug (29) gleich bei der ersten Gelegenheit im A-Team debütieren und macht sie damit noch vor dem WM-Start zu vollwertigen Nationalspielern.

Knapp ein Drittel der Deutschen traut Flick und seinem Team in Katar den Einzug ins WM-Halbfinale zu. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor. 20 Prozent der Befragten rechnen allerdings dann im Halbfinale mit dem K.o. im Titelkampf. An den Titelgewinn glauben nur 7 Prozent, 4 Prozent rechnen mit einer Niederlage im Endspiel am 18. Dezember.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Oman: Al-Mukhaini (Al-Buhraimi, Al-Nahda Club/25 Jahre/8 Länderspiele) - Al-Harti (Al-Suwaiq-Club/28/20), Al-Habsi (Al-Seeb Sib/26/22), Al-Khamisi (Al-Suweiq Club/30/19), Al-Kaabi (Al-Buhraimi, Al-Nahda Club/26/14) - Al-Saadi (Al-Suwaiq-Club/32/65) - Al-Yahyaei (Al-Seeb Sib/28/59), Al-Alawi (Al-Kuwait/22/24), Al-Yahmadi (Al-Markhiya Doha/28/47) - Mu. Al-Ghassani (Al-Seeb Sib/25/39), Al-Aghbari (Al-Khalidiya SC/23/19)

Deutschland: Neuer (FC Bayern München/36/113) - Kehrer (West Ham United/26/22),  Süle (Borussia Dortmund/27/42), Schlotterbeck (Borussia Dortmund/22/5), Raum /RB Leipzig/24/11) - Kimmich (FC Bayern München/27/70), Gündogan (Manchester City/32/62) - Gnabry (FC Bayern München/27/36), Musiala (FC Bayern München/19/17), Sané (FC Bayern München/26/47) - Havertz (FC Chelsea/23/30)

@ dpa.de

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