Energie, Klima

Nach dem vorläufigen Rodungsstopp im Hambacher Forst sehen sich die Umweltschützer noch nicht am Ziel.

06.10.2018 - 08:34:06

Nach Rodungsstopp - Tausende wollen am Hambacher Forst demonstrieren. Sie fordern den Kohleausstieg. Über 20 000 Menschen werden zur Demo am Hambacher Forst erwartet.

  • Hambacher Forst - Foto: Oliver Berg

    Der Forst wird laut RWE mit einem Graben sowie Seil und Flatterband umfriedet. Foto: Oliver Berg

  • Hambacher Wald - Foto: Oliver Berg

    «Hambi bleibt» - zumindest vorläufig. Foto: Oliver Berg

  • Tagebau - Foto: Federico Gambarini

    Der Tagebau Hambach schiebt sich immer näher an den Rest des Hambacher Forstes heran. Foto: Federico Gambarini

  • Hambacher Forst - Foto: Federico Gambarini

    Im Tagebau Hambach arbeiten Bergbaumaschinen. Der angrenzende Hambacher Forst gilt als Symbol des Widerstands gegen die Kohle. Foto: Federico Gambarini

  • Protest am Hambacher Forst - Foto: Jana Bauch

    Polizisten begleiten eine Demonstration am Hambacher Forst. Die Polizei rechnet trotz des Demonstrations-Verbots am Samstag mit vielen Menschen in dem Wald bei Kerpen. Foto: Jana Bauch

  • Bechsteinfledermaus - Foto: Dr. Renate Keil/BUND-Fledermauszentrum Hannover

    Im Streit um die Rodung des Hambacher Forstes hatte der BUND argumentiert, dass der Wald mit seltenen Tieren wie der Bechsteinfledermaus geschützt werden müsse. Foto: Dr. Renate Keil/BUND-Fledermauszentrum Hannover

  • Hambacher Forst - Foto: Christophe Gateau

    Aktivisten sitzen vor dem Wiesencamp am Hambacher Forst. Die Rodung ist vorerst gestoppt. Foto: Christophe Gateau

Hambacher Forst - Foto: Oliver BergHambacher Wald - Foto: Oliver BergTagebau - Foto: Federico GambariniHambacher Forst - Foto: Federico GambariniProtest am Hambacher Forst - Foto: Jana BauchBechsteinfledermaus - Foto: Dr. Renate Keil/BUND-Fledermauszentrum HannoverHambacher Forst - Foto: Christophe Gateau

Kerpen - Nach dem vorläufigen Rodungsstopp im Hambacher Forst werden gegen Mittag über 20 000 Menschen zu einer Demonstration gegen die Braunkohle und für Klimaschutz erwartet.

Aufgerufen haben dazu Umweltverbände wie der Bund für Umwelt und Naturschutz und Greenpeace. Trotz des Etappensiegs für den Hambacher Wald bleibe der Kohleausstieg eine Aufgabe, stellte das Demo-Bündnis fest. Außerdem wollen die Braunkohlegegner ihren Erfolg am Oberverwaltungsgericht Münster feiern.

Die Richter ordneten am Freitag einen vorläufigen Rodungsstopp an, bis über eine Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz gegen die Rodungen entschieden ist. Bis dahin dürfe RWE keine vollendeten Tatsachen schaffen. Nach Einschätzung von RWE könnte das möglicherweise bis Ende 2020 dauern. Das Unternehmen rechnet deshalb jährlich mit hohen Millionenverlusten.

RWE und die zuständige Bezirksregierung hätten nicht belegt, dass die sofortige Abholzung im Interesse des Gemeinwohls notwendig sei, weil anderenfalls die Energieversorgung bundes- oder landesweit nicht mehr gewährleistet wäre, hatten die Richter festgestellt. Außerdem seien die Rechtsfragen so komplex, dass man sie nicht in einem Eilverfahren beantworten könne. Der BUND hatte argumentiert, dass der Wald mit seinem Bechsteinfledermaus-Vorkommen die Qualitäten eines europäischen FFH-Schutzgebietes habe und deshalb geschützt werden müsse.

Einen Tag vor der Demonstration hatten die Umweltverbände ihr Demonstrationsrecht vor dem Verwaltungsgericht Aachen erstritten. Nach massiven Sicherheitsbedenken der Stadt Kerpen verbot die Aachener Polizei die Demonstration zunächst, arbeitete aber weiter an einem Einsatzkonzept für den Fall, dass das Verbot von einem Gericht gekippt würde.

@ dpa.de

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