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Parteien, CDU

Nach dem Scheitern von Parteichef Armin Laschet startet die CDU den Prozess zur Neuwahl eines Nachfolgers.

07.11.2021 - 15:26:06

Nach Wahlschlappe - CDU sucht Erneuerung. Bislang sind einige Namen im Spiel, doch noch niemand hat den Hut in den Ring geworfen.

Erfahrene in der CDU glauben, die Partei brauche nun jemanden an der Spitze, der dreierlei vereint: Sie oder er muss verhindern, dass sich die CDU bei einem knappen Ausgang der Mitgliederbefragung über den Vorsitz weiter spaltet und zerlegt. Der neue Vorsitzende müsse die verschiedenen Lager befrieden, neben den Konservativen und den Mitte-Liberalen auch die Frauen stärker als bisher einbinden sowie den Wirtschafts- und den Sozialflügel.

Außerdem müsse der oder die Neue an der Spitze dafür arbeiten, dass die CDU endlich wieder für die Wähler erkennbar wird - zu lange schon liegt die Arbeit an den Inhalten und am Profil brach.

Dass dies nicht im Alleingang zu machen ist, dürfte allen mit Ambitionen auf die Parteiführung klar sein. Seit längerem würden sich Merz und Röttgen darum bemühen, beispielsweise jüngere Frauen für eine Zusammenarbeit in ihren anvisierten Teams zu bewegen, heißt es - doch so einfach sind die Gespräche wohl nicht. Denn wer mag sich derzeit auf einen Kandidaten festlegen, wenn beim Sieg des anderen am Ende droht, dass man leer ausgeht?

unge Frauen gelten als alente

So sollen Merz wie Röttgen Kontakt zu der als liberal geltenden schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Karin Prien aufgenommen haben. Ihr wird - wie der stellvertretenden Unionsfraktionschefin Katja Leikert aus Hessen - das Amt der Generalsekretärin zugetraut. Doch Prien, heißt es, wolle nicht auf das Ministeramt verzichten.

Die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) ermunterte am Wochenende ausdrücklich Parteifreundinnen, für den Parteivorsitz zu kandidieren. «Wenn keine Frau antritt, wäre das kein gutes Zeichen», sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Und brachte neben Prien die bisherigen Staatsministerinnen Annette Widmann-Mauz und Monika Grütters ins Spiel.

Doch auch andere Frauen werden sich Chancen ausrechnen, in der künftigen CDU-Spitze eine wichtige Rolle zu spielen. Die erst vor zwei Jahren zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählte Niedersächsin Silvia Breher dürfe erneut antreten wollen. Auch die bisherige stellvertretende Fraktionschefin und Digitalpolitikerin Nadine Schön aus dem Saarland gilt als Talent mit Zukunft. Genauso wie die frisch in den Bundestag eingezogene Serap Güler, sie war Staatssekretärin für Integration in Laschets NRW-Kabinett.

Einen Rückschlag musste am Wochenende Röttgen einstecken. Dessen Chefstrategin im Ringen um den Parteivorsitz Ende 2020, Ellen Demuth aus Rheinland-Pfalz, will nicht erneut mit ihm ins Rennen ziehen. Sie habe gut und vertrauensvoll mit Röttgen zusammengearbeitet, sagte sie dem Sender ntv. Aber die Zeiten änderten sich. Demuth fügte hinzu: «Ich wünsche Norbert Röttgen alles Gute.»

© dpa-infocom, dpa:211107-99-900550/5

@ dpa.de