Bundeswehr, Christine Lambrecht

Munitionsbeschaffung und F-35-Kampfjets: Lambrecht steht weiter in der Kritik.

06.12.2022 - 08:04:59

Bundeswehrverband mahnt Lambrecht zum schnellen Handeln. «Wir haben keine Zeit», sagt nun der Vorsitzende des Bundeswehrverbands - und drängt auf konsequente Entscheidungen.

Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbands, André Wüstner, hat die in der Kritik stehende Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) zu schnellen und konsequenten Entscheidungen ermahnt. «Wir haben keine Zeit», sagte Wüstner am Montagabend in den ARD-«Tagesthemen».

Die Herausforderungen für die Bundeswehr im Bereich Personal, Material und Infrastruktur seien gewaltig, und Geschwindigkeit sei «das Gebot der Stunde». Er fügte hinzu: «Die Zeitenwende muss endlich spürbar werden.»

Wüstner: Verteidungspolitik war «katastrophal»

Wüstner nannte die Verteidigungspolitik der vergangenen Jahre in der Ära der großen Koalition und davor «katastrophal». Dies sei zwar eine Bürde für Lambrecht, allerdings sei sie auch mit einem sicherheitspolitisch nicht erfahrenen Team angetreten. Ihn verwundere, dass auch Politiker aus den Reihen der Ampelkoalition nun offen Kritik üben würden, etwa im Zusammenhang mit Risiken beim Milliardenprojekt der neu zu beschaffenden Kampfjets vom Typ F-35. Wüstners Einschätzung: «Ich glaube, es gibt Kommunikationsdefizite.»

Zwar seien mit dem «Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz» erste Maßnahmen getroffen worden, doch Lambrecht bleibe gefordert, ihre Lösungskompetenz unter Beweis zu stellen, betonte der Oberst.

Der Bundeswehrverband ist eine Interessenvertretung der Soldatinnen und Soldaten sowie zivilen Mitarbeitenden der Bundeswehr.

@ dpa.de