Notfälle, Geschichte

Mitten in Paderborn hat eine Familie in ihrem Garten eine riesige Weltkriegsbombe entdeckt.

08.04.2018 - 16:12:06

26.000 Menschen betroffen - Bombenentschärfung in Paderborn hat begonnen. Sie soll entschärft werden - dafür müssen aber Zehntausende Menschen ihre Häuser verlassen. Das Leben in der Stadt schläft mehr oder weniger ein.

Paderborn - Später als geplant hat in Paderborn die Entschärfung einer Fliegerbombe begonnen. Der Kampfmittelräumdienst konnte erst am Nachmittag mit seiner Arbeit beginnen, weil die Evakuierung am Sonntag länger gedauert hatte als vorgesehen.

Nachdem alle Bewohner ihre Häuser verlassen hatten, seien doch noch einmal Menschen im Sperrgebiet aufgetaucht, sagte ein Polizeisprecher. Dabei habe es sich vermutlich um Spaziergänger gehandelt.

Von 10 Uhr an durfte niemand mehr den Bereich im Radius von 1,5 Kilometern um den Fundort des Blindgängers betreten. Über 26.000 Menschen sollten ihre Häuser verlassen, bevor Kampfmittelexperten die 1,8 Tonnen schwere Bombe unschädlich machen konnten.

Geräumt werden mussten auch zwei Krankenhäuser, mehrere Altenheime, die Universität und Teile der historischen Altstadt. In zwei weiteren Krankenhäusern sollten die Patienten in sichere Bereiche gebracht werden. Mehr als 1000 Einsatzkräfte von Feuerwehr und anderen Hilfsdiensten waren im Einsatz.

«Das hat es in der ganzen Geschichte des Krankenhauses nicht gegeben», sagte eine Sprecher des Paderborner Brüderkrankenhauses. «Wir wussten gar nicht, ob sich so ein Krankenhaus überhaupt abschließen lässt.» Schon am Donnerstag waren dort die ersten Patienten in andere Häuser verlegt worden.

Die Bombe war vor eineinhalb Wochen bei Bauarbeiten in einem Garten nur 80 Zentimeter unter der Erdoberfläche entdeckt worden. Sie ist mit 1,5 Tonnen Sprengstoff gefüllt und hat damit enormes Zerstörungspotenzial.

@ dpa.de