Konflikte, Nahost

Mit seinem historischen Alleingang in der Jerusalem-Frage hat US-Präsident Trump die Nahost-Region in Aufruhr versetzt.

07.12.2017 - 13:30:06

Nahost-Konflikt - Hamas ruft nach Trump-Erklärung zur Intifada auf. Die Hamas ruft zu einem dritten Palästinenseraufstand (Intifada) auf. Israel feiert dagegen euphorisch seinen diplomatischen Erfolg.

  • Proteste in Istanbul - Foto: Omer Kuscu

    In der Nacht gab es Proteste nahe des US-Konsulats in Istanbul. Foto: Omer Kuscu

  • Hamas-Anführer - Foto: Hamas-Anführer Ismail Hanija (M): Die Palästinenser sehen in Ost-Jerusalem ihre künftige Hauptstadt. Foto: Wissam Nassar

    Hamas-Anführer Ismail Hanija (M): Die Palästinenser sehen in Ost-Jerusalem ihre künftige Hauptstadt. Foto: Wissam Nassar

  • Generalstreik im Westjordanland - Foto: Aus Protest begannen die Palästinenser einen Generalstreik. Foto: Ayman Nobani

    Aus Protest begannen die Palästinenser einen Generalstreik. Foto: Ayman Nobani

  • Proteste in Gaza - Foto: Wissam Nassar

    Palästinenser protestieren in Gaza gegen die Entscheidung von Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Foto: Wissam Nassar

  • Hamas-Chef Ismail Hanija - Foto: Mohammed Asad

    Hamas-Chef Ismail Hanija bei einer Rede in Gaza-Stadt. Die Hamas ruft zu einer neuen Intifada auf. Foto: Mohammed Asad

Proteste in Istanbul - Foto: Omer KuscuHamas-Anführer - Foto: Hamas-Anführer Ismail Hanija (M): Die Palästinenser sehen in Ost-Jerusalem ihre künftige Hauptstadt. Foto: Wissam NassarGeneralstreik im Westjordanland - Foto: Aus Protest begannen die Palästinenser einen Generalstreik. Foto: Ayman NobaniProteste in Gaza - Foto: Wissam NassarHamas-Chef Ismail Hanija - Foto: Mohammed Asad

. Der US-Verbündete Saudi-Arabien rief die USA auf, die Entscheidung zurückzunehmen. Die Nato-Partner Frankreich und Großbritannien als UN-Vetomächte sowie weitere Mitglieder des Weltsicherheitsrates beantragten eine Sondersitzung des Gremiums in New York. Sie soll bereits am Freitag stattfinden.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat für Mittwoch einen Sondergipfel der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) in Istanbul einberufen. Er warf Trump vor, mit seiner Entscheidung «vor allem diese Region in einen Feuerkreis zu werfen».

Während der als «Krieg der Steine» begonnenen ersten Intifada von 1987 bis 1993 verloren etwa 2200 Palästinenser und 200 Israelis ihr Leben. Bei der «Al-Aksa-Intifada» von 2000 bis 2005 hatten die Palästinenser mit über 3500 Toten die meisten Opfer zu beklagen, mehr als 1000 Israelis starben bei Anschlägen von Palästinensern.

Israel feiert die Entscheidung hingegen, Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach am Donnerstag von einer «historischen Erklärung» des US-Präsidenten. «Präsident Trump hat sich auf ewig mit der Geschichte unserer Hauptstadt verbunden.» Israel sei bereits in Kontakt mit weiteren Staaten, die Jerusalem ebenfalls anerkennen wollten, sagte Netanjahu. Die regierungsnahe Zeitung «Israel Hajom» titelte am Donnerstag: «Danke, Mr. President!»

Israel beansprucht ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt. Dieser Anspruch wird international nicht anerkannt. Israel hatte 1967 während des Sechstagekrieges den arabischen Ostteil der Stadt erobert und später annektiert. Die Palästinenser sehen in Ost-Jerusalem die künftige Hauptstadt eines unabhängigen Palästinenserstaates.

Der Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ramallah rechnet nach Trumps Ankündigung nicht mit einer neuen palästinensischen Gewaltwelle. «Ein Flächenbrand ist nicht zu erwarten», sagte Marc Frings am Donnerstag. Im Friedensprozess gebe es gegenwärtig ohnehin keine konstruktiven Lösungsansätze. Trumps Ankündigung über die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt sei im Alltag der Palästinenser im arabischen Ostteil kaum greifbar. «Sie kommt außerdem von einem Akteur, in den sowieso keiner Vertrauen hat», sagte Frings.

@ dpa.de

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