Unwetter, Notfälle

Mit Macht trifft der Sturm «Mangkhut» die Philippinen, löst Überschwemmungen und Erdrutsche aus.

15.09.2018 - 14:46:05

Monstersturm zieht nach China - Taifun «Mangkhut» stürzt die Philippinen in Not. Ist dieser Wirbelsturm gefährlicher als sein Pendant «Florence» in den USA? Ein Klimaexperte gibt eine eindeutige Antwort.

  • Taifun «Mangkhut - Foto: Bullit Marquez/AP

    Überflutete Straße in der philippinischen Hauptstadt Manila. Foto: Bullit Marquez/AP

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    Mit heftigen Regenfällen und starkem Wind war «Mangkhut» auf die philippinische Hauptstadt Manila getroffen. Foto: Bullit Marquez/AP

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    Zerstörte Stände auf einem Markt in der philippinischen Stadt Tuguegrao City. Foto: Aaron Favila/AP

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    Manila unter Wasser: Taifun «Mangkhut» hat auf den Philippinen schwere Überschwemmungen ausgelöst. Foto: Bullit Marquez/AP

Taifun «Mangkhut - Foto: Bullit Marquez/APTaifun «Mangkhut - Foto: Bullit Marquez/APTaifun «Mangkhut - Foto: Aaron Favila/APTaifun «Mangkhut - Foto: Bullit Marquez/AP

Peking/Manila - Der Taifun «Mangkhut» hat auf den Philippinen große Schäden angerichtet und Menschen getötet. Der Sturm entwurzelte Bäume, zerstörte Häuser und löste Dutzende Erdrutsche aus. Mehr als vier Millionen Menschen waren nach Angaben der Behörden ohne Strom. Helfer und Kinder starben.

«Mangkhut» zog weiter in Richtung China, wo der Nationale Wetterdienst den Wirbelsturm am späten Sonntagabend oder in der Nacht zum Montag an der Südküste und auf der Tropeninsel Hainan erwartete. Auch die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong bereitet sich auf die Ankunft des Sturms vor. Behörden riefen die die Hongkonger auf, sich «auf das Schlimmste» einzustellen.

Von den Philippinen wurden zunächst vier Todesopfer bekannt. Die Behörden gingen allerdings von einer höheren Opferzahl aus. Zwei Helfer starben, als eine Schlammlawine sie in der Stadt Itogon verschüttete. Dort kam nach Angaben von Bürgermeister Victorio Paladan auch ein 13 Jahre altes Kind ums Leben. Im Großraum Manila ertrank ein Mädchen in einem Hochwasser führenden Fluss.

Die Zahl der Opfer werde vermutlich noch steigen, sagte der Chef des philippinischen Rats für Katastrophenschutz, Ricardo Jalal. Berichte aus betroffenen Regionen erreichten die Behörden nur schleppend, Rettungskräfte hätten viele Gebiete noch nicht erreicht.

Währenddessen rüstete sich China mit Evakuierungen und Warnungen an die Bevölkerung. Rund 3000 Arbeiter wurden von Arbeitsplattformen im Südchinesischen Meer in Sicherheit gebracht, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Zudem ordneten die Behörden an, dass mehr als 6000 Schiffe zurück in die Häfen fahren sollen. Einige Fährverbindungen wurden eingestellt.

Am Samstagmorgen war der Taifun begleitet von starken Regenfällen mit voller Wucht im Norden der Philippinen auf Land getroffen. Dabei schwächte er sich mit Windgeschwindigkeiten von 170 Kilometern pro Stunde etwas ab. Böen erreichten 260 Kilometer pro Stunde.

Insgesamt sollen dort mindestens 5,2 Millionen Menschen von dem Sturm betroffen sein. Das Rote Kreuz der Philippinen geht aufgrund der Zerstörungskraft sogar von bis zu zehn Millionen Betroffenen aus. Der Taifun bringe ein 900 Kilometer breites Band aus Regenwolken mit sich, erklärte die Wetterbehörde. «Die Schneise von «Mangkhut» ist breiter, das heißt, eine große Fläche wird betroffen sein, und er ist in der Lage, bei den Menschen viel Leid auszulösen», sagte der Chef des örtlichen Roten Kreuzes.

«Mangkhut» ist nach Einschätzung des Rückversicherers Munich Re weit gefährlicher für die Bevölkerung als Hurrikan «Florence» an der US-Ostküste. «Humanitär ist "Mangkhut" das ernstere Ereignis», sagte Ernst Rauch, Leiter der Klimaforschung des weltgrößten Rückversicherers. «Mangkhut» werde voraussichtlich eine ganz andere Hausnummer sein, «ein so genannter Supertaifun». Der Durchmesser sei wesentlich größer und der Sturm mit wesentlich höheren Windgeschwindigkeiten viel intensiver.

Die Philippinen werden jedes Jahr von etwa 20 Taifunen heimgesucht. Einer der stärksten Taifune der vergangenen Jahre war «Haiyan» im November 2013. Damals starben mehr als 6300 Menschen, mehr als vier Millionen verloren ihr Zuhause.

@ dpa.de

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