Unwetter, Notfälle

Mit Hurrikan «Michael» droht Florida ein katastrophaler Sturm - mancherorts mit Sturmfluten über vier Metern.

10.10.2018 - 15:50:05

Gigantische Schäden erwartet - Floridas Gouverneur: Zu spät für Flucht vor Hurrikan. Floridas Gouverneur sagt, nun sei es zu spät, vor dem Hurrikan zu fliehen. Nicht alle sind dem Aufruf gefolgt, die Gegend zu verlassen.

Panama City Beach - Vor dem Eintreffen von Hurrikan «Michael» an der US-Küste bereitet sich der Bundesstaat Florida auf gigantische Schäden vor.

«Das ist der schlimmste Sturm, den die Florida-Panhandle in hundert Jahren gesehen hat», sagte Floridas Gouverneur Rick Scott am Mittwochmorgen (Ortszeit). Als Panhandle (Landzipfel oder Pfannenstiel) wird der Teil Floridas nordwestlich der Halbinsel bezeichnet, wo der Sturm gegen Mittwochmittag erwartet wird. Scott warnte: «Entlang unserer Küste werden Gemeinden unvorstellbare Zerstörung sehen.»

Vor dem Eintreffen des Sturms an der Küste hatte das Nationale Hurrikan-Zentrum «Michael» in die zweithöchste Kategorie vier hochgestuft. Das Zentrum teilte mit, der Sturm sei «potenziell katastrophal». Gewarnt wurde besonders vor Sturmfluten, die in machen Gebieten Höhen von mehr als vier Metern erreichen könnten. Die Windstärken erreichen inzwischen 230 Stundenkilometer.

Floridas Senator Bill Nelson warnte im Sender CNN vor einer «Wasserwand», die auf die Küste treffen könne. Straßen würden unbenutzbar werden. In manchen Gebieten werde der Strom womöglich über Wochen ausfallen. Gouverneur Scott betonte, es sei nun zu spät, das Gebiet an der Küste zu verlassen. Es sei nicht mehr sicher zu reisen. «Jetzt ist die Zeit, Schutz zu suchen.» Nothelfer würden nicht in der Lage sein, inmitten des Sturms auszurücken. Auf der Panhandle seien 54 Schutzunterkünfte geöffnet worden.

«Sobald Michael vorbeigezogen ist, werden wir eine massive Welle der Unterstützung haben», sagte Scott. Sofort nach dem Sturm würden 1000 Rettungskräfte ihren Einsatz beginnen. Auch 3500 Angehörige der Nationalgarde stünden bereit. US-Präsident Donald Trump habe alle verfügbaren Bundesmittel zugesagt, um Florida zu unterstützen.

Eine Frau namens Janelle Frost in dem potenziell schwer betroffenen Ort Panama City Beach sagte CNN, sie habe beschlossen zu bleiben, um anderen Menschen helfen zu können. Einige ihrer Nachbarn seien nicht geflohen. «Viele wussten nicht, wohin sie gehen sollten.» Andere hätten Tiere, die sie nicht zurücklassen wollten. Allerdings habe sie nicht damit gerechnet, dass «Michael» zu einem so schweren Hurrikan der Kategorie vier werden würde.

Eine Freundin Frosts namens Tracy Dunn sagte dem Sender: «Betet für uns.» In Panama City Beach und anderen tiefer gelegene Gebiete waren nach CNN-Angaben 2,4 Millionen Anwohner aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen.

Die nationale Wetterbehörde warnte vor umstürzenden Bäumen. Autos und die oberen Stockwerke von Häusern seien nicht sicher, wenn große Bäume in der Nähe stünden. Reporter von CNN sagten, in vielen Gegenden sei der Boden durch Regenfälle so aufgeweicht, dass Bäume leicht umstürzten. Demnach wurden Krankenhäuser und Tankstellen in Küstennähe geschlossen, auch Straßensperren seien wahrscheinlich. Regale in Läden waren leer gekauft. Schäden an Gebäuden, abgedeckte Dächer und langanhaltende Stromausfälle wurden erwartet.

Auch im Binnenland kann es gefährlich werden: Die Hurrikan-Warnung gilt laut CNN solange, bis der Sturm Georgia erreicht. Heftiger Regen soll in den kommenden Stunden und Tagen voraussichtlich auch in Teilen Georgias, North und South Carolinas und im Südosten Virginias fallen. Mitte September hatte Tropensturm «Florence» die Südostküste der USA getroffen und vor allem in North und South Carolina schwere Überschwemmungen verursacht. Mehrere Dutzend Menschen kamen durch «Florence» und die Folgen des Sturms ums Leben.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Trump schockiert über Zerstörung in Hurrikan-Gebieten. Es sei unglaublich, mit eigenen Augen zu sehen, was der Sturm angerichtet habe, sagte Trump bei einem Besuch im Bundesstaat Florida. Dort hatte «Michael» in der vergangenen Woche gewütet. In dem kleinen Ort Lynn Haven sprachen Trump und seine Frau Melania mit Hurrikan-Opfern und halfen dabei Wasser zu verteilen. Mindestens 18 Menschen waren US-Medienberichten zufolge durch den Hurrikan um. Mexico Beach - US-Präsident Donald Trump hat schockiert auf die Zerstörung durch Hurrikan «Michael» an der Südostküste der USA reagiert. (Politik, 16.10.2018 - 00:32) weiterlesen...

Mindestens elf Tote nach Überschwemmungen in Südfrankreich. Acht Menschen wurden nach Angaben der zuständigen Präfektur verletzt. Ein Mensch wurde am Abend noch vermisst. Flüsse und Bäche waren nach heftigem Regen in der Nacht auf Montag im Département Aude über die Ufer getreten. Das Wasser schob sich teils meterhoch durch die Straßen. In der Gemeinde Trèbes östlich von Carcassonne erreichte das Hochwasser Behördenangaben zufolge einen Stand von mehr als sieben Metern. Carcassonne - Mindestens elf Menschen sind bei Überschwemmungen in Südfrankreich umgekommen. (Politik, 15.10.2018 - 22:10) weiterlesen...

Starkregen und Überschwemmungen: elf Tote in Südfrankreich. Acht Menschen seien verletzt worden, teilte die zuständige Präfektur am Abend mit. Eine Person werde vermisst. Starke Regenfälle in der Nacht zu Montag hatten die Überschwemmungen im Département Aude ausgelöst. Flüsse und Bäche traten teils meterhoch über ihre Ufer. In der Gemeinde Trèbes östlich von Carcassonne erreichte das Hochwasser nach Behördenangaben einen Stand von mehr als sieben Metern. Fernsehbilder zeigten Straßen, die sich in reißende Flüsse verwandelt hatten. Carcassonne - Bei Überschwemmungen im Süden Frankreichs sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. (Politik, 15.10.2018 - 18:24) weiterlesen...

Behörden korrigieren Zahl der Fluttoten: 10 statt 13. Laut einer neuen vorläufigen Bilanz starben zehn Menschen bei Überschwemmungen im Département Aude, wie eine Sprecherin der zuständigen Präfektur sagte. Zuvor hatte die Behörde von 13 Todesopfern gesprochen. Starke Regenfälle hatten die Überschwemmungen ausgelöst. Flüsse und Bäche traten teils meterhoch über ihre Ufer. In der Gemeinde Trèbes östlich von Carcassonne erreichte das Hochwasser einen Stand von mehr als sieben Metern. Carcassonne - Französische Behörden haben die Zahl der Fluttoten in Südfrankreich nach unten korrigiert. (Politik, 15.10.2018 - 17:58) weiterlesen...

Zahl der Fluttoten in Frankreich steigt auf mindestens 13. Acht weitere Menschen wurden schwer verletzt, wie eine Sprecherin der zuständigen Präfektur sagte. Fernsehbilder aus dem betroffenen Département Aude zeigten Straßen, die sich in reißende Flüsse verwandelt hatten. Autos wurden fortgeschwemmt. Bäche und Flüsse traten über die Ufer. In der Gemeinde Trèbes östlich von Carcassonne erreichte das Hochwasser nach Behördenangaben einen Stand von rund sieben Metern. Die Schulen im Département blieben geschlossen, viele Straßen waren gesperrt, wie die Präfektur auf Twitter mitteilte. Carcassonne - Bei Überschwemmungen im Süden Frankreichs sind mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. (Politik, 15.10.2018 - 14:10) weiterlesen...

Sommer im Oktober - und vorerst kein Ende in Sicht. Bis mindestens Ende der Woche noch sagen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes für weite Teile Deutschlands Sonne und Temperaturen um die 25 Grad voraus. Lediglich in der Mitte und dem Nordwesten können ab Dienstag ein paar Wolken für etwas Regen sorgen. «Wir haben oft einen Goldenen Oktober - aber dass er so lange anhält, ist schon ungewöhnlich», sagte ein DWD-Meteorologe am Montag in Offenbach. Offenbach - Das sommerliche Wetter im Oktober bleibt Deutschland auch die kommenden Tage erhalten. (Politik, 15.10.2018 - 12:50) weiterlesen...