Konflikte, Nahost

Mit dem «Marsch der Rückkehr» wollte die radikal-islamische Hamas den Anspruch palästinensischer Flüchtlinge auf eine Heimkehr in das Gebiet des heutigen Israels untermauern.

31.03.2018 - 08:22:05

Tote und Verletzte in Gaza - UN-Generalsekretär «zutiefst besorgt» über Situation in Gaza. Die israelische Armee reagierte mit Gewalt. Die UN fürchten eine Verschlimmerung der Lage.

Gaza/New York - Wegen der Unruhen entlang der israelischen Grenze zum Gaza-Streifen ist in der Nacht der UN-Sicherheitsrat in New York zusammengetreten.

Das Gremium wollte sich in einer geschlossenen Sitzung über die Vorgänge informieren lassen, erklärte ein UN-Diplomat der Deutschen Presse-Agentur. Bei Zusammenstößen mit der israelischen Armee waren am Freitag nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mindestens 15 Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen worden. Mehr als 1400 wurden verletzt, vor allem durch Tränengas.

Der palästinensische UN-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Riyad Mansour, berichtete im Vorfeld der Sicherheitsratssitzung gar von 17 Toten. Darunter seien auch Kinder. Sein Land betrachte die Handlungsweise Israels als «ein riesiges Massaker gegen unser Volk», sagte Mansour. Er forderte den Sicherheitsrat zum Handeln auf. Das UN-Organ müsse sich ernsthaft darum kümmern, die Zivilbevölkerung in Gaza zu schützen.

Nach palästinensischen Medienberichten waren am Freitag mehr als 20.000 Menschen zum «Marsch der Rückkehr» gekommen. Die radikal-islamische Hamas wollte mit der Aktion ihren Anspruch auf ein «Recht auf Rückkehr» für palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen in das Gebiet des heutigen Israels untermauern. Israel lehnt eine Rückkehr in das eigene Staatsgebiet ab.

UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich «zutiefst besorgt» über die Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften. Seine Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer, sagte ein Sprecher des Generalsekretärs am Freitag (Ortszeit) in einer Stellungnahme.

Die Vereinten Nationen fürchteten, dass sich die Situation in Gaza in den kommenden Tagen verschlimmern könnte, sagte der stellvertretende Untergeneralsekretär für politische Angelegenheiten, Tayé-Brook Zerihoun, in einem Briefing des Sicherheitsrats. Er ermahnte Israel zur Aufrechterhaltung seiner Verantwortung unter humanitärem Recht. Tödliche Gewalt dürfe nur als letztes Mittel angewandt werden. Zivilisten dürften nicht zum Ziel werden, vor allem keine Kinder.

Der UN-Generalsekretär forderte «unabhängige und transparente Ermittlungen» zu den Vorfällen. Zudem rief er die Beteiligten auf, auf jegliche Handlungen zu verzichten, die zu weiteren Todesfällen führen oder die Zivilbevölkerung gefährden könnten. Die Tragödie vom Freitag zeige die Dringlichkeit, mit der der Friedensprozess im Nahen Osten wiederbelebt werden müsse, um es Palästinensern und Israelis zu ermöglichen, in Frieden und Sicherheit als Nachbarn zu leben.

Die Proteste in Gaza sollen bis zum 15. Mai dauern. Anlass sind die Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels. Die Palästinenser begehen den 15. Mai als Nakba-Tag (Tag der Katastrophe), weil im ersten Nahost-Krieg 1948 rund 700.000 Palästinenser flohen oder vertrieben wurden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Nach Angriffen der Hamas - Israel stoppt Lieferungen von Treibstoff nach Gaza. Hintergrund seien die anhaltenden Attacken der radikalislamischen Hamas, bestätigte das Verteidigungsministerium am Dienstag. Tel Aviv - Israel hat die Lieferungen von Treibstoff in den Gazastreifen gestoppt. (Politik, 17.07.2018 - 11:26) weiterlesen...

Wegen Hamas - Israel stoppt Lieferungen von Treibstoff nach Gaza. Hintergrund seien die anhaltenden Attacken der radikalislamischen Hamas, bestätigte das Verteidigungsministerium am Dienstag. Tel Aviv - Israel hat die Lieferungen von Treibstoff in den Gazastreifen gestoppt. (Politik, 17.07.2018 - 09:28) weiterlesen...

Israel stoppt Lieferungen von Treibstoff nach Gaza. Hintergrund seien die anhaltenden Attacken der radikalislamischen Hamas, bestätigte das Verteidigungsministerium. Diese Regelung gelte bis Sonntag. Ein heftiger Schlagabtausch zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatte am Wochenende die Furcht vor einem neuen Krieg befeuert. Tel Aviv - Israel hat die Lieferungen von Treibstoff in den Gazastreifen gestoppt. (Politik, 17.07.2018 - 09:06) weiterlesen...

Eskaltion in Nahost - Hamas feuert 220 Geschosse auf Israel. Israel bombardiert Dutzende Hamas-Ziele in dem schmalen Küstenstreifen. Militante Palästinenser feuern 220 Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Gebiet. (Politik, 15.07.2018 - 21:28) weiterlesen...

Zwei Palästinenser bei Explosion in Gaza getötet. Nach Angaben der Polizei war ein Sprengsatz, den der Vater baute, versehentlich detoniert. Der 35-Jährige war den Angaben zufolge Mitglied der Al-Aksa-Brigaden, des militärischen Arms der Fatah-Bewegung. Ein dritter Palästinenser sei bei der Explosion schwer verletzt worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium in Gaza mit. Gaza - Bei einer Explosion in der Stadt Gaza sind ein 35-jähriger Palästinenser und sein 13-jähriger Sohn getötet worden. (Politik, 15.07.2018 - 10:26) weiterlesen...

Eskaltion in Nahost - Vier Geschosse aus Gaza auf Israel abgefeuert Gaza/Tel Aviv - Militante Palästinenser haben in der Nacht zum Sonntag nach Armeeangaben vier Geschosse auf israelisches Gebiet abgefeuert. (Politik, 15.07.2018 - 09:22) weiterlesen...