Kriminalität, Geheimdienste

Mehr als fünf Wochen nach dem Attentat in Salisbury ist Julia Skripal Berichten zufolge aus der Klinik entlassen worden.

10.04.2018 - 10:12:06

Mit Kampfstoff vergiftet - Julia Skripal soll aus Klinik entlassen worden sein

Salisbury - Die bei einem Attentat in England vergiftete Russin Julia Skripal ist aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Sie wurde bereits am Montag an einen sicheren Ort gebracht, wie britische Medien am Dienstag übereinstimmend berichteten. Eine offizielle Bestätigung gab es aber zunächst noch nicht dafür.

Die 33-Jährige war am 4. März gemeinsam mit ihrem Vater, dem früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal, bewusstlos auf einer Parkbank in der Kleinstadt Salisbury aufgefunden worden.

Julia Skripal hatte sich am vergangenen Donnerstag erstmals seit dem Attentat in einer Mitteilung öffentlich zu Wort gemeldet und von Fortschritten bei der Genesung berichtet. Auch ihrem 66-jährigen Vater geht es inzwischen deutlich besser. Toxikologen schließen aber chronische Schäden oder Spätfolgen, etwa an den Organen, nicht aus.

Nach Angaben britischer Experten wurden die beiden mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet. Die Substanz wurde einst in der Sowjetunion hergestellt. Ermittlern zufolge wurde das Nervengift wahrscheinlich an die Türklinke des Hauses von Sergej Skripal geschmiert.

Die britische Zeitung «Times» hatte am Sonntag berichtet, dass die Opfer künftig mit neuer Identität in den USA leben könnten, um weiteren Mordversuchen zu entgehen. Angeblich soll der britische Auslandsgeheimdienst MI6 mit der CIA darüber schon gesprochen haben.

London bezichtigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin als Drahtzieher des Anschlags. Der Kreml wies das wiederholt vehement zurück; der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Zahlreiche Länder solidarisierten sich mit Großbritannien und wiesen Dutzende russische Diplomaten aus. Moskau reagierte ebenfalls unter anderem mit Ausweisungen von Diplomaten.

Skripal hatte früher für den russischen Militärgeheimdienst GRU gearbeitet und dem britischen MI6 Informationen weitergeleitet. 2004 flog er auf. Er wurde in Russland zu 13 Jahren Lagerhaft verurteilt. Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs kam er 2010 nach Großbritannien.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Weil lobt Nahles: Kritische Stimmen «sehr ernst genommen». «Sie hat erkannt und offen eingeräumt, dass das Ergebnis der Beratungen mit Merkel und Seehofer mit dem Gerechtigkeitsempfinden vieler Menschen nicht vereinbar war», sagte Weil. Auf Bitten von SPD-Chefin Nahles wollen Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer Maaßens umstrittene Beförderung neu verhandeln. Hannover - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat den Vorstoß seiner Parteivorsitzenden Andrea Nahles für Neuverhandlungen über die Zukunft des bisherigen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen gelobt. (Politik, 21.09.2018 - 22:58) weiterlesen...

Scholz nennt Neuverhandlungen über Maaßens Zukunft «klug». Die Beförderung Maaßens zum Innen-Staatssekretär habe «bei vielen Bürgerinnen und Bürgern nicht so großes Einverständnis gefunden», sagte der Finanzminister. Insofern sei es klug, wenn Politik darauf reagiere. Auf Bitten von SPD-Chefin Andrea Nahles wollen Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer Maaßens umstrittene Beförderung neu verhandeln. Berlin - Vizekanzler Olaf Scholz hat den Vorstoß der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles für Neuverhandlungen über die Zukunft des bisherigen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen unterstützt. (Politik, 21.09.2018 - 21:56) weiterlesen...

Kühnert: Maaßen darf kein öffentliches Amt mehr bekleiden. Der «Welt» sagte er: Maaßen habe eindrucksvoll bewiesen, dass er in verantwortungsvoller Position nichts verloren habe. Es gehe um nichts weniger als das Vertrauen in den demokratischen Rechtsstaat. Auf Bitten von SPD-Chefin Andrea Nahles wollen Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer Maaßens umstrittene Beförderung neu verhandeln. Berlin - Juso-Chef Kevin Kühnert fordert angesichts der Neuverhandlungen der Koalitionsspitzen über die Zukunft von Hans-Georg Maaßen, der bisherige Verfassungsschutzchef dürfe künftig kein öffentliches Amt mehr bekleiden. (Politik, 21.09.2018 - 20:52) weiterlesen...

Neuverhandlung des Maaßen-Deals nach Brief von Nahles. Merkel erklärte sich dazu bereit und kündigte an, schon «im Laufe des Wochenendes» eine «gemeinsame, tragfähige Lösung» finden zu wollen. Auch Seehofer zeigte sich offen für erneute Gespräche. Berlin - Überraschende Wende im Fall Maaßen: Auf Bitten der in schwere Turbulenzen geratenen SPD-Chefin Andrea Nahles wollen Kanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer die umstrittene Beförderung des Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen zum Innenstaatssekretär neu verhandeln. (Politik, 21.09.2018 - 19:54) weiterlesen...

Merkel: Wollen Lösung im Fall Maaßen am Wochenende finden. Man wolle «im Laufe des Wochenendes» eine «gemeinsame, tragfähige Lösung» finden, sagte Merkel vor Journalisten in München. München - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angekündigt, schon am Wochenende mit den Koalitionspartnern CSU und SPD über eine Lösung im Fall des bisherigen Verfassungsschutzchefs Hans-Georg Maaßen zu beraten. (Politik, 21.09.2018 - 19:46) weiterlesen...

Deal wird neuverhandelt - Merkel: Wollen Lösung im Fall Maaßen am Wochenende finden München - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angekündigt, schon am Wochenende mit den Koalitionspartnern CSU und SPD über eine Lösung im Fall des bisherigen Verfassungsschutzchefs Hans-Georg Maaßen zu beraten. (Politik, 21.09.2018 - 19:46) weiterlesen...