Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

SWR - Das Erste

Mainz - "Report Mainz"-Recherchen: Bahn hat Evakuierung im Brandfall nicht digital simuliert und mobilit?tseingeschr?nkte Fahrg?ste nicht ber?cksichtigt / "Report Mainz" heute, Di., 30.3.2021, 21:45 Uhr im Ersten Mainz.

30.03.2021 - 14:52:37

Kritik am Brandschutz in Stuttgart 21-Tunneln

Mainz - "Report Mainz"-Recherchen: Bahn hat Evakuierung im Brandfall nicht digital simuliert und mobilit?tseingeschr?nkte Fahrg?ste nicht ber?cksichtigt / "Report Mainz" heute, Di., 30.3.2021, 21:45 Uhr im Ersten

Mainz. Das Bahn-Projekt Stuttgart 21 k?nnte sich wegen m?glicher Nacharbeiten beim Brandschutz verz?gern und teurer werden. Nach Recherchen des ARD-Politikmagazins "Report Mainz" wurde f?r die insgesamt 60 Tunnel-Kilometer die Evakuierung der Fahrg?ste bei einem Brand nicht digital simuliert. Das geht aus einem Schreiben von Anw?lten der Bahn an das Eisenbahnbundesamt hervor, das dem Politikmagazin exklusiv vorliegt. Au?erdem wurden Fahrg?ste, die in ihrer Mobilit?t beeintr?chtigt sind, f?r die Simulation nicht ber?cksichtigt. Das betrifft vor allem Familien mit Kindern, ?ltere und behinderte Menschen. Deshalb seien die von der Bahn genannten Evakuierungszeit nicht realistisch, sagte die Brandschutzexpertin Professor Kathrin Grewolls von der Hochschule Regensburg.

Im Ernstfall "unkalkulierbares Risiko"

"Report Mainz" hatte der Expertin f?r vorbeugender Brandschutz die recherchierten Unterlagen zur Pr?fung vorgelegt. Grewolls erkl?rte, dass Fachleute mit digitalen Evakuierungssimulationen die Konsequenzen aus allen m?glichen Gefahrenquellen berechnen und damit ein realistisches Rettungskonzept entwickeln k?nnen. Es sei deshalb unverst?ndlich, dass die Bahn lediglich ein so genanntes "Kalt-Ereignis" simuliert habe, bei dem ein nicht brennender Zug im Tunnel zum Stehen kommt. Beispielsweise bei einer Entgleisung. Wenn das Szenario eines Tunnelbrandes f?r Stuttgart 21 nicht durchgespielt worden sei, gehe die Bahn im Ernstfall ein "unkalkulierbares Risiko" ein, sagte die Expertin. Auch Stuttgart 21-Kritiker, wie zum Beispiel die Gruppe "Ingenieure 22", halten den Brandschutz f?r unzureichend. Sie haben deshalb das Eisenbahn-Bundesamt, die zust?ndige Genehmigungsbeh?rde von Stuttgart 21, informiert und weitreichende Verbesserungen gefordert. Damit konfrontiert ?u?ert sich die Bahn nur allgemein: Die Stuttgart 21-Tunnel w?rden "alle strengen Sicherheitsanforderungen" erf?llen. Au?erdem sehe "das einschl?gige Regelwerk [...] solche Simulationen nicht vor." Brandschutzexpertin Grewolls h?lt dies f?r eine Regelungsl?cke. Deshalb sei "hier die Politik" gefragt. Verkehrsminister Andreas Scheuer dagegen beteuerte, dass "die Sicherheit in Tunneln gew?hrleistet" und ein Rettungskonzept bereits "w?hrend der Planung mit den zust?ndigen Stellen abzustimmen" sei. Zur Regelungsl?cke sagte er nichts.

Kalkulierte Evakuierungszeit in Stuttgart 21 Tunneln zu niedrig?

Da die Bahn keinen Brandfall in den Tunneln simulieren lie?, erhielt sie im Ergebnis eine Evakuierungszeit von nur 15 Minuten. Dies sei nicht realistisch, sagt Professorin Kathrin Grewolls, "weil ich nicht nur junge, gesunde Menschen in einem Zug habe, sondern ich muss damit rechnen, dass ich bewegungseingeschr?nkte Personen habe, oder auch Personen mit einem erh?hten Platzbedarf, z. B. eine Mutter mit kleinen Kindern, sodass hier die Evakuierungszeiten deutlich h?her ausfallen werden". Diese Fahrg?ste aber kommen in der Evakuierungssimulation der Bahn nicht vor. Die Anw?lte des Konzerns r?umen in dem Schreiben, das "Report Mainz" vorliegt, tats?chlich ein, "dass mobilit?tseingeschr?nkte Personen nicht betrachtet wurden". Die Bahn erkl?rt dazu: "Das Eisenbahn-Bundesamt hat als zust?ndige Beh?rde das Brandschutzkonzept f?r den k?nftigen Stuttgarter Hauptbahnhof und die zulaufenden Tunnel gepr?ft und genehmigt." Das Bundesamt verweist allerdings darauf, dass die Bahn erst noch eine "detaillierte Ausf?hrungsplanung, wie auch die betriebliche Regelung zum Brandschutz" vorlegen m?sse sowie ein Konzept f?r die Selbst- und Fremdrettung. Im Klartext: Die ganzheitliche Brandschutzplanung f?r die Stuttgart 21-Tunnel ist noch nicht abgeschlossen.

Verz?gerungen wie beim Berliner Gro?flughafen BER?

Ob es wegen des Brandschutzes zu teuren Nachbesserungen und Verz?gerungen bei Stuttgart 21 kommen k?nnte, wollte "Report Mainz" in der vergangenen Woche bei der Bilanz-Pressekonferenz der Bahn wissen. Die Antwort des zust?ndigen Vorstandes Ronald Pofalla: "Nach allen Erkenntnissen, die wir haben, werden wir die Neubaustrecke Ende 2022 und Stuttgart 21 Ende 2025 in Betrieb nehmen. Und so haben wir es dem Aufsichtsrat berichtet." Brandschutzexpertin Grewolls bef?rchtet dagegen, dass Stuttgart 21 ein ?hnliches Schicksal droht, wie dem Berliner Gro?flughafen BER: "Dadurch, dass die ganzheitliche Brandschutzplanung noch nicht abgeschlossen ist und auch die Pr?fung noch nicht abschlie?end vorliegt, m?ssen wir damit rechnen, dass weitere Ma?nahmen erforderlich werden. Und die nat?rlich dazu f?hren, dass das Projekt teurer wird und dass auch die fristgerechte Fertigstellung von Stuttgart 21 in den Sternen steht."

Weitere exklusive Informationen auf der Internet-Seite http://x.swr.de/s/13pq

Zitate gegen Quellenangabe "Report Mainz" frei.

R?ckfragen bitte an die Redaktion "Report Mainz", Tel.: 06131 929 33351

Newsletter "SWR vernetzt": http://x.swr.de/s/vernetztnewsletter

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/75892/4877645 SWR - Das Erste

@ presseportal.de