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Allgemeine Zeitung Mainz

Mainz - Hoffentlich ist das bald alles vorbei! Mit einer so gleich gerichteten Erwartung hat Deutschland, hat Europa, hat die Welt wohl noch nie auf den Beginn eines neuen Jahres geschaut.

30.12.2020 - 19:42:27

Wendepunkt / Leitartikel von Friedrich Roeingh zum Jahreswechsel

Mainz - Hoffentlich ist das bald alles vorbei! Mit einer so gleich gerichteten Erwartung hat Deutschland, hat Europa, hat die Welt wohl noch nie auf den Beginn eines neuen Jahres geschaut. Nicht mal im viel schlimmeren Kriegswinter 1944/45 und auch nicht zur Zeit der spanischen Grippe, die noch nicht in der Lage war, im selben Moment die ganze Menschheit als Geisel zu nehmen. Die Vergleiche zeigen aber auch: Zwar beg?nstigt unsere Hyper-Mobilit?t die Ausbreitung von Pandemien in nicht gekannter Weise. Aber bei allen Beschr?nkungen unserer Freiheit, bei Wirtschaftseinbruch und sozialem Elend, bei hunderttausenden Todesopfern auf jedem einzelnen Kontinent gilt auch dies: Die Welt zeigt sich wesentlich f?higer als in der Vergangenheit, ein solches Elend zu begrenzen. Und die Wissenschaft erweist sich als enorm zielgerichtet - nicht nur bei der Entwicklung von Impfstoffen. Auch wenn wir also auf ein Horrorjahr zur?ckschauen. Auch wenn sich die Erwartung nicht bewahrheiten kann, das alles m?ge bald einfach vorbei sein: Es gibt doch vielerlei Gr?nde, hoffnungsfroh auf diesen Jahreswechsel und hoffnungsfroh auf die zwanziger Jahre zu blicken. Auch wenn sie ganz anders gestartet sind, als wir erwartet haben.So hat die Pandemie - anders als h?ufig prognostiziert - nicht zu einer Destabilisierung der politischen Systeme gef?hrt. Im Gegenteil. Der Populismus, dem Fakten egal sind, sieht mit einem Mal alt aus. Die Abwahl Donald Trumps, das Scheitern Boris Johnsons in der Pandemie, sein Einlenken, doch keinen harten Brexit zu wagen, sind positive Zeichen. Zugleich erweist sich die Europ?ische Union in der Krise als unverzichtbar. Der Wiederaufbaufonds ?ber 750 Milliarden Euro beg?nstigt eine Weiterentwicklung der EU zur ?bergeordneten staatlichen Ebene. Eine Weiterentwicklung, die es genauso dringend im Angesicht der drohenden chinesischen ?bermacht und zum Zerschlagen der weltumspannenden Datenmonopole der Tech-Konzerne braucht. Eine weitere Erkenntnis aus 2020 sollte sich in unseren K?pfen eingebrannt haben: Ohne wissenschaftliche Begleitung, ohne technologischen Fortschritt ist Politik in der Jetztzeit nicht zu gestalten. Diese Erkenntnis war lange Zeit das Privileg der westlichen Industriestaaten, bis die KP-Autokraten in China dieses ehemals liberale Fortschrittsprivileg gekapert haben. So sind sie inzwischen auf dem besten Weg, Europa und die USA in technologischer, in wirtschaftlicher und sogar in gesundheitlicher Hinsicht zu ?berholen. Dass diese Herausforderung nicht mit nationalistischen Reflexen und nicht allein mit dem Loblied auf die Freiheit zu bestehen ist, hat das vergangene Jahr vor Augen gef?hrt. Ant?nio Guterres, der Generalsekret?r der UN, hat die Eind?mmung von Covid-19 als "eine Generalprobe f?r die Welt der kommenden Herausforderungen" beschrieben. Die alles beherrschende Herausforderung ist die Abwendung der Klimakatastrophe. Die weltumspannende Erfahrung mit der Pandemie er?ffnet nach Jahren der R?ckschl?ge ganz neue Perspektiven auf die Bew?ltigung dieser Menschheitsaufgabe. Nicht nur durch die vom k?nftigen US-Pr?sidenten versprochene R?ckkehr der USA zum Pariser Klimaschutzabkommen. Schlie?lich wird auch unsere wirtschaftliche Prosperit?t davon abh?ngen, dass wir technologisch nicht l?nger China hinterherhecheln wie zuletzt bei der E-Mobilit?t. Auch das eine Art Erweckungserlebnis. Vor allem aber hat uns das Coronavirus gezeigt, dass die kollektiven Gefahren, denen die Menschheit im 21.Jahrhundert ausgesetzt ist, nicht abstrakt, sondern f?r jeden Einzelnen sp?rbar sind. Vielleicht noch gerade rechtzeitig. Dieses schreckliche 2020 sollte bei allen Verwerfungen Mut machen, menschengemachte Katastrophen aufhalten und abwenden zu k?nnen. Mit allen Mitteln, die Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur zur Verf?gung stehen.

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