Unfälle, Luftverkehr

Leichen liegen aufgereiht bei dem qualmenden Flugzeug, das kurz nach dem Start in Algerien abgestürzt ist.

11.04.2018 - 19:19:28

Militärtransporter verunglückt - 257 Tote bei schwerstem Flugzeugabsturz in Algerien. Die Opfer der Tragödie sind überwiegend Soldaten - und ihre Familien.

  • Iljushin Il-76 - Foto: Azhar Rahim/Symbol

    Transportmaschine vom Typ Iljuschin IL-76. Ein Flugzeug diesen Typs soll in der algerischen Provinz Blida mit rund 200 Armeeangehörige an Board abgestürzt sein. Foto: Azhar Rahim/Symbol

  • Abgestürztes Militärflugzeug - Foto: ENNAHAR TV/AP

    Das von ENNAHAR TV zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt Rettungskräfte im Einsatz auf dem Boufarik-Militärflughafen. Foto: ENNAHAR TV/AP

  • Militärflugzeug abgestürzt - Foto: ALG24/AP

    Feuerwehrleute und Soldaten an der Absturzstelle eines Militärflugzeugs in der Nähe des Boufarik Militärflughafens. Foto: ALG24/AP

  • Flugzeugunglück - Foto: ALG24/AP/dpa

    Lokale Medien zufolge soll die Maschine russischer Bauart in der Provinz Blida im Norden des Landes verunglückt sein. Foto: ALG24/AP/dpa

  • Absturzstelle - Foto: Anis Belghoul

    Krankenwagen an der Absturzstelle eines Militärflugzeugs im algerischen Boufarik. Foto: Anis Belghoul

Iljushin Il-76 - Foto: Azhar Rahim/SymbolAbgestürztes Militärflugzeug - Foto: ENNAHAR TV/APMilitärflugzeug abgestürzt - Foto: ALG24/APFlugzeugunglück - Foto: ALG24/AP/dpaAbsturzstelle - Foto: Anis Belghoul

Algier - Beim schwersten Flugzeugabsturz der algerischen Geschichte sind mindestens 257 Menschen ums Leben gekommen.

Der Militärtransporter vom Typ Iljuschin Il-76 zerschellte kurz nach dem Start von einer Militärbasis nahe der Hauptstadt Algier auf einem Feld, wie das Verteidigungsministerium und lokale Medien berichteten. Zur Unglücksursache gab es zunächst keine Angaben.

Unter den Opfern waren dem Ministerium zufolge Armeeangehörige und deren Familien sowie die zehnköpfige Crew der Maschine. Das viermotorige Flugzeug sollte sie vom Luftwaffenstützpunkt Boufarik etwa 30 Kilometer südwestlich von Algier in die Stadt Bechar in den Westen des Landes fliegen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums stürzte die Maschine um 7.50 Uhr Ortszeit ab.

Bilder des regierungsnahen Fernsehsenders Ennahar zeigten auf einer Wiese aufgereiht Dutzende mit Leichentüchern bedeckte Körper. Andere Aufnahmen zeigten ausgebrannte Flugzeugteile und den verkohlten Rumpf der Maschine russischer Bauart, aus dem Rauch aufstieg. Der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika ordnete eine dreitägige Staatstrauer an, wie die staatliche Nachrichtenagentur APS berichtete.

Zahlreiche Rettungswagen brachten die Opfer in Krankenhäuser. Zunächst war nicht klar, ob Insassen den Absturz überlebt haben. Einem Sprecher des Zivilschutzes zufolge waren 60 Rettungswagen, 30 Feuerwehrautos und 350 Feuerwehrleute im Einsatz, um die Flammen zu löschen und die Opfer zu bergen.

Die Toten wurden den Angaben zufolge in das Militärkrankenhaus in Ain Naadja nahe Algier gebracht. Dort sollten sie identifiziert werden. 30 der Todesopfer sollen aus dem umstrittenen Gebiet der Westsahara an der Atlantikküste kommen.

Der Generalsstabschef der algerischen Armee, Ahmed Gaid Salah, sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Ein Komitee solle die Untersuchungen zum Absturz leiten, sagte er, nachdem er die Absturzstelle besichtigt hatte.

Es handelt sich um den schwersten Flugzeugabsturz der algerischen Geschichte. 2014 war schon einmal ein Militärtransporter im Norden des Landes verunglückt. Damals starben 77 Menschen. Zudem war es das schwerste Flugzeugunglück weltweit seit dem Abschuss des Malaysia Airlines Fluges MH17 im Juli 2014 über der Ostukraine. Damals wurden alle 298 Menschen an Bord getötet, die meisten von ihnen waren Niederländer.

Die frühere französische Kolonie Algerien ist der größte Flächenstaat in Afrika. Mit knapp 2,4 Millionen Quadratkilometern ist er fast siebenmal so groß wie Deutschland. Die etwa 40 Millionen Einwohner des islamischen Wüstenstaates in Nordafrika sind überwiegend Araber.

@ dpa.de

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