Konflikte, Syrien

Kurz vor dem ersten Treffen von Trump und Putin bei G20 loten die USA aus, wie die Karten zwischen Moskau und Washington verteilt sind.

06.07.2017 - 13:48:06

Moskau reagiert zurückhaltend - USA bieten Russland Kooperation in Syrien an. Außenminister Tillerson schlägt eine Zusammenarbeit in Syrien vor - stellt aber eine Reihe von Bedingungen.

Washington/Moskau - Mit einem überraschenden Vorschlag im Syrien-Konflikt haben die USA Russland vor dem G20-Gipfel Entgegenkommen signalisiert.

Vor dem mit Spannung erwarteten ersten Treffen der Präsidenten Donald Trump und Wladimir Putin hatte US-Außenminister Rex Tillerson gesagt, Washington sei unter Bedingungen bereit zur Zusammenarbeit mit Moskau. Um die Lage in Syrien zu entschärfen, seien Flugverbotszonen, der Einsatz von Waffenstillstandskontrolleuren am Boden und die Koordinierung humanitärer Hilfslieferungen denkbar, sagte er. Das russische Außenministerium reagierte auf Anfrage zunächst nicht.

Das erste persönliche Treffen von Putin und Trump ist an diesem Freitag am Rande des G20-Gipfels in Hamburg geplant. Experten gehen davon aus, das das Thema Syrien das Gespräch dominieren könnte. Tillersons Vorschlag könnte dazu dienen, Handlungsspielraum zu schaffen. Der Minister knüpfte das Angebot aber an Bedingungen.

So forderte er, Russland müsse «den weiteren Einsatz jeglicher Chemiewaffen» durch syrische Regierungstruppen unterbinden. Außerdem habe Moskau als Schutzmacht der Führung in Damaskus sicherzustellen, dass keine Konfliktpartei in Syrien «illegitimerweise Gebiete zurückerobert oder besetzt, die der Kontrolle des IS oder anderer terroristischer Gruppen entrissen worden sind». Er fügte hinzu: «Wenn unsere beiden Länder zusammenarbeiten, schafft das die Basis für Fortschritt bei der Lösung für Syriens politische Zukunft.» Wie diese konkret aussehen könne, ließ er offen.

Der Bürgerkrieg in Syrien dauert schon rund sechs Jahre. Mehr als 400 000 Menschen wurden in dem Konflikt getötet, Millionen vertrieben. Russland ist der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Seit 2015 unterstützt Moskau das syrische Militär mit Luftangriffen. Dadurch konnte die Regierung ihre Position in dem Konflikt wieder stärken.

Die USA führen ein internationales Bündnis zur Bekämpfung des IS an, kooperieren in dem Bürgerkriegsland bislang aber nicht mit Russland. Die Streitkräfte beider Länder unterhalten lediglich einen Kommunikationskanal, um Unfälle im Luftraum über Syrien zu vermeiden.

Der russische Nordamerika-Spezialist Pawel Podlesny wertete Tillersons Vorstoß als vorsichtiges Entgegenkommen der USA. «Trump kann es derzeit kaum gebrauchen, wegen Syrien die Beziehungen zu uns zu verschärfen», sagte der Experte von der Russischen Akademie der Wissenschaften der Agentur Interfax. Zugleich scheue sich Trump, Russland zu weit entgegenzukommen, meinte er. «Trump versucht, weder in die eine noch in die andere Richtung zu weit auszuschlagen.»

Das Verhältnis zu Russland bewegt seit Monaten die US-Innenpolitik, weil Moskau im Verdacht steht, Einfluss auf die Präsidentenwahl genommen zu haben. Seit Monaten sehen beide Seiten die Beziehungen auf einem Tiefpunkt.

Podlesny dämpfte vor dem Treffen die Erwartungen. Das Ergebnis könne sein, dass sich Putin und Trump auf eine ausführlichere Begegnung möglicherweise noch in diesem Jahr einigen, sagte er.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Große Unruhe um Özdemir - Zeichen der Entspannung zwischen Berlin und Ankara. Aber noch ist das Verhältnis fragil. Das zeigt auch ein Vorfall um den Grünen-Politiker Cem Özdemir in München. Nach der Freilassung Deniz Yücels kommt Bewegung in die festgefahrenen deutsch-türkischen Beziehungen. (Politik, 18.02.2018 - 18:36) weiterlesen...

Analyse - Schwieriger Neuanfang in einer komplizierten Beziehung. Jetzt wollen beide Länder es noch einmal miteinander versuchen. Das ist aber leichter gesagt als getan. Die deutsch-türkischen Beziehungen galten lange Zeit als hoffnungslos zerrüttet. (Politik, 18.02.2018 - 17:42) weiterlesen...

Nach Yücels Freilassung - Türkei hofft auf Panzer-Kooperation mit Deutschland. Die türkische Regierung hofft nun darauf, dass die Zusammenarbeit beider Länder wieder intensiviert wird - auch auf einem sehr heiklen Feld. Nach der Freilassung Deniz Yücels stehen die Zeichen zwischen Deutschland und der Türkei auf Entspannung. (Politik, 18.02.2018 - 15:23) weiterlesen...

Deutsche IS-Anhängerin Linda W. zu Haft im Irak verurteilt. aus dem sächsischen Pulsnitz ist nach Medienberichten von einem irakischen Gericht zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Wie NDR, WDR und «Süddeutsche Zeitung» aus Justizkreisen in Bagdad erfuhren, wurde die Jugendliche wegen der Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat zu fünf Jahren und darüber hinaus wegen der illegalen Einreise in den Irak zu einem Jahr Haft verurteilt. Eine offizielle Bestätigung des Urteils durch das Auswärtige Amt oder irakische Behörden gab es zunächst nicht. Bagdad - Die 17-jährige deutsche IS-Anhängerin Linda W. (Politik, 18.02.2018 - 15:00) weiterlesen...

Türkei hofft auf Panzer-Kooperation mit Deutschland. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim sagte in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz, dass er sich eine deutsche Beteiligung am geplanten Bau des türkischen «Altay»-Panzers wünsche. Von einer solchen Zusammenarbeit würden beide Seiten profitieren. Die türkische Regierung plant den Bau von etwa 1000 Kampfpanzern des Typs «Altay» im geschätzten Wert von etwa sieben Milliarden Euro. München - Nach der Freilassung des Journalisten Deniz Yücel hofft die türkische Regierung auf eine stärkere Rüstungskooperation mit Deutschland. (Politik, 18.02.2018 - 06:44) weiterlesen...

Yildirim verteidigt Einsatz deutscher «Leopard»-Panzer. Die Beteiligung dieser Panzer an der umstrittenen türkischen Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG sei «selbstverständlich», sagte er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. «Wir haben sie ja für Tage wie heute gekauft, wenn wir angegriffen werden.» Die Bundeswehr hatte der Türkei zwischen 2006 und 2011 354 «Leopard 2» geliefert - ohne Auflagen für den Einsatz zu erteilen. München - Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat den Einsatz deutscher Kampfpanzer vom Typ «Leopard 2» in Syrien verteidigt. (Politik, 18.02.2018 - 05:48) weiterlesen...