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Fußball, EM

Kroatiens großer Generation um den 35-jährigen Luka Modric fehlt weiter ein Titel.

28.06.2021 - 21:00:09

Sieg in der Verlängerung - Nach Achtelfinal-Krimi: Spanien wirft Kroatien bei EM raus. Die Reise bei der EM geht in Kopenhagen nach einer packenden Partie gegen Spanien zu Ende.

  • Sieg - Foto: Stuart Franklin/Pool Getty/AP/dpa

    Die Spanier setzten sich erst in der Verl?ngerung gegen Kroatien durch. Foto: Stuart Franklin/Pool Getty/AP/dpa

  • Eigentor - Foto: Martin Meissner/AP Pool/dpa

    Dem spanischen Torwart Unai Simon unterlief ein folgenschweres Missgeschick. Foto: Martin Meissner/AP Pool/dpa

  • 0:1 - Foto: Martin Meissner/AP/dpa

    Der Ball landet nach dem kuriosen Eigentor im Kasten der Spanier. Foto: Martin Meissner/AP/dpa

  • 1:1 - Foto: Jonathan Nackstrand/Pool AFP/AP/dpa

    Der spanische Torsch?tze Pablo Sarabia (M.) dreht nach dem Ausgleichstreffer jubelnd ab. Foto: Jonathan Nackstrand/Pool AFP/AP/dpa

  • 2:1 - Foto: Martin Meissner/AP Pool/dpa

    Der Spanier Cesar Azpilicueta (o.l.) trifft per Kopf zur F?hrung. Foto: Martin Meissner/AP Pool/dpa

  • 3:1 - Foto: Martin Meissner/AP Pool/dpa

    Ferran Torres (M.) erh?hte f?r Spanien auf 3:1. Foto: Martin Meissner/AP Pool/dpa

  • Anschlusstreffer - Foto: Stuart Franklin/Pool Getty/AP/dpa

    Der Kroate Mislav Orsic (2.v.l) verk?rzte aus dem Gew?hl auf 2:3. Foto: Stuart Franklin/Pool Getty/AP/dpa

  • 3:3 - Foto: Wolfgang Rattay/Pool Reuters/AP/dpa

    In der Nachspielzeit sorgte Mario Pasalic (l) mit seinem Treffer f?r die Verl?ngerung. Foto: Wolfgang Rattay/Pool Reuters/AP/dpa

  • 4:3 - Foto: Martin Meissner/AP Pool/dpa

    Spaniens St?rmer Alvaro Morata (l) traf in der Verl?ngerung zum 4:3. Foto: Martin Meissner/AP Pool/dpa

  • Endstand - Foto: Jonathan Nackstrand/Pool AFP/AP/dpa

    Mikel Oyarzabal machte mit dem 5:3 alles klar. Foto: Jonathan Nackstrand/Pool AFP/AP/dpa

Sieg - Foto: Stuart Franklin/Pool Getty/AP/dpaEigentor - Foto: Martin Meissner/AP Pool/dpa0:1 - Foto: Martin Meissner/AP/dpa1:1 - Foto: Jonathan Nackstrand/Pool AFP/AP/dpa2:1 - Foto: Martin Meissner/AP Pool/dpa3:1 - Foto: Martin Meissner/AP Pool/dpaAnschlusstreffer - Foto: Stuart Franklin/Pool Getty/AP/dpa3:3 - Foto: Wolfgang Rattay/Pool Reuters/AP/dpa4:3 - Foto: Martin Meissner/AP Pool/dpaEndstand - Foto: Jonathan Nackstrand/Pool AFP/AP/dpa

Kopenhagen - In einem spektakulären Achtelfinale hat Spanien bei der Fußball-EM den Vize-Weltmeister Kroatien rausgeworfen und gehört nun zum ersten Mal seit 2012 wieder zu den besten acht Mannschaften eines großen Turniers.

Zwar verspielte das junge Team von Luis Enrique in den Schlussminuten der regulären Spielzeit noch eine 3:1-Führung. Dank der Tore von Alvaro Morata in der 100. Minute und Mikel Oyarzabal (103.) hieß es am Ende dennoch 5:3 (3:3, 1:1) nach Verlängerung für den Europameister von 2008 und 2012.

Torfestival beginnt mit Eigentor

Ein denkwürdiger Patzer von Spaniens Torhüter Unai Simons führte zunächst zum bereits neunten Eigentor dieser EM durch den erst 18 Jahre jungen Pedri (20. Minute). Pablo Sarabia (38.), César Azpilicuta (57.) und Ferrán Torres (77.) trafen dann für Spanien. Mislav Orsic (85.) und Mario Pasalic (90.+2) erzwangen im starken Endspurt der Kroaten die Verlängerung, in der die Spanier das glücklichere Ende für sich hatten. Der dreimalige Europameister spielt nun am Freitag in St. Petersburg gegen den Sieger des Spiels Frankreich gegen Schweiz um den Einzug ins Halbfinale.

Mehrere Tausend kroatische Fans hatten schon Stunden vor dem Anpfiff in der Kopenhagener Innenstadt die Partie für das Team von Kapitän Luka Modric zum Heimspiel gemacht. Trainer Zlatko Dalic stellte nach dem Ausfall seines EM-Rekordtorschützen Ivan Perisic, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde, den ehemaligen Frankfurter Ante Rebic (Inter Mailand) in die Startelf. Die Kroaten hätten aber lieber von Beginn an auf Mislav Orsic setzen sollen, dessen Einwechselung einem schon entschieden geglaubten Spiel noch einmal Dramatik gab.

Bei den Kroaten ging es seit dem gegen Frankreich verlorenen WM-Finale 2018 beständig bergab: Ivan Rakitic und Mario Mandzukic zurückgetreten, Spannungen im Team zwischen jüngeren und älteren Spielern, dazu ein gewisser Hang, sich auf dem großen Erfolg etwas zu sehr auszuruhen.

Spanien setzt auf Ballbesitzfußball

Die Devise der Spanier lautete von Beginn an: Möglichst viel den Ball haben, damit Modric ihn nicht hat. Der 35-Jährige war der einige Real-Madrid-Profi auf dem Platz, nachdem Luis Enrique keinen einzigen Spieler von den Königlichen nominiert hatte.

So richtig in Bedrängnis gerieten die Kroaten erstmals in der 16. Minute: Das 18-jährige Barcelona-Talent Pedri riss mit einem herrlichen Pass die gegnerische Abwehr auf, aber Routinier Koke scheiterte an Keeper Dominik Livakovic. Wie aus dem Nichts fiel das 1:0 für Kroatien, das Spanien-Schlussmann Simon von Athletic Bilbao sicher nie vergessen wird: Bei einer Rückgabe von Pedri aus großer Entfernung rutschte ihm der Ball über den Fuß ins eigene Netz. Es war bereits das neunte Eigentor bei dieser EM - so viele wie bei allen anderen Endrunden zuvor zusammengezählt.

Vize-Weltmeister rettet sich in die Verlängerung

Plötzlich spielten Modric und Co. nach vorne, die Spanier brauchten etwa eine Viertelstunde, um sich von dem Schreck zu erholen. Dann aber stifteten sie wieder Verwirrung im gegnerischen Strafraum, wo den Kroaten der gesperrte Abwehrchef Dejan Lovren fehlte - und nutzten sie: Paris-Profi Sarabia staubte zum Ausgleich ab.

Mit dem Hoffenheimer Stürmer Andrej Kramaric als Joker gingen die Kroaten in die zweite Halbzeit, doch Azpilicueta per Kopf nutzte eine weitere Unordnung in der Hintermannschaft zum 2:1. Pechvogel Simon machte seinen Patzer aus der ersten Halbzeit wieder wett, als er gegen den künftigen Leipziger Josko Gvardiol rettete (67.). Torres traf dann nochmal für die effizienten Spanier, als die Kroaten gerade so etwas wie Druck aufbauten. Aber der Vize-Weltmeister rettete sich nach zwei weiteren Treffern in die Verlängerung, wo der Gegner dann seine Chancen nutzte.

© dpa-infocom, dpa:210628-99-179836/2

@ dpa.de