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International, Konflikte

Konflikte - Biden wirbt für Ende von «Amerikas längstem Krieg»

14.04.2021 - 16:54:08

Konflikte - Biden wirbt für Ende von «Amerikas längstem Krieg». Die USA wollen ihre Truppen bis zum 11. September aus Afghanistan abziehen. Auf die Ankündigung folgt Protest und Enttäuschung. US-Präsident Biden wirbt mit Nachdruck für den Plan.

Washington - US-Präsident Joe Biden hat mit Nachdruck für den angekündigten bedingungslosen Abzug aller amerikanischen Truppen aus Afghanistan bis zum 11. September geworben.

«Es ist Zeit, Amerikas längsten Krieg zu beenden», sagte Biden am Mittwoch nach vorab veröffentlichten Auszügen aus einer Rede. «Es ist Zeit für die amerikanischen Truppen, nach Hause zu kommen.» Es sei nicht möglich, die Militärpräsenz immer wieder in der Erwartung zu verlängern oder zu vergrößern, die «idealen Bedingungen» für einen Abzug zu schaffen.

«Obwohl wir in Afghanistan nicht weiter militärisch involviert sein werden, wird unsere diplomatische und humanitäre Arbeit weitergehen», sagte Biden den Auszügen zufolge. Die USA würden Afghanistans Regierung, die Sicherheitskräfte und auch die Friedensverhandlungen mit den militant-islamistischen Taliban weiter unterstützen. Biden wollte den Beschluss am Mittwochnachmittag (20.15 Uhr MESZ) offiziell im Weißen Haus verkünden.

Bereits am Dienstag war bekannt geworden, dass die USA als größter Truppensteller ihre Soldaten ohne weitere Bedingungen zum 11. September abziehen wollen, dem 20. Jahrestag der Terroranschläge von 2001. Aktuell sind noch 10.000 Soldaten aus Nato-Ländern und Partnernationen in Afghanistan, um die demokratisch gewählte Regierung durch Ausbildung und Beratung von Sicherheitskräften zu unterstützen. Darunter sind etwa 1000 deutsche Soldaten.

Der Abzug soll auch ein zentrales Thema einer Schalte der Außen- und Verteidigungsminister der Nato-Staaten am Mittwoch sein. Ein US-Regierungsvertreter sagte, der Abzug werde mit Nato-Staaten und anderen Partnern koordiniert. «Wir sind gemeinsam hineingegangen, haben uns gemeinsam abgestimmt, und jetzt werden wir uns darauf vorbereiten, gemeinsam wegzugehen.»

Von afghanischer Seite war zuvor teils große Enttäuschung über die US-Entscheidung geäußert worden. Es sei das «Verantwortungsloseste und Egoistischste», was Amerika seinen afghanischen Partnern habe antun können, sagte ein Mitglied des Verhandlungsteams bei den Friedensgesprächen in Doha, der namentlich nicht genannt werden wollte, der Deutschen Presse-Agentur.

Die militant-islamistischen Taliban bestehen auf dem Abzug aller US- und Nato-Truppen aus Afghanistan bis zum 1. Mai - also deutlich vor dem inzwischen von den USA genannten Termin am 11. September. Man strebe den Abzug aller ausländischen Streitkräfte zum per «USA-Taliban-Abkommen» festgelegten Datum an, schrieb Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid am Mittwoch auf Twitter.

© dpa-infocom, dpa:210414-99-194675/4

@ dpa.de