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Krankheiten, Gesundheit

Klare Botschaft von Deutschlands oberstem Seuchenbekämpfer an Impfskeptiker: Ohne Impfschutz dürfte man um Corona nicht herumkommen.

12.05.2021 - 16:48:07

Corona-Pandemie - RKI: Jeder ohne Impfung bekommt Corona. Deutliche Worte gibt es auch an die Kinderärzte.

  • Wieler ?ber Impfungen - Foto: Michael Kappeler/dpa

    RKI-Pr?sident Lothar Wieler sieht nur in der Impfung einen dauerhaften Schutz vor Corona. Foto: Michael Kappeler/dpa

  • Christian Drosten - Foto: Michael Kappeler/dpa

    Virologe Drosten: ?Wer sich aktiv dagegen entscheidet, sich impfen zu lassen, der wird sich unweigerlich infizieren.?. Foto: Michael Kappeler/dpa

  • Corona-Impfung - Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

    ?ber eine Zulassung der Corona-Impfstoffe f?r Kinder ist noch nicht entschieden worden. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Wieler ?ber Impfungen - Foto: Michael Kappeler/dpaChristian Drosten - Foto: Michael Kappeler/dpaCorona-Impfung - Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin - Bundesregierung und Behörden haben eine gründliche Prüfung der Corona-Impfung für Kinder zugesagt.

Nach der Notfallzulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer in den USA machte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) deutlich, dass in Deutschland im Gegensatz dazu eine reguläre Zulassung geplant ist. Das Robert Koch-Institut betonte, dass jede und jeder mit einer Corona-Infektion rechnen müsse, der sich nicht impfen lässt. «Dieses Virus wird uns nicht mehr verlassen», sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. «Dieses Virus wird auf Dauer jeden Deutschen infizieren, der nicht geschützt ist durch eine Impfung. Das wird auf Dauer so sein.»

Der Berliner Virologe Christian Drosten erläuterte: «Wer sich jetzt beispielsweise aktiv dagegen entscheidet, sich impfen zu lassen, der wird sich unweigerlich infizieren.» Denn das Virus zirkuliere in der Bevölkerung - zum Beispiel unbemerkt im Rachen von Geimpften und bei kleineren Kindern, die noch nicht geimpft werden können. «Das Virus wird unerkannterweise unter einer Decke des Immunschutzes sich weiter verbreiten», sagte der Wissenschaftler der Charité Berlin im NDR-Podcast «Coronavirus-Update» am Dienstag. Eine Entscheidung gegen die Impfung sei eine Entscheidung für die Infektion.

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, entfachte Diskussionen über die geplanten Impfungen von Kindern und Jugendlichen. Er stieß bei Spahn und dem Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, dabei auf Widerspruch. So kritisierte Fischbach den Zeitplan von Bund und Ländern in der «Rheinischen Post» als «überambitioniert». Spahn entgegnete, die Länder planten bereits die Organisation der Impfungen. Er sei optimistisch, dass die Über-12-Jährigen im Sommer geimpft werden können. Voraussetzung sei die Zulassung. Die Kinderärzte würden einbezogen.

KBV-Chef Andreas Gassen ist für Reihenimpfungen auch in den Schulen. «Nur so können wir viele Jugendlichen auf einen Schlag impfen», sagte er dem «Handelsblatt». Neben den Kinder- und Jugendärzten sei der öffentliche Gesundheitsdienst in der Verantwortung. Fischbach hatte Reihenimpfungen als «kontraproduktiv» abgelehnt. Spahn versicherte, «dass es keine verpflichtende Impfung geben wird».

Vor einer möglichen Impfempfehlung für Kinder wird laut Ständiger Impfkommission (Stiko) eine genaue Prüfung stehen, wie Stiko-Chef Thomas Mertens versicherte. Nach Zulassung sollten Kinder mit schweren Vorerkrankungen zuerst geimpft werden, sagte er der «Welt». Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will im Mai über die Empfehlung zur Biontech-Zulassung ab 12 Jahren entscheiden.

Das ist auch deshalb von Belang, weil Schulkinder und junge Erwachsene von Corona-Neuinfektionen in Deutschland derzeit überdurchschnittlich stark betroffen sind. Hier liege die Inzidenz pro 100 000 Einwohnern und sieben Tagen bei 150, teilte Wieler mit. Drosten sagte, eine Corona-Infektion sei möglicherweise bei Kindern nicht so harmlos, wie das im Moment von manchen in der Öffentlichkeit dargestellt werde. Noch wisse man gar nicht, wie es sei, wenn sich große Gruppen von Kindern ansteckten. Es gebe Berichte aus England, wonach dann auch Kinder im Krankenhaus behandelt werden müssten, die die Krankheit schwer treffe. Es habe zudem den Anschein, dass Langzeitfolgen (Long Covid) bei Kindern eher aufträten als die akute Erkrankung.

Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) kündigte an, derzeit werde Forschungsförderung auf den Weg gebracht zum besseren Verständnis von Long Covid. «So lange man keine gesicherten Erkenntnisse darüber hat, kann man jedem nur empfehlen, sich impfen zu lassen.» Bei Kindern kommt das Risiko des sogenannten pädiatrischen Multisystem-Inflammationssyndroms (PIMS) hinzu. Betreffen kann es Kinder etwa ab dem Grundschulalter bis zur Pubertät. Die Datenlage zu der Wochen nach der Infektion auftretenden Krankheit sei unklar, sagte Drosten. Zu befürchten sei, dass das Syndrom in einem von 1000 Fällen auftritt. Sollte sich dies bewahrheiten, sei das Risiko bei ungeschütztem Schulbetrieb über eine ganze Wintersaison sehr hoch, sagte Drosten.

In Bayern und in Baden-Württemberg dürfen ab kommender Woche alle bisher verfügbaren Corona-Impfstoffe ohne Rücksicht auf die staatlich vorgegebene Priorisierung beim Arzt verimpft werden. Dies werde «im Laufe der nächsten Woche» passieren, sagte Markus Söder in München. In Baden-Württemberg können die Ärzte ab Montag vollständig selbst entscheiden, wer die Impfung gegen das Coronavirus zuerst bekommt.

Wieler betonte, die Menschen sollten sich angesichts der Impfraten noch stark vor möglichen Infektionen hüten. Denn von den Über-80-Jährigen in Deutschland seien erst 70 Prozent voll geimpft. Von den 70- bis 79-Jährigen seien es 10 Prozent. Von den 60- bis 69-Jährigen seien dies 6 und bei den Jüngeren 5 Prozent.

Unterdessen veröffentlichte die Stiko ihre aktualisierte Impfempfehlung, wonach das Präparat von Johnson & Johnson künftig für Menschen ab 60 Jahren empfohlen wird. Hintergrund ist eine seltene Impfkomplikation, ähnlich wie beim Impfstoff von Astrazeneca. Das Gremium erklärt, die Altersgrenze berücksichtige, dass die gemeldeten Fälle ganz überwiegend bei Menschen unter 60 auftraten. Es sei «nicht von einem ausgeprägten geschlechterspezifischen Risiko auszugehen». Daher seien auch Männer in die Empfehlung eingeschlossen.

Drosten schätzt, dass die Bevölkerung in Deutschland ungefähr in den kommenden eineinhalb Jahren immun gegen das Coronavirus wird. Dies werde durch die Impfung oder durch natürliche Infektion geschehen.

© dpa-infocom, dpa:210511-99-560707/5

@ dpa.de

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