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K?lner Stadt-Anzeiger

K?ln - Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm R?rig, hat die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen im Erzbistum K?ln scharf kritisiert.

22.02.2021 - 16:07:51

Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung kritisiert Aufarbeitung durch Kardinal Woelki im Erzbistum K?ln - R?rig beklagt St?rung der unabh?ngigen Aufarbeitung

K?ln - Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm R?rig, hat die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen im Erzbistum K?ln scharf kritisiert. Im "K?lner Stadt-Anzeiger" (Dienstag-Ausgabe) sprach R?rig von einer "schweren Belastung insbesondere f?r die Betroffenen und die in der Aufarbeitung Engagierten". Kardinal Rainer Woelki habe mit der Vergabe eines - sp?ter von ihm unter Verschluss genommenen - Rechtsgutachtens "sehr, sehr hohe Erwartungen geweckt", so R?rig weiter. "Die hat er dann auf der Strecke mehrfach entt?uscht. Und im Moment fehlt es an dem, was f?r Aufarbeitung am Wichtigsten ist: Transparenz und Vertrauen, Hoffnung, Zuversicht. K?ln erzeugt gerade leider das Gegenteil: Misstrauen und Skepsis." R?rig beklagte auch eine "St?rung der unabh?ngigen Aufarbeitung in den einzelnen Di?zesen" durch die "K?lner Wirren". In mehr als der H?lfte der 27 Bist?mer stehe er "in konkreten Gespr?chen" ?ber die Errichtung von Kommissionen zur Aufarbeitung, auf die sich die Deutsche Bischofskonferenz 2020 in einer gemeinsamen Vereinbarung mit R?rig verpflichtet hatte. Man werde nun sehen k?nnen, "welche Bisch?fe die Dinge vorantreiben und welche hier noch etwas mehr Energie an den Tag legen m?ssten". Mit dem Erzbistum K?ln f?hle er sich in diesem Punkt "auf gutem Wege", betonte R?rig. Allerdings wirkten sich die dortigen Konflikte negativ auf die Entsendung von Vertretern aus den Reihen der Betroffenen aus.

Zur Frage nach personellen Konsequenzen f?r die Bistumsverantwortlichen sagte R?rig, er kommentiere keine Personalentscheidungen. "Allerdings w?rde ich allen empfehlen, die ein wichtiges Amt bekleiden, sich sehr selbstkritisch zu befragen: Was waren die Folgen meines Handelns? Welche Sch?den sind dadurch entstanden? Die Entscheidung, unbedingt an einem Amt zu kleben, ist in jedem Fall die falsche." R?rig verteidigte die Beteiligung der Kirche an der weiteren Aufarbeitung und wandte sich gegen Vorst??e, den gesamten Prozess in die Hand des Staates zu geben. F?r Gremien wie eine "Wahrheitskommission" fehlten die gesetzliche Grundlage und der politische Wille. Der Missbrauchsbeauftragte konstatierte eine gewisse Platzhalterfunktion der Kirche, hinter der andere gesellschaftliche Bereiche wie der Sport sich ihrer Verantwortung entziehen k?nnten. "Von konstruktiver Unterst?tzung f?r einen fundierten Prozess der Aufarbeitung kann keine Rede sein. Wenn die Politik sich ?berhaupt f?r Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch interessiert, dann immerhin noch im Feld der Kirchen. Sport, Schule, der famili?re Kontext interessieren die Politik noch weniger. All diese Bereiche fallen, mal im Klartext gesprochen, eher hinten runter."

https://www.ksta.de/politik/missbrauchsbeauftragter woelki-hat-hohe-erwartungen -geweckt-und-mehrfach-enttaeuscht 38093872

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