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Gesundheit, Krankheiten

Jens Spahn erntet Widerspruch für seine Aussage zum Wechselunterricht - und die Bundesregierung versucht zu beschwichtigen.

21.06.2021 - 15:54:08

Coronavirus - Bundesregierung: Geöffnete Schulen «ganz hohe Priorität». Eine Studie stellt dem Distanzunterricht derweil miserable Noten aus.

Frankfurt/Main - Die Bundesregierung hat die angestrebte Rückkehr zu einem vollen Schulbetrieb nach den Sommerferien unterstrichen, verweist aber auch auf noch mögliche Corona-Risiken.

«Geöffnete Schulen haben eine ganz hohe Priorität», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Nach allem, was Kinder in der Pandemie durchmachen mussten, sei es sehr zu wünschen, dass nach den Ferien wie vorgesehen überall wieder Präsenzunterricht möglich sei.

Auch angesichts der ansteckenderen Delta-Virusvariante habe man es aber «nicht mit einer komplett vorauszusehenden Entwicklung zu tun», sagte Seibert. Das Geschehen sei den Sommer über genau zu beobachten. «Natürlich ist es nicht auszuschließen, dass es lokal zu größeren Infektionsausbrüchen kommt, auf die dann auch zu reagieren wäre.» Der Blick nach Großbritannien und Portugal zeige, wie auch bei sehr positiver Entwicklung durch die Delta-Variante wieder Infektionen in großer Zahl entstehen könnten.

Spahn: Wechselunterricht vermeiden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Montag beim «Tag der Industrie», es sei eines der Hauptziele, das normale Schulleben so lange wie möglich zu bewahren. Wechselunterricht werde nicht angestrebt. Es sei auch möglich, nach den Sommerferien ohne diesen zu starten. In der weiteren Entwicklung könne man Wechselunterricht dann auch mit den richtigen Instrumenten vermeiden, machte Spahn in einer auf Englisch geführten Diskussion deutlich. Er nannte nun angebotene Impfungen für Kinder ab 12 Jahre nach individueller Entscheidung, regelmäßige Tests und je nach regionalen Infektionszahlen Masken als eine Option für Präsenzunterricht. Spahn betonte zugleich auch mit Blick auf Virusvarianten: «Wir müssen auf alles vorbereitet sein.»

Die Bundesregierung verwies zudem auf ein Mitte Juni gestartetes Förderprogramm für den Einbau von Luftfilteranlagen in Kitas und Schulen, in denen Kinder bis 12 Jahre betreut werden. Der Bund übernimmt bis zu 80 Prozent der Kosten.

Zuvor hatte sich die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), gegen frühzeitige Festlegungen auf weitere Einschränkungen des Regelunterrichts ausgesprochen. «Die KMK hat für Präsenzunterricht plädiert, und das sollte nicht vorzeitig in Frage gestellt werden», sagte sie dem «Tagesspiegel». Spahn hatte am Samstag gesagt, dass Corona-Maßnahmen in den Schulen noch längere Zeit aufrechterhalten werden müssten. Im Herbst und Winter würden trotz derzeit sehr niedriger Inzidenzen voraussichtlich nach wie vor Maßnahmen wie Maskenpflicht oder auch Wechselunterricht notwendig sein.

Schlechtes Zeugnis für Distanzunterricht

Eine Studie hat dem Distanzunterricht während der Corona-Krise unterdessen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Forscher der Frankfurter Goethe-Universität haben sich dafür Daten aus aller Welt angesehen - das Ergebnis ist ernüchternd: «Die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 ist als Stagnation mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen zu bezeichnen und liegt damit im Bereich der Effekte von Sommerferien», erklärte Prof. Andreas Frey, der an der Goethe-Universität Pädagogische Psychologie lehrt, einer der Autoren der Studie.

Für die Studie hatten Forscherinnen und Forscher in einem systematischen Review mit wissenschaftlichen Datenbanken weltweit jene Studien identifiziert, die über die Auswirkungen der coronabedingten Schulschließungen auf die Leistungen und Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern berichteten. «Wir haben nur forschungsmethodisch hochwertige Publikationen berücksichtigt, die eindeutige Rückschlüsse auf die Wirkung coronabedingter Schulschließungen auf den Kompetenzerwerb von Schülerinnen und Schülern erlauben und geeignete Tests zur Leistungs- oder Kompetenzmessung einsetzten», erklärte Frey.

Besonders stark seien Kompetenzeinbußen bei Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Elternhäusern. «Hiermit sind die bisherigen Vermutungen durch empirische Evidenz belegt: Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich während der ersten coronabedingten Schulschließungen noch weiter geöffnet», schlussfolgerte Frey. Allerdings gebe es auch erste Anhaltspunkte dafür, dass die Effekte der späteren Schulschließungen ab Winter nicht zwangsläufig ebenso drastisch ausfallen müssen: Inzwischen habe sich die Online-Lehre vielerorts verbessert.

© dpa-infocom, dpa:210621-99-76396/9

@ dpa.de

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