Migration, Flüchtlinge

Italiens populistische Regierung zeigt in der Flüchtlingsfrage größtmögliche Härte.

13.06.2018 - 11:12:06

Weitere 1500 Kilometer Strecke - «Aquarius» dürfte am Samstagabend in Valencia eintreffen. Das Rettungsschiff «Aquarius» muss ins 1500 Kilometer weit entfernte Spanien ausweichen.

  • «Aquarius» - Foto: Salvatore Cavalli/AP

    Ein Schiff der italienischen Küstenwache legt an der «Aquarius» an. Foto: Salvatore Cavalli/AP

  • Migranten - Foto: Kenny Karpov/SOS Mediterranee/AP

    Migranten an Bord der «Aquarius». Foto: Kenny Karpov/SOS Mediterranee/AP

  • Rettung von Flüchtlingen - Foto: Kenny Karpov/MSF/SOS Mediterranee

    Das von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen herausgegebene Bild zeigt Migranten, die in ein der «Aquarius» steigen. Foto: Kenny Karpov/MSF/SOS Mediterranee

  • SOS Mediterranee - Foto: Kenny Karpov/SOS Mediterranee

    Das von SOS Mediterranee auf Twitter gepostete Bild zeigt Migranten an Bord des Schiffs Aquarius. Foto: Kenny Karpov/SOS Mediterranee

  • Flüchtlinge - Foto: Kenny Karpov/SOS Mediterranee

    Migranten an Bord des Schiffs Aquarius, das von SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen betrieben wird. Foto: Kenny Karpov/SOS Mediterranee

  • Auf der Aquarius - Foto: Kenny Karpov/SOS Mediterranee

    Festsitzende Migranten an Bord des Schiffs Aquarius. Foto: Kenny Karpov/SOS Mediterranee

«Aquarius» - Foto: Salvatore Cavalli/APMigranten - Foto: Kenny Karpov/SOS Mediterranee/APRettung von Flüchtlingen - Foto: Kenny Karpov/MSF/SOS MediterraneeSOS Mediterranee - Foto: Kenny Karpov/SOS MediterraneeFlüchtlinge - Foto: Kenny Karpov/SOS MediterraneeAuf der Aquarius - Foto: Kenny Karpov/SOS Mediterranee

Marseille - Nach der Sperrung der italienischen Häfen für die «Aquarius» wird die Ankunft des Rettungsschiffs nun am Samstagabend im spanischen Valencia erwartet.

Der genaue Zeitpunkt hänge aber noch von den Wetter- und Meeresbedingungen ab, sagte Sophie Beau von der Hilfsorganisation SOS Méditérranée in Marseille. Die Seenotretter rechnen mit vier Meter hohen Wellen, sobald das Schiff die Straße von Sizilien verlässt - dies ist die Meerenge zwischen Sizilien und Tunesien.

Die populistische Regierung in Rom hatte der «Aquarius» mit mehr als 600 geretteten Migranten an Bord die Einfahrt in einen italienischen Hafen verwehrt. Schließlich hatte Spanien sich bereiterklärt, das Schiff aufzunehmen. Am Dienstag wurden mehr als 520 Migranten auf zwei Schiffe der italienischen Küstenwache und der Marine gebracht, die drei Schiffe begannen anschließend die rund 1500 Kilometer lange Fahrt nach Valencia.

Beau rief die europäischen Staaten auf, eine politische Lösung für die Organisation der Seenotrettung von Migranten auf dem Mittelmeer zu finden. In den vergangenen Jahren seien mindestens 15.000 Menschen gestorben. «Die Priorität ist es, eine geeignete Flotte bereitzustellen, um Rettungsaktionen im Mittelmeer durchzuführen», sagte sie. «Das wiederholen wir seit 28 Monaten, und niemand hört uns zu.»

@ dpa.de

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