Konflikte, Nahost

Israel reagiert mit einer Razzia auf den tödlichen Anschlag auf eine Familie in einer Siedlung im Westjordanland.

22.07.2017 - 16:00:05

Tempelberg-Krise - Israel nimmt nach Anschlag Bruder des Attentäters fest. Nach blutigen Unruhen wegen eines Streits um den Tempelberg haben die Palästinenser die Beziehungen zu Israel eingefroren.

  • Sicherheit am Tempelberg - Foto: Mahmoud Illean

    Sicherheitsschleuse mit Metall-Detektoren am Tempelberg in Jerusalem. Israel beschränkt den Zugang zu der für Juden wie Muslimen gleichermaßen religiösen Stätte. Foto: Mahmoud Illean

  • Betende Palästinenser - Foto: Mahmoud Illean

    Palästinenser beten in der Nähe von Jerusalems Altstadt und werden von Israelischen Polizisten (r) bewacht. Im Hintergrund sind die al-Aqsa-Moschee (l) und der Felsendom (M) zu sehen. Foto: Mahmoud Illean

  • Tränengas-Schwaden - Foto: Mahmoud Illean

    Palästinenser flüchten nahe der Jerusalemer Altstadt vor Tränengas-Schwaden der israelischen Polizei. Foto: Mahmoud Illean

  • Steinschleuder - Foto: Nasser Shiyoukhi

    Mit einer Steinschleuder attackiert ein palästinensischer Demonstrant in Bethlehem israelische Soldaten. Foto: Nasser Shiyoukhi

  • Unruhen in Bethlehem - Foto: Nasser Shiyoukhi

    Kampf in den Straßen von Bethlehem: Die Palästinenser demonstrieren gegen die Metalldetektoren am Eingang zum Tempelberg in Jerusalem. Foto: Nasser Shiyoukhi

  • Festnahme - Foto: Mahmoud Illean

    Israelische Grenzpolizisten in Jerusalem einen Palästinenser fest. Nach neuer Gewalt am Tempelberg hat Israel den Zutritt für Muslime zu der heiligen Stätte beschränkt. Foto: Mahmoud Illean

  • Unruhen in Bethlehem - Foto: Nasser Shiyoukhi

    Flucht vor dem Tränengas: Palästinensische Demonstranten bringen sich bei Unruhen in Bethlehem in Sicherheit. Foto: Nasser Shiyoukhi

  • Mahmud Abbas - Foto: Raad Adayleh/Archiv

    Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat den Abbruch der Kontakte zu Israel angekündigt. Foto: Raad Adayleh/Archiv

  • Unruhen in Jerusalem - Foto: Mahmoud Illean

    Israelische Soldaten schießen in Jerusalem mit Tränengas in Richtung palästinensischer Demonstranten. Die Palästinenser demonstrieren gegen die Metalldetektoren am Eingang zum Tempelberg. Foto: Mahmoud Illean

  • Unruhen in Jerusalem - Foto: Mahmoud Illean

    Konfrontation zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Soldaten in Jerusalem. Foto: Mahmoud Illean

  • Anhänger der Hamas - Foto: Mohammed Asad/APA Images via ZUMA Wire

    Bewaffnete Anhänger der Hamas protestieren in Gaza-Stadt gegen die von Israel aufgebauten Metalldetektoren am Eingang zur Al-Aksa-Moschee am Jerusalemer Tempelberg. Foto: Mohammed Asad/APA Images via ZUMA Wire

  • Hamas-Kämpfer - Foto: Mohammed Asad

    Bewaffnete Anhänger der Hamas protestieren in Gaza-Stadt gegen die von Israel aufgebauten Metalldetektoren am Eingang zur Al-Aksa-Moschee am Jerusalemer Tempelberg. Foto: Mohammed Asad

Sicherheit am Tempelberg - Foto: Mahmoud IlleanBetende Palästinenser - Foto: Mahmoud IlleanTränengas-Schwaden - Foto: Mahmoud IlleanSteinschleuder - Foto: Nasser ShiyoukhiUnruhen in Bethlehem - Foto: Nasser ShiyoukhiFestnahme - Foto: Mahmoud IlleanUnruhen in Bethlehem - Foto: Nasser ShiyoukhiMahmud Abbas - Foto: Raad Adayleh/ArchivUnruhen in Jerusalem - Foto: Mahmoud IlleanUnruhen in Jerusalem - Foto: Mahmoud IlleanAnhänger der Hamas - Foto: Mohammed Asad/APA Images via ZUMA WireHamas-Kämpfer - Foto: Mohammed Asad

Ramallah/Jerusalem - Nach dem tödlichen Anschlag auf eine Siedlerfamilie im Westjordanland sind israelische Soldaten am Samstag in den Heimatort des Attentäters eingedrungen.

Sie hätten in dem Ort bei Ramallah das Haus des 19-Jährigen durchsucht und seinen Bruder festgenommen, bestätigte eine israelische Armeesprecherin. Nach Medienberichten wird er der Mithilfe verdächtigt.

Der Ort sei abgeriegelt worden. Die Sprecherin bestätigte, dass das Haus des Attentäters sei in Vorbereitung auf seine Demolierung vermessen wurde. Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur «Maan» kam es zu Konfrontationen mit jugendlichen Einwohnern der Ortschaft Kubar.

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman, der den Ort des Anschlags in Begleitung von Generalstabschef Gadi Eisenkot besuchte, kündigte die baldige Zerstörung des Hauses des Palästinensers an. Er forderte von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas eine «klare Verurteilung des Massakers, das gestern an einer unschuldigen Familie verübt wurde, die niemanden gefährdete, während ihres Sabbat-Abendessens».

Der Attentäter war am Freitagabend in ein Wohnhaus in der Siedlung Neve Zuf eingedrungen, in der eine Familie gerade zu Abend aß. Der Attentäter tötete mit einem Messer den Großvater sowie dessen erwachsenen Sohn und Tochter. Die Enkelkinder waren nach Medienberichten in einem Nebenraum versteckt. Die Großmutter wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Der Angreifer wurde verletzt festgenommen und wird in einer israelischen Klinik bei Tel Aviv behandelt.

Vor der Tat war der Streit um den Tempelberg in Jerusalem  gefährlich eskaliert: Bei Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften wurden am Freitag mindestens drei Palästinenser getötet und rund 400 weitere verletzt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte am Samstag «den übertriebenen Einsatz von Gewalt durch die israelischen Truppen gegen unsere Brüder, die sich zum Freitagsgebet versammelt hatten». Er forderte von Israel die Aufhebung von Sicherheitsmaßnahmen an der heiligen Stätte.

Als Auslöser der Unruhen gelten Metalldetektoren, die Israel nach einem tödlichen Anschlag am Tempelberg an Eingängen zu der heiligen Stätte aufgestellt hat. Präsident Abbas brach nach dem neuen Gewaltausbruch alle Kontakte mit Israel ab.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas begrüßte den Anschlag in der Siedlung als «heroisch» und als «Resultat der Vergehen des zionistischen Besatzers und seiner Verbrechen gegen unser Volk in Jerusalem und der Al-Aksa-Moschee».

@ dpa.de

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