Gesundheit, Krankheiten

In vielen Bundesländern geht die Schule wieder los.

03.01.2022 - 14:54:09

Corona-Pandemie - Weihnachtspause beendet - Schüler zurück im Unterricht. Die Politik bleibt bei ihrer Aussage, möglichst Unterricht in Präsenz zu sichern. Kinderärzte unterstützen das.

Berlin - Nach den Weihnachtsferien sind am Montag Schülerinnen und Schüler in mehreren Bundesländern in den Unterricht zurückgekehrt. In den kommenden Tagen nehmen die Schulen in weiteren Ländern den Betrieb wieder auf. Begleitet wird das von Sorgen vor der befürchteten Omikron-Welle.

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) bekräftigte das Ziel, die Schulen offen zu halten. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte forderte von der Politik, ihre Zusagen einzuhalten.

Am Montag öffneten zunächst die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen und Rheinland-Pfalz wieder ihre Türen. In Berlin gilt - außer für geimpfte Schüler - zunächst eine tägliche Testpflicht. Am Dienstag folgen das Saarland, am Mittwoch Hamburg und - je nach Entscheidung der Schulen - auch Thüringen. Die andere Hälfte der Bundesländer nimmt den Schulbetrieb nach derzeitiger Planung in der kommenden Woche wieder auf.

Die zuständigen Kultusminister der Länder beraten am Mittwoch in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen. Die Ergebnisse dürften auch in die Gespräche der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Bundesländer mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Freitag einfließen, wo es um mögliche weitere Maßnahmen im Zusammenhang mit der befürchteten Omikron-Welle gehen wird. Die Kultusminister hatten sich in den vergangenen Monaten immer für ein Offenhalten der Schulen ausgesprochen.

Flächendeckende Schließungen sind nach Änderungen am Infektionsschutzgesetz durch die Ampel-Parteien nicht mehr möglich. Thüringen musste deshalb den Plan zurückziehen, mit Distanzunterricht ins neue Jahr zu starten. Bildungsminister Helmut Holter (Linke), der damit «vor die Welle kommen» wollte, überlässt es nun den Schulen in Thüringen selbst, wie sie vorgehen wollen: «Weil ich das als Ministerium nicht entscheiden kann, habe ich dieses auf die Schulen delegiert. Und ich weiß, dass es eine weitere Belastung der Schulleitungen bedeutet», sagte er am Montag im Deutschlandfunk.

«Eine Frage der Chancengerechtigkeit»

Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger bekräftigte ihre Position: «Präsenzunterricht ist eine Frage der Chancengerechtigkeit», schrieb die FDP-Politikerin bei Twitter. «Wir müssen alles tun, um Schulen offen zu halten. Allen Schülern, Eltern und Lehrern einen guten und sicheren Start!» Der Vorsitzende des Bildungsausschusses des Bundestags, Kai Gehring (Grüne), twitterte: «Mit Unterricht in Präsenz fällt den meisten Lernen leichter als in Distanz. Darum ist Schulen offenhalten wichtig - mit Tests, Masken, Impfangeboten, Luftfiltern.»

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rief dazu auf, den Betrieb an den Schulen auch bei steigenden Corona-Zahlen aufrechtzuerhalten. Es gebe eine Reihe an Möglichkeiten, trotz anziehender Pandemielage Schulschließungen zu vermeiden, sagte Verbandspräsident Thomas Fischbach der «Ärzte Zeitung» (online). «Es gibt eine klare und unmissverständliche Zusage der Politik, Schulschließungen - wenn überhaupt - als allerletzte Maßnahme in Betracht zu ziehen», sagte Fischbach. «Auf dieser Zusage beharren wir.»

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrick Wüst äußerte sich im im ARD-«Morgenmagazin». In NRW, wo rund die Ferien noch bis Ende der Woche dauern, gelte weiterhin der Kurs: «Wir wollen, dass Kinder solange es irgend vertretbar ist, Unterricht haben - möglichst in Präsenz, möglichst in der Klasse», sagte der Regierungschef. «Kinder sollen nicht noch mal leiden. Sie haben schon zu viel gelitten in dieser Pandemie.»

Der Deutsche Kinderschutzbund hatte sich kritisch zum strikten Beharren auf Präsenzunterricht geäußert. «Es kann keine Lösung sein, unter allen Umständen auf Präsenzunterricht zu pochen», hatte Präsident Heinz Hilgers der «Rheinischen Post» gesagt.

© dpa-infocom, dpa:220103-99-576078/2

@ dpa.de

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